WORMS: SGD Süd-Präsident Hannes Kopf schickt Weinkiste in die Antarktis
Edler Rebensaft reist ins ewige Eis
Auch wenn das Wetter am Montagabend nicht mitspielte, schickte der Präsident der SGD Süd, Prof. Dr. Kopf (rechts),mit Unterstützung der Deutschen (Mitte), Rheinhessischen (2. von links) sowie der Pfälzischen Weinkönigin und OB Adolf Kessel eine große handgezimmerte Weinkiste auf die Reise zur Neumayer-Station III. Foto: Vera Beiersdörfer
VON VERA BEIERSDÖRFER | Klimaforscher der Neumayer-Station III der Antarktis dürfen sich auf einen beschwingten Gruß aus der Heimat freuen.
Mit einem Hammerschlag auf einen Nagel der Riesen-Kiste, gefüllt mit 70 Flaschen edelstem Rebensaft, gab SGD Süd-Präsident Prof. Dr. Hannes Kopf das Startkommando für die 14.000 Kilometer weite Reise der wertvollen Fracht.
Tatkräftig wurde er hierbei von den Weinhoheiten Angelina Kappler, Deutsche Weinkönigin, Eva Müller, Rheinhessische Weinkönigin, sowie Anna-Maria Löffler, Pfälzische Weinkönigin, unterstützt. Auch Oberbürgermeister Adolf Kessel ließ es sich nicht nehmen und half, die Kiste zu vernageln, nachdem er einen Wormser-Gruß in Form einer Flasche Wein des Weinguts P.J. Valckenberg beigelegt hatte.
Tradition seit 36 Jahren
Seit 1984 schickt die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd eine Kiste Wein zu der Forschungsstation im ewigen Eis, um an die Verdienste des Pfälzer Forschers Georg von Neumayer zu erinnern, der in Kirchheimbolanden geboren wurde, in Neustadt an der Weinstraße lebte und eine Sommerresidenz in Weisenheim am Berg hatte.
„Ursprünglich hatten wir eine Versendung live vom Backfischfest in Worms geplant, das wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden musste“, bedauerte Prof.Dr. Kopf. Eingepackt wurden 70 Flaschen erlesener Weine und Sekte, die von Rheinhessenwein e.V. und Pfalzwein e.V. zur Verfügung gestellt wurden.
Hinzu kamen Weine aus dem „Afrika-Viertel“ in Neustadt, die der gleichnamige Verein zur Verfügung gestellt hatte, weil dort seit nun 99 Jahren ein Denkmal an das Wirken des Polarforschers Georg von Neumayer erinnert. Fehlen durfte natürlich auch nicht ein Original-Dubbeglas, das nun ebenfalls mit dem Eisbrecher MS Polarstern auf die Reise an die Schelfeiskante geht.
Oberbürgermeister Adolf Kessel legte dem Forscherteam einen guten Wormser Tropfen bei. Foto: Vera Beiersdörfer
Starke Verbundenheit
„In diesem Jahr ist auch erstmals der Zellertal-Secco mit dabei“, erläuterte der SGD-Süd-Präsident. Das Zellertal zählt heute noch als das einzige Tal Deutschlands, in dem zwei Weinanbaugebiete – nämlich Rheinhessen und die Pfalz – liegen und diese auf einer Länge von fast 20 Kilometern zwischen Worms und dem Donnersberg verbindet. „Dass die Trauben für diesen Secco sowohl von in der Pfalz als auch von in Rheinhessen gelegenen Weinbergen stammen, zeigt, wie sehr unsere Regionen sich miteinander verbunden fühlen“, erklärten die Weinmajestäten Eva Müller und Anna-Maria Löffler.
Frisch vermählt
Der Termin in Worms bot für die Deutsche Weinkönigin die erste Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit mit ihrem neuem Familiennamen `Kappler´ vorzustellten, hatte sie doch erst am vergangenen Samstag geheiratet.
„Laut Fahrplan wird die Kiste an Weihnachten ihr Ziel erreichen, aber geöffnet wird sie traditionell erst zum Mittwinter-Fest im Juni. Die Forscher freuen sich sicherlich über ein Stückchen Heimat in der Flasche, das sie dann genießen können“, lobte die Frischvermählte die große Vielfalt der ausgewählten Weine und Sekte und fügte augenzwinkernd an: „Verdursten wird das Team sicherlich nicht“.