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  • So., 16. August 2026, 11:13 Uhr
    DEUTSCHER WETTERDIENST: Starke Trockenheit / Lage für Natur und Landwirtschaft zunehmend kritisch

    Dürre Zeiten für Rheinhessen und Zuckerrüben

    Die Landwirtschaft ist dringend auf ausreichende Niederschläge angewiesen – doch selbst dann sind aus Sicht des Bauernverbandes bestenfalls durchschnittliche Erträge zu erwarten.
    Foto: Deutscher Bauernverband

    Von Florian Helfert › In Teilen Deutschlands sind die Böden derzeit ungewöhnlich stark ausgetrocknet. Die Entwicklung der Bodenfeuchte nahm dabei einen ähnlichen Verlauf wie in den Dürrejahren 2018 und 2022, Natur und Landwirtschaft werden zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. In der südlichen Mitte und im Süden Deutschlands haben mehrere längere niederschlagsarme und sehr warme bis heiße Phasen, die mit einem hohen Wasserbedarf der Vegetation einhergingen, zu einer gravierenden Bodentrockenheit geführt.

    Bodenfeuchte in 0 bis 60 cm Tiefe unter Gras am 4. August. Bei weniger als 30 Prozent nutzbarer Feldkapazität stehen Pflanzen unter deutlichem Trockenstress. Grafik: DWD

    Die Böden im Süden waren im laufenden Jahr sogar verbreitet trockener als in den beiden zuvor genannten Dürrejahren. Das berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD) über die Auswirkungen der trockenen Witterung im Frühjahr und Sommer 2026.

    Schon seit März sind die Niederschlagsmengen unterdurchschnittlich. Besonders wenig Niederschlag fiel von der Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken, wo verbreitet weniger als 150 Liter pro Quadratmeter (l/m²) zusammenkamen. Im Süden entsprach die Niederschlagsmenge gebietsweise noch nicht einmal der Hälfte des vieljährigen Mittels der Jahre 1991 bis 2020. Der Zeitraum von Anfang November bis Ende Juli fiel in Deutschland seit 1882 nur zwei Mal trockener aus.

    Getreide und Raps reiften bei den seit Mitte Juni hohen Temperaturen rasch ab und die Ernte kam schnell voran. Die Trockenheit hatte auf diese Kulturen relativ geringe Auswirkungen. Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln, die jetzt und in den kommenden Wochen einen hohen Wasserbedarf haben, leiden hingegen regional stark unter der Trockenheit, es drohen markante Schäden. Teils ist bereits ein Grünlandschnitt ausgefallen, was Futterknappheit bei der Viehhaltung verursachen kann.

    Die extreme Hitze Ende Juni führte bei Obst zu ungewöhnlich starken Sonnenbrandschäden. Bei Obst und jungen Weinreben können derzeit gebietsweise nur mit Bewässerung große Schäden abgewendet werden. Die Wälder zehren meist noch von Feuchtigkeit in tieferen Bodenschichten.

    Wirtschaftlicher Druck

    Der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet vor dem Hintergrund der herausfordernden Wetterlage ebenfalls mit deutlichen Ertragseinbußen bei wichtigen Ackerkulturen. Die aktuelle Witterung bereitet zudem vielen Futterbaubetrieben große Sorgen. Ausbleibende Niederschläge werden insbesondere auf Grünland- und Futterbauflächen immer deutlicher sichtbar. Damit wächst in vielen Regionen die Sorge um die Versorgung der Tiere im kommenden Winter.

    Bei Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln ist die Lage aktuell angespannt, für die weitere Entwicklung der Bestände sind nun jedoch dringend ausreichende Niederschläge notwendig; selbst dann sind bestenfalls durchschnittliche Erträge zu erwarten. Zugleich belasten niedrige Erzeugerpreise sowie hohe Kosten für Diesel und Düngemittel die Betriebe zusätzlich.

    „Die aktuellen Erntezahlen erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf unsere Betriebe erheblich. Schwächere Erträge, geringere Erlöse und hohe Betriebskosten treffen die Landwirtschaft in einer ohnehin angespannten Lage“, sagt DBV-Präsident Joachim Rukwied.

    Hydrologische Folgen

    Auch in benachbarten Ländern sind die Niederschlagsmengen laut DWD seit Jahresbeginn außerordentlich niedrig; der Schwerpunkt der Trockenheit erstreckte sich in der ersten Jahreshälfte vom östlichen Frankreich über den Alpenraum, das östliche Mitteleuropa und das Baltikum bis nach Skandinavien. Die Oberläufe von Oder, Neiße, Elbe, Salzach, Inn, Lech, Rhein und Mosel führten in der Konsequenz weniger Wasser als üblich nach Deutschland.

    Die unterdurchschnittlichen Schneemengen im vergangenen Winter bewirkten zudem einen stark verminderten Beitrag der Schneeschmelze zur Wasserführung einiger Flüsse im Frühjahr. Zusammen mit den sehr geringen Niederschlägen der letzten Monate führt dies aktuell zu einer extremen Niedrigwasserlage mit immensen Kosten für die Volkswirtschaft in Flüssen.

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