Die Kliniken von Worms und Frankenthal sowie das Stadtkrankenhaus Grünstadt schließen eine Allianz bei der Ausbildung in den Pflegeberufen
Drei ziehen an einem Strang
Kooperation besiegelt. Von links: Ralf Kraut (Stadtklinik Frankenthal), Patrizia Matt, Friedrich Haas (beide Klinikum Worms) und Udo Langenbacher (Stadtkrankenhaus Grünstadt). Foto Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Kosten sparen und gleichzeitig die Ausbildung verbessern, dies waren die Voraussetzungen zu Gesprächsbeginn zwischen dem Klinikum Worms, der Stadtklinik Frankenthal und der dem Stadtkrankenhaus Grünstadt. Alle drei Einrichtungen stehen im Zuge des drohenden Mangels an Pflegepersonal vor der Notwendigkeit verstärkt und mit hohem Qualitätsstandards auszubilden; denn auf dem „freien Markt“ ist zu wenig gut ausgebildetes Personal verfügbar.
Verbund realisiert
Am Dienstagnachmittag verkündeten Vertreter der drei Krankenhäuser den erfolgreichen Abschluss der Gespräche und besiegelten die Zusammenarbeit. Wobei die Kooperation zwischen den Kliniken aus Worms und Frankenthal bereits seit dem Jahr 2007 existiert und nun auch noch das Stadtkrankenhaus Grünstadt mit Wirkung vom 1. April 2014 dem Ausbildungsverbund beitrat. Die zentrale Ausbildungsstätte für die drei Krankenhäuser ist wie bisher das 900 Quadratmeter große 1. Stockwerk im Gebäude des Media Marktes im Wormser WEP. Wobei es der Wunsch ist, langfristig ein neues Schulungsgebäude zu erstellen.
150 Auszubildende
In der zentralen Ausbildungsstätte der drei Häuser werden rund 150 junge Männer und Frauen in dem Beruf Krankenpfleger ausgebildet. Auf das Stadtkrankenhaus Grünstadt entfallen dabei 24 Plätze, auf Frankenthal 45 und auf das Klinikum der Nibelungenstadt 105. Wobei das Wormser Klinikum hiervon 75 Krankenpfleger und 30 Kinderkrankenpfleger ausbildet. Ein gewollter Effekt ist es dabei, dass es unter den Azubis aus den verschiedenen Häusern zu einem Erfahrungsaustausch und Blick über den Tellerrand kommt. Den jungen Männern und Frauen sollen darüber hinaus aber auch Einblicke in Pflegebereiche ermöglicht werden, die in den drei Kliniken nicht vorhanden sind, so etwa in die Psychiatrie in der Fachklinik Alzey.
Erwerb der Fachhochschulreife
Die Unterrichtung wird in der zentralen Ausbildungsstätte von 12 Fachkräften durchgeführt. Die Ausbildung dauert drei Jahre und in jedem Kurs sitzen 25 Teilnehmer. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung ist auch die Zugangsberechtigung zu einem Studium an einer Fachhochschule erworben.
BA-Studiengang in Worms
Außer der Ausbildung zum Krankenpfleger kann in Worms auch eine Bachelor-Studiengang absolviert werden, der in Kooperation mit der Katholischen Hochschule in Mainz durchgeführt wird.
700 Bewerber
Unabhängig vom drohenden Pflegenotstand ist das Interesse junger Menschen am Pflegeberuf sehr hoch. So bewerben sich alleine am Wormser Klinikum für den Ausbildungsbeginn September jedes Jahr rund 500 Schüler um ein Platz. Im April sind es jeweils etw 200 Jugendliche. Von den Bewerbern kann das Klinikum nur jeweils nur rund zehn Prozent nehmen. Die Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Lehrjahr 915 Euro.