Die Kaffeerösterei „Perro Negro“ kaufte im Autohaus Heydasch einen Nissan Elektro-Kastenwagen für die Fahrten in der Region
E-Mobilität für regionale Wirtschaft interessant
Von links: Harro und Stepanhie Gerber (Kaffeerösterie Perro Negro) enthüllen im Autohaus Heydasch gemeinsam mit Verkäufer Lucas Hasch ihren Nissan e-NV200. Foto: Gernot Kirch
Von Gernot Kirch Die Elektromobilität nimmt langsam Fahrt auf, wenn auch noch zögerlich. Immerhin besitzen in Deutschland mittlerweile knapp über zwei Prozent der Fahrzeuge einen Elektroantrieb. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 44 Millionen Autos, rechnet man Transporter, Lastwagen und sonstige Nutzfahrzeuge hinzu, kommt man auf stolze 62 Millionen Fahrzeuge. Und dies bei einer Einwohnerzahl von 83 Millionen Menschen.
Zwar existiert bei Elektroautos und -transportern noch kein gewaltiger Boom wie bei E-Bikes, doch geht der Trend, wenn auch noch gemäßigt, eindeutig hin zum Elektroauto. Auch bei Transportern ist es mittlerweile möglich, auf den Stromantrieb zu setzen. Am Dienstagmorgen hatte der Nibelungen Kurier die Gelegenheit, im Autohaus Heydasch bei der Übergabe eines Nissan e-NV200 an die Kaffeerösterei „Perro Negro“ aus Eich dabei zu sein. Insgesamt ist es der 20. Elektrowagen, den das Autohaus Heydasch in diesem Jahr verkauft.
Nur ein Drittel der Betriebskosten
Auf die Frage, was letztlich den Ausschlag zum Kauf eines Elektro-Transporters gab, antworten die Eheleute Stephanie und Harro Gerber, die die Kaffeerösterei betreiben, dass sie seit dem letzten Jahr darüber nachgedacht hätten. An einem Wochenende hatten sie dann die Möglichkeit, den Elektrowagen Probe zu fahren. Dies habe sie überzeugt. Von der Leistung her, etwa der Beschleunigung, sei das E-Mobil genauso flott wie ein Benziner oder Diesel. Zur häufig genannten Problematik der relativ geringen Reichweite sagten Stephanie und Harro Gerber, dies sei für sie kein Thema. Mit einer Batterieladung könnten sie rund 220 Kilometer weit fahren. Das reiche für sie vollkommen aus, da sie meist nicht mehr als 70 oder 80 Kilometer am Tag fahren, etwa auf den Wormser Wochenmarkt. Es sei bequem, morgens den Stecker aus dem Transporter zu nehmen, auf den Markt zu fahren und abends den Wagen wieder an die hauseigene Ladestation anzuschließen. In Urlaub seien sie noch nie mit dem Auto gefahren, daher stelle sich die Frage nach weiten Fahrten nicht. Im Gegenteil dazu seien die Betriebskosten ein entscheidendes Thema. Bei einem Elektro-Transporter würden nur ein Drittel der Betriebskosten gegenüber einem vergleichbaren Wagen mit Verbrennungsmotor anfallen. Dies würde sich über die Jahre rechnen, auch wenn die Anschaffungskosten eines E-Transporters noch etwas höher seien. Mit einem Lächeln ergänzte Harro Gerber, er müsse jetzt nie mehr auf die Spritpreise an den Tankstellen schauen.
Macht das Beispiel Schule?
Für viele Handwerksbetriebe, die nur in der Region Worms unterwegs sind, könnte die Entscheidung der Familie Gerber eine Vorbildfunktion haben. Dass der Klimawandel keine ferne Utopie ist, machen die zurzeit herrschenden hohen Temperaturen jedem bewusst. Im Rahmen eines Gespräches beim Nibelungen Kurier sagte Oberbürgermeister Michael Kissel, dass alle Busse des öffentlichen Personennahverkehrs in Worms auf Elektroantriebe umgestellt werden sollen. Man darf gespannt sein, wann der erste E-Bus in der Nibelungenstadt seine Passagiere befördert.