Do., 27. April 2023, 16:46 Uhr
Worms: Kriminalpräventiver Rat mit neuer Geschäftsordnung
Effektive Präventionsarbeit ermöglichen
Es ist schon eine ganze Weile her, dass der Kriminalpräventive Rat (KPR) der Stadt Worms zusammengekommen ist, um genau zu sein fast sechs Jahre. Personelle Wechsel und dann die Corona-Pandemie führten zu dieser Zwangspause. Nicht zuletzt die Sicherheitsbefragung der Stadt und deren Ergebnisse haben die Verwaltung dazu bewogen, dem Rat wieder Leben einzuhauchen. Im Ratssaal konstituierte sich der KPR unter Vorsitz von Oberbürgermeister Adolf Kessel jetzt neu und verabschiedete auch gleich eine neue Geschäftsordnung. Als Ziel nennt besagte Geschäftsordnung „die Zusammenführung von Personen und Institutionen aus unterschiedlichen Bereichen und Aufgabenfeldern, die eine effektive Präventionsarbeit ermöglichen.“ Leitgedanke soll der Aufbau eines Netzwerks verschiedener Akteure sein, das jederzeit angemessen auf bestimmte Entwicklungen reagieren kann. Das dauerhaft installierte Gremium des KPR soll allerdings nicht nur „bei Bedarf“ zusammenkommen, sondern auch über „Akutzustände“ hinaus Lösungsansätze entwickeln. Wirft man einen Blick auf die Zusammensetzung des neuen Rates, wird deutlich, was mit der „Zusammenführung von Personen und Institutionen“ gemeint ist: Neben Vertretern der Verwaltung aus unterschiedlichsten Bereichen (Sicherheit und Ordnung, Soziales, Jugend und Wohnen, Bildung und Sport, Migration, Gleichstellung) sind auch Akteure von Polizeidirektion, Amtsgericht und dem Verein Sicheres Worms (SiWo) Teil der Runde.
Neben den Formalitäten stand in der ersten Sitzung des neuen KPR das Sicherheitskonzept von Sicherheitsberater Dietmar Haller im Fokus, das Angelika Zezyk, Leiterin des Bereichs 3 – Öffentliche Sicherheit und Ordnung, nochmals vorstellte. Darin ist unter anderem auch die „Wiederaufnahme des Kriminalpräventiven Rates“ zu finden, was in enger Verbindung steht zu einem weiteren Aspekt des Konzepts: Sicherheitsarbeit für und mit der Bürgerschaft. Als strategische Ziele werden die nachweisliche Zufriedenheit der Bürger mit der Sicherheitslage genannt, ebenso wie Sauberkeit und Ordnung im Stadtbild sowie die Reduzierung von Störungen auf ein stadtverträgliches Maß. Zur Erreichung dieser Ziele wurde der KPR neu strukturiert, ihm stehen nun drei Arbeitsgruppen zur Seite, die sich mit den Themen Kriminalitätsbekämpfung, Sicherheit im Straßenverkehr sowie Ordnung und Sauberkeit beschäftigen. Der „operative“ Teil des KPR liegt demnach in den genannten Arbeitsgruppen, die gemäß Geschäftsordnung mindestens halbjährlich tagen.
Die Gruppen hätten ihre Arbeit bereits vor zwei Jahren aufgenommen und beschäftigten sich mit den Kernthemen, die sich durch die Bürgerbefragung ergeben hätten, berichtete Bereichsleiterin Angelika Zezyk. Die Arbeitsgruppen sollen von nun an im KPR über ihre Sachstände und Ergebnisse berichten, Ideen entwickeln und Projekte initiieren. Zudem ist angedacht, auch Interessenvertretungen einzubeziehen, etwa das Jugendparlament, den Migrationsbeirat, den Behindertenbeirat und den Seniorenbeirat. Ein weiterer Punkt ist die Wiederbesetzung der Stelle des Präventionsbeauftragten. Zuletzt hatte Jean Frank dieses Amt inne. Wer ihm nachfolgen könnte, ist noch offen.