Wirtschaftsministerin Lemke machte auf ihrer Sommertour bei der Firma VSK Technik Kübler in Rheindürkheim Station / Ausbildung und Beruf im Fokus
Dunkle Wolken über dem Azubi-Himmel
Wirtschaftsministerin Lemke (links) beim Besuch der Firma VSK Technik Kübler in Worms-Rheindürkheim. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Erkenntnis ist nicht neu und kam nicht plötzlich, dennoch haben die Auswirkungen dramatische Konsequenzen für den gesamten Standort Deutschland wie auch für Rheinhessen. Die Rede ist vom Lehrlingsmangel, denn die Anzahl der Jugendlichen pro Jahrgang wird immer geringer.
Was ein schleichender Prozess ist, der mittlerweile aber bereits dazu führt, dass viele Lehrstellen nicht mehr qualitativ besetzt werden können. Langfristig bedeutet dies, es entsteht ein gravierender Standortnachteil auch für rheinhessische Unternehmen, da hochwertige Mitarbeiter fehlen und dadurch Aufträge nicht mehr oder nur mit größerer Wartezeit angenommen und erledigt werden können.
Technologie-Schmiede aus Rheindürkheim
Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) hat ihre diesjährige Sommertour durch das Land denn auch dem Thema "Steigender Fachkräftemangel" gewidmet. Im Zuge ihrer Rundreise hat sie am Mittwochmorgen die Firma VSK Technik Kübler in Worms-Rheindürkheim besucht.
Bei VSK Kübler handelt es sich um ein familiengeführtes Traditionsunternehmen, das seit 40 Jahren für hochwertige Qualitätsarbeit im Bereich Wartung, Reparatur und Installation im Segment Elektromotoren und -anlagen steht. Lag der Fokus bei der Firmengründung auf der Wartung und Pflege von Zuckerrüben-Verladeanlagen, hat sich das Unternehmen heute zu einer High-Tech-Schmiede mit rund 200 Beschäftigten entwickelt.
Die vier Sparten von Kübler sind heute die Antriebstechnik, die Mechanik, die Elektrotechnik und die Automatisierung. Vereinfacht formulierte sorgt VSK mit seinen Service-Dienstleistungen dafür, dass die Produktionsstraßen von Industrieunternehmen ohne Stillstandzeiten arbeiten, in der Effizienz erhöht werden, modernste Technk Einzug erhält. Und sollte dennoch einmal etwas defekt sein, sorgt ein 24-Stunden-Service für ein rasche Reparatur. Seit 2007 wird Kübler von den beiden Kindern des Firmengründers Horst-Werner Kübler geführt. Dies sind Thomas Kübler und Susanne Gremm.
Qualifizierte Mitarbeiter als Erfolgsgarant
Beim Gespräch mit der Wirtschaftsministerin Lemke erläuterte Thomas Kübler, wie wichtig für das Unternehmen hoch qualifizierte Beschäftige sind, da gerade Technologie-Unternehmen vom Fachwissen ihrer Mitarbeiter leben. Gut ausgebildeter Nachwuchs sei daher extrem wichtig. Thomas Kübler führte aus, dass sie selbst ausbilden, auch weil dann die Identifikation mit der Firma groß sei.
Allerdings habe man hohe Anforderungen an die Jugendlichen, da die Arbeit mit komplexen Produktionsanlagen der Industrie anspruchsvoll sei. Wobei es immer schwieriger werde, genügend geeignete Kandidaten zu finden. Und in den Ansprüchen runtergehen könne man nicht, da anderseits die Anforderungen der Industrie hoch seien.
Azubis aus Italien und Spanien
Ministerin Lemke bestätig den Lehrlingsmangel und nannte als Extrembeispiel für das Land die Stadt Koblenz, wo alleine in diesem Jahr 1.000 Lehrstellen nicht besetzt werden konnten. Dort würde man jetzt gezielt junge Menschen aus dem europäischen Ausland anwerben.
Auf die Frage an Thomas Kübler, ob er ich vorstellen könne, Jugendliche aus Spanien oder Italien als Lehrlinge einzustellen, sagte er: "Ja."
Übergang von Schule zu Beruf
Deutlich wurde aber auch, dass sich Handel und Industrie, aber auch die Gesellschaft und Politik noch mehr als bisher um jene Jungen und Mädchen kümmern müssen, die bisher durch den Quaifizierungsrost gefallen sind und am Rand der Gesellschaft stehen.
Oberbürgermeister Michael Kissel nannte hier als besondere Herausforderung den Übergang von Schule zu Beruf. In diesem Zusammenhang wies er auf die in Worms bestehenden und erfolgreichen Projekte wie RÜM (Regionales Übergangsmanagement) und die Job Füxe hin, die gerade auch für Schüler aus soziale schwierigem Umfeld und keinem überragende Zeugnis den Einstig ins Berufsleben ebnen helfen sollen.