PFIFFLIGHEIM: Schausteller bei Straßenvollsperrung zur Kerwe verbal scharf angegriffen
Egomanie mit Konsequenzen für Kerwe
Im Rund der Majestäten und Repräsentanten hatten die Fischerwääder als Partner-Verein wieder ihren Spaß mit dem Handnirscht. Hier versucht sich das neue Kerwemädchen Michelle I. Foto: Rudolf Uhrig
Im Gemeindehof neben der Evangelischen Kirche ging es am Freitagabend „rund!“ Kerwe, die erste im Reigen der Stadtteile und des Wonnegaus war angesagt. Und man hatte sogar ein neues Kerwemädchen parat. Das wurde jedoch zunächst noch „versteckt“. Schmitt’s Hausband hatte auf der Bühne Platz genommen und unterhielt die Gästeschar die immer mehr und mehr wurde; darunter auch Oberbürgermeister Adolf Kessel. Und jener, aber auch andere Ehrengäste, Weinmajestäten und Repräsentanten wurden vom neuen Ortsvorsteher Jochen Egelhof begrüßt.
Anlieger verprellen Schausteller
Jacqueline Manke, die 1.Vorsitzende IG Piffelkumer Kerb e.V. übernahm und hatte trotz Sonnenscheins trauriges zu vermelden. Denn die gebuchten Schausteller waren, bis auf einen Süßwarenstand, verschwunden – „einfach“ weg! Und dies ohne ein Wort der Erklärung und Entschuldigung. Das war am Donnerstagmorgen berichtet die Vorsitzende.
Utensilien überfahren, Absperrungen missachtet
Wie sich dann durch Recherchen der Vereinsmitglieder herausstelle, waren wohl Unstimmigkeiten mit den Anwohnern der Auslöser. Ein Grund, die Vollsperrung der Straße, worum die Schausteller gebeten hatten. Wie Andrea Zechbauer auf Facebook schreibt, wurden sie wohl verbal scharf angegriffen, sogar Utensilien überfahren, Absperrungen dauernd wieder geöffnet.
Eigentlich hatten die acht aktiven Mitglieder der IG Piffelkumer Kerb nur das Beste im Sinn, Sicherheit, Wohlergehen, ein faires Miteinander, gemeinsam eine schöne Kerb zu feiern. „Wir wären immer zu Gesprächen bereit gewesen…!“ Aber so zitiert sie Schillers Wilhelm Tell als Einstieg: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem „wilden“ Nachbarn nicht gefällt.“
Probleme mit Charme überspielt
Jacqueline Manke hatte das mit viel Charme wunderbar überspielt und versprühte einfach gute Laune. Die kam bei den Grußworten der Weinmajestäten und ganz besonders bei der Verabschiedung des amtierenden Kerwemädchens Ribanna I. durch Kimberly I., das Neuhauser Kerwemädchen, das rührende Worte fand, auch emotional rüber. Auch Ribanna berichtete von der schönen Zeit mit der „Wochenendfamilie“ und den neu geschlossenen Freundschaften. Oft habe man die Nacht hindurch gefeiert, die Kleidung gewechselt und sich von den IG-Mitgliedern am frühen Morgen nach Hause fahren lassen.
Dann war es soweit, Jacqueline Manke rief Michelle I. auf die Bühne; Applaus von den Gästen – und das Lampenfieber von Michelle war wie weggeblasen. Voller Vorfreude war sie, gab sie zu und auch sie möchte – am besten überall – Pfiffligheim, die Gemeinde und den Verein bestens repräsentieren versprach sie. Aber der Kelch in Form eines Handnirschts ging auch an ihr nicht vorüber… die Fischerwääder hatten die Bühne eingenommen.
Markus Berkes schenkte kräftig ein, Vera Meurer, die neue Backfischbraut, reichte das tückische Trinkgefäß weiter, zuerst an den neuen Ortsvorsteher, Jochen Egelhof. „Das müssen wir noch üben“, freilich die lustigen und „flapsigen“ Sprüche kamen vom Bojemääschter, Markus Trapp. Michelle I. absolvierte die Zeremonie mit Bravour.