FREIE MONTESSORI SCHULE: „Jugend forscht“-Teams forschten, experimentierten und recherchierten die drei Monate für ihre Projekte
Eier, Sand und Molke-Plastik
Drei Monate forschten, experimentierten und recherchierten die Kinder zwischen 9 und 11 Jahren für ihre Projekte, Corona-bedingt oft „mit Abstand“. Alle vier Gruppen der Grundschule wurden mit Preisen ausgezeichnet.
Der Forscherdrang der Montessori-Schüler aus Worms ist auch in Corona-Zeiten nicht zu stoppen. Gleich neun Grundschüler der vierten Klassenstufe traten im diesjährigen Wettbewerb von „Jugend forscht - Schüler experimentieren“ mit vier unterschiedlichen Projekten an. Nachhaltigkeit war das Stichwort der selbstgewählten Projekte, passend zum Motto des Wettbewerbs „Lass Zukunft da“. Weil Lauras Familie seit einigen Monaten vom Auto auf das Elektro-Rad umgestiegen ist, stellte sie sich die Frage, wie man Eier bei begrenztem Stauraum sicher und umweltfreundlich verpacken und transportieren kann. Dazu erforschte sie zunächst, wieviel Gewicht Wachteleier im Vergleich zu Hühnereiern aushalten und kam zu überraschenden Ergebnissen. Ihre durchdachte Herangehensweise sowie ihre exakte mathematische Auswertung wurden von der Jury im Regionalwettbewerb Südpfalz mit dem 1. Platz im Fachbereich Physik bedacht. Zusätzlich erhielt sie den Sonderpreis als jüngste teilnehmende Schülerin und darf mit ihrem Projekt beim Landeswettbewerb von Schüler experimentieren antreten.
Fossile Ressourcen schonen und umweltbelastendes Mikroplastik vermeiden – mit diesem Ziel untersuchten Luisa, Nila und Alice die Eigenschaften klassischer und biologisch abbaubarer Kunststofffolien. Außerdem experimentierten die drei Mädchen mit Kunststoff aus Milch. Dabei gelang es ihnen sogar, eine durchsichtige, flexible Folie aus Molke herzustellen. Für ihr Projekt erhielten sie nicht nur eine positive Rückmeldung seitens der Jury, sondern auch den Sonderpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Fachbereich Chemie. Für eine umweltfreundliche Fortbewegung über lange Strecken erforschten Edouard, Emil und Arthur unterschiedliche Antriebsmöglichkeiten für ihre selbstkonstruierte Magnetschwebebahn nach dem Vorbild der „Hyperloop“ von Elon Musk. Hierfür erhielten sie im Regionalwettbewerb in Koblenz den Sonderpreis der Jury im Fachbereich Technik.
Während andere Kinder es lieben, draußen im Sand zu buddeln, untersuchten Noah und Len systematisch den Unterschied zwischen wasserabweisendem (hydrophobem) Sand, der sich unter Wasser formen lässt und kinetischem Sand, der die Eigenschaften von Sand und Knete vereint. Mit ihrer methodisch planvollen Herangehensweise führten sie eine Vielzahl unterschiedlicher Experimente durch und erzielten im Regionalwettbewerb Kaiserslautern den 2. Platz im Fachbereich Physik. Noah erhielt außerdem den Sonderpreis als jüngster teilnehmender Schüler.
Während der Weihnachtsferien tauschten sie sich mittels Videokonferenzen regelmäßig untereinander und mit ihrer Forscherlehrerin Dr. Ariane Leinenweber aus, um ihre schriftlichen Arbeiten zu verfassen. Von ihren Klassenlehrerinnen unterstützt, bereiteten sie sich während des Fernunterrichts in den ersten Wochen des Jahres mit Vorträgen, Videos, Postern und PowerPoint-Präsentationen auf den ersten digitalen Wettbewerb in der Geschichte von Jugend forscht vor. Souverän präsentierten sie schließlich ihre Ergebnisse über das Videokonferenz-System BigBlueButton, stellten sich selbstbewusst den Fragen der Jury und ließen sich auch von technischen Zwischenfällen nicht aus der Fassung bringen. „Es ist natürlich toll, einen Preis zu gewinnen. Aber eigentlich ist das Beste, dass wir überhaupt teilgenommen haben und wie wir als Team zusammengearbeitet haben“, resümiert die neunjährige Luisa stolz.