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Durch Dialog mit den Bürgern der Ukraine Vorurteile abbauen

SOS ’86 – Kinder von Tschernobyl e.V. beteiligt sich am Programm des Auswärtigen Amts / Ausbau der Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland

Auch im Jahre 2016 wirft die deutsche Kultur- und Bildungspolitik ein besonderes Augenmerk auf Osteuropa, denn mit dem Ukrainekonflikt ist Krieg nach Europa zurückgekehrt. Die Bundesregierung reagiert hierauf mit politischen Instrumenten, aber auch mit den Mitteln der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Politische Verständigung, Krisenprävention und Krisenvorbeugung gelingt nur, wenn kulturelle Arbeit im vorpolitischen Raum vorab den Boden dafür bereitet hat. So setzt die Bundesregierung darauf, dass neben der vom Staat gestalteten Außenpolitik die Einbindung der Zivilgesellschaften im In- und Ausland für außenpolitische Dialog-, Entscheidungs- und Handlungsprozesse immer wichtiger wird. Somit werden die Organisationen der Zivilgesellschaft und die in ihnen engagierten Bürgerinnen und Bürger zentrale Akteure und wichtige Partner für staatliches Handeln.

SOS ’86 – Kinder von Tschernobyl e.V. beteiligt sich dieses Jahr mit einem zweiteiligen Projekt an dem Programm des Auswärtigen Amts. Es wurde ein „Deutsches Zentrum“ im Bezirk Kiew-Desnyanski gegründet als Mittelpunkt der Vereinsarbeit in der Ukraine. Dort wird kostenloser Deutschunterricht von einer qualifizierten Deutschlehrerin für Jugendliche angeboten, Kinderfeste ausgerichtet und ukrainischen Bürgern die Möglichkeit zu Informationsgesprächen und Hilfsersuchen gegeben. Ziel ist es, durch den Dialog mit den Bürgern der Ukraine, insbesondere Jugendlichen und Studenten dazu beitragen, dass Vorurteile abgebaut werden und mangelnde Gesprächsbereitschaft aufgebaut wird.

Der zweite Teil des Projektes ist eine Zusammenarbeit mit der größten Universität der Ukraine, der Taras Shevchenko Universität in Kiew. Hier findet eine Dialogveranstaltungsreihe mit über 30 ukrainischen Studenten statt. Es wird über verschiedene Themen referiert und diskutiert, wie z.B. über die Themen Demokratie und Wirtschaft, Kapital und Finanzmärkte, die Ukraine und die Europäische Union, Bildung und Chancen auf dem Arbeitsmarkt usw. Als Referent konnte der Verein seinen Ehrenvorsitzenden, Harald Christ, gewinnen, der in der deutschen Wirtschaft und Politik Rang und Namen hat.

Rolf Konersmann, Vorsitzender des Vereines und Entwickler des Projektes erhielt am 1. Juli 2016 den Zuwendungsbescheid des Bundesverwaltungsamtes. „Ich bin glücklich, dass das Auswärtige Amt unser Projekt geprüft und zur Bewilligung vorgeschlagen hat“, so der Vorsitzende. „Das soll nur ein Anfang sein. Aufgrund der vielen Vorgespräche bin ich mir sicher, dass wir auch in den kommenden Jahren unseren Beitrag an der Demokratisierung und Europäisierung der Ukraine leisten können.“

Der Verein SOS ’86 – Kinder von Tschernobyl e.V. begeht im Jahre 2017 sein 25-jähriges Jubiläum. „Leider hat die Ukraine bis heute die Folgen der Reaktorkatastrophe von 1986 noch nicht überwunden und nach der Selbstständigkeit des Staates den schwierigen Weg aus dem Kommunismus in die Demokratie noch nicht vollendet. Die Ukraine braucht weiterhin Unterstützung, denn sie gehört zu Europa”, erklärt der Vorsitzende abschließend.

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Geschrieben in Aus dem Nibelungenland am 4. August 2016

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