MdB Hagemann: Integrative Kunst-AG der Staudinger-Grundschule als gutes Beispiel
Durch Kunst Deutsch lernen
MdB Hagemann (r.) gemeinsam mit Rektorin der Staudinger-Grundschule Ute Huck (h. r.), der Integrationsbeauftragten der Stadt Worms Elisabeth Gransche (h.l.), AG-Leiter Julian Strasser (l.) und Kindern der AG "Art for ALL"
In der integrativ ausgerichteten Kunst-AG „Art for All“ der Staudinger-Grundschule bringen Kinder unterschiedlicher Herkunft in gestalterischer Weise ihre Weltwahrnehmung zum Ausdruck und lernen dabei die unterschiedlichen Kulturen ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler kennen. Bei einem Besuch in der Schule im Stadtteil Neuhausen informierte sich SPD-Bundestagsabgeordneter Klaus Hagemann bei Rektorin Ute Huck, AG-Leiter Julian Strasser sowie der städtischen Integrationsbeauftragten Elisabeth Gransche über das Ganztagesschulangebot und sprach in einer Unterrichtsstunde der Kunst-AG mit den Kindern über ihr künstlerisches Schaffen.
„Von unseren derzeit 363 Schülerinnen und Schülern haben mehr als die Hälfte einen Migrationshintergrund. Zwölf Kinder sprechen kaum ein Wort Deutsch,“ erklärte Ute Huck. Sorge bereitet der Rektorin, dass Gelder und Förderstunden in den vergangenen Jahren nicht erhöht wurden. „Die individuelle Sprachförderung muss in den Vordergrund rücken“, betonte Huck gegenüber dem Bundestagsabgeordneten Hagemann. Unter dem Motto „Miteinander lernen und leben“ habe man deshalb eine spezielle Ganztagesbetreuung in Angebotsform entwickelt – dazu zählt auch die integrative Kunst-AG „Art for All“ (dt.: Kunst für alle).
Geleitet wird das Projekt von Julian Strasser, einem aufstrebenden Wormser Künstler, der auch im russisch-deutschen Kulturverein KuBiS unterrichtet. Als Kind einer Aussiedlerfamilie war Strasser selbst einmal ohne Deutschkenntnisse in die Staudinger-Grundschule gekommen und weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es für Kinder mit Migrationshintergrund ist, sich mit den eigenen kulturellen Wurzeln auseinander zu setzen. „Wir ermutigen die Kinder, ihre kulturelle Lebenswelt gestalterisch festzuhalten und damit von- und übereinander zu lernen“, erläuterte Strasser.
„Man spürt, dass die Kinder sich hier gut aufgehoben fühlen, sich dadurch einander öffnen und miteinander sprechen“, lobte Hagemann, der selbst lange Zeit als Grund- und Hauptschullehrer tätig war. Auch Gransche zeigte sich begeistert vom pädagogischen Ansatz des Projekts: „Mit der Präsentation der umgesetzten Ideen am Ende jeder Unterrichtsstunde, werden Sprachanlässe geschaffen, bei denen sich die Kinder untereinander austauschen und lernen ihre kulturellen Unterschiede, nicht als Ausgrenzungsmerkmal, sondern als Bereicherung ihrer Individualität zu begreifen“, so die Integrationsbeauftragte. Zusammen mit Strasser hatte Gransche das Konzept der AG entworfen und das Honorar des Künstlers aus eigenem Budget bezuschusst.