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  • Di., 10. März 2015, 22:34 Uhr
    Der Wormser ASB hat ein Dekontaminationsteam für Erstbehandlung und Transport hochinfektiöser Patienten aufgestellt

    Ebola-Krise forderte Antwort

    Karlheinz Pfaff demonstrierte in einer Übung den möglichen Ablauf eines Einsatzes des "Dekon-V" Teams. Foto: Gernot Kirch


    VON GERNOT KIRCH Die Ebola-Krise wütete seit dem vergangenen Jahr mit tausenden von Infizierten und Toten in Afrika. 2014 tauchten auch einige wenige Verdachtsfälle in den USA und in Europa auf. Immer wieder schrecken seitdem Meldungen über infizierte Deutsche auch hierzulande Verantwortliche und Bürger auf. Die entscheidende Frage in diesem Zusammenhang ist, wie gut ist man in der Region auf Ebola und andere Seuchen vorbereitet? Folgerichtig setzte ab Sommer 2014 auch in Worms ein Denkprozess über mögliche Verfahrensweisen ein.

    Sofort verfügbar
    Ab Oktober ging es dann beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in die Planungs- und Konzeptphase, wie man bei einem entsprechenden Fall in der Nibelungenstadt reagieren könnte. Das Ergebnis dieser Überlegungen ist die Aufstellung eines speziellen Einsatzteams, das aufgrund Ausbildung und Ausstattung mit hochinfektiösen Patienten umgehen kann. Diese Schnelleinsatzgruppe mit der Bezeichnung „Dekon-V“ ist ab sofort verfügbar und wurde auf einer Pressekonferenz am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt.

    Freiwillige Helfer
    Die schnelle Einsatzgruppe des Wormser ASB besteht aus insgesamt 14 Helfern, von denen jeweils vier ein Team bilden, das in einer Art Bereitschaft steht und innerhalb von 45 Minuten nach Alarmierung ausrücken kann. Alle 14 Personen haben sich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet und wurden speziell geschult sowie mit entsprechenden Schutzanzügen ausgestattet. Überwiegend handelt es sich bei den 14 Männern und Frauen um Rettungssanitäter, die für einen Einsatz aus dem normalen Tagesdienst herausgelöst würden. Aber es sind durchaus auch ehrenamtliche Kräfte, die alarmiert und von ihrer zivilen Arbeitsstelle oder von Zuhause aus anrücken müssten. Der ASB möchte hier bewusst einen Personen-Mix und sucht auch noch weitere Freiwillige. Zur Ausrüstung des Teams gehören eine Dekontaminationsausstattung sowie zwei Fahrzeuge – ein Ford-Ranger und ein Rettungswagen

    Intensive Schulung
    In der Fortbildung gab es nach Aussage von Karlheinz Pfaff, dem Leiter Notfalldienste beim ASB, zwei besondere Herausforderungen zu bewältigen: „Die Behandlung eines Patienten, während man selbst in einem wasserdichten Anzug steckt ist um einiges anspruchsvoller, als das alltägliche Geschäft, denn ein solcher Einsatz kann mehrere Stunden dauern.“ Außerdem müssen die Helfer nach der Versorgung des Patienten auch an sich selbst denken, so Pfaff. Daher besteht ein Team auch immer aus vier Personen. Zwei, die direkt die Versorgung des Patienten übernehmen und zwei, die für die Dekontamination der Helfer zuständig sind und das Wechseln der Kleidung nach der Behandlung genau überwachen. Dies geschieht in einer Dekontaminations-Straße, bei der sicher gestellt ist, dass keine Krankheitserreger übertragen werden.

    Denkbares Szenario
    Am Dienstag wurde im Rahmen einer kleinen Übung in der Wormser ASB-Zentrale in der Dr.-Illert-Straße der Einsatz des Viererteams anschaulich demonstriert. Dabei erläuterte Pfaff auch, wie ein Infektionsfall in Worms ablaufen könnte: So sind zunächst die normalen Rettungssanitäter und der Notarzt bei einem Patienten zu Hause. Klagt der Erkrankte dann über entsprechende Beschwerden, wie zum Bespiel hohes Fieber, und ist er erst vor kurzem aus einem westafrikanischen Land zurückgekehrt, besteht der Verdacht einer hochinfektiösen Erkrankung.

    Daraufhin wird das „Dekon-V“-Team über die Einsatzleitzentrale alarmiert. Vor dem Betreten des Gebäudes, in dem sich der Patient befindet, wird dann die Schutzausstattung angelegt und es erfolgt schließlich eine Erstversorgung des Erkrankten. Daraufhin müssen ein spezieller Arzt und ein Dekontaminationsexperte entscheiden, wie mit dem Patienten weiter verfahren wird. Besteht ein akuter Verdacht, etwa auf Ebola, wird der Erkrankte durch das ASB-Team in ein entsprechendes Fachklinikum, möglichst nach Mainz, Frankfurt oder Trier, gebracht.

    Es könnte aber auch sein, dass der Patient im Wormser Klinikum auf einer isolierte Station eingeliefert wird. Die eigentliche Behandlung erfolgt dann bei den Ärzten im Klinikum. Das „Dekon-V“-Team ist also für den Transport und die Erstversorgung zuständig. Wobei alle Beteiligten hoffen, dass es nie zum Einsatz kommen wird.

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