
Die Schönen Mannheims lassen es am Samstag, dem 7. Oktober, um 20 Uhr im Mozartsaal ordentlich krachen: Mit „Entfaltung“ erschien im Oktober 2016 das lang ersehnte dritte musikalisch-szenische Abenteuer des Frauenpower-Kult-Quartetts.
Dass sie ernst sein können und im nächsten Moment herrlich albern, haben sie in den vergangenen fünf Jahren landauf, landab bewiesen. Eines jedoch ist gewiss: Nie geben sie ihre Figuren der Lächerlichkeit preis, sie entfalten noch im gröbsten Unsinn eine Warmherzigkeit, die unter die Haut geht.
„Entfaltung“ – dieser Titel ist Programm! Vielfalt statt Einfalt! Ecken und Kanten, statt sich aalglatt durchs Leben zu schlängeln! Man muss der Wahrheit und sich selbst ins Gesicht sehen. Denn eines hat sich noch immer bewahrheitet: Wer am Morgen zerknittert aufwacht, hat am Tag die besten Entfaltungsmöglichkeiten.
NK: Wer sind die „Schönen Mannheims“?
Susanne Back: Wie heißt es in einem unserer neuen Songs? „Vier verrückte Hühner mit Klavier“. Und das sind namentlich unsere Pianistin Stefanie Titus und drei Sängerinnen: die Opernsängerin Smaida Platais, und Anna Krämer, die genau wie ich Gesang und Schauspiel studiert hat.
NK: Sie kommen alle vier aus verschiedenen musikalischen Projekten. Wie haben sich Ihre Wege gekreuzt?
Stefanie Titus: Wir kennen uns teilweise schon über 20 Jahre. Wir haben bereits in diversen Konstellationen miteinander auf der Bühne gestanden, aber nie in dieser Vierer-Kombination. Unsere Freundschaft, gegenseitiger Respekt und die Liebe zum gleichen Humor ließ in uns den Wunsch nach einem eigenen Programm, unabhängig von jedem Regisseur bzw. Theater reifen. Ursprünglich sollten „Die Schönen Mannheims“ nur ein kleines Projekt werden, frei nach dem Motto: Ob wir uns jetzt zum Kaffeetrinken oder zum kreativen Arbeiten treffen, ist doch egal. Dass aus den anfänglich gerade mal vier bis fünf geplanten Konzerten heute, nach sechs Jahren, über 300 geworden sind, dass wir damit sogar in Südafrika gastieren würden, hätte zu diesem Zeitpunkt keiner gedacht.
NK: Mit „Entfaltung“ ist bereits Ihr drittes musikalisch-szenisches Abenteuer erschienen. Wie und wo finden Sie Ihre Themen?
Susanne Back: Im tagtäglichen Leben. Jede von uns hat schon einmal etwas erlebt, das man so – oder natürlich überspitzt – in eines unserer Programme verwurschtelt hat. Meine Freunde sagen schon: „Jetzt rattert es wieder in Deinem Gehirn ... nicht, dass ich noch im nächsten Programm auftauche!“ Aber dadurch erkennen die Leute viele Alltagssituationen wieder. Und dabei geht es keineswegs nur um Frauen!
NK: Ihr Repertoire ist sehr vielfältig, wie würden Sie Ihre Programme selbst einordnen?
Anna Krämer: Das ist gar nicht so leicht ... Kürzlich war ein Pressebericht über uns tituliert mit „Zu eigensinnig für die Schublade“. Das trifft es genau! Auch wenn man uns gerne einordnen würde in Kabarett, Musikrevue oder Comedy – wir sind gleichzeitig überall und nirgendwo und folgen keinem vorgegebenen Muster. Aber genau das macht uns aus: die Vielfalt. Von urkomisch bis ernst, von Rap bis Oper. Wir sind eigen – aber sinnig!
NK: Nach welchen Kriterien stellen Sie Ihr Programm zusammen?
Erarbeiten Sie alles gemeinsam oder werden auch Nummern von einer „Schönen“ erarbeitet?
Smaida Platais: Das ist definitiv Gemeinschaftsarbeit. Zwar kristallisierte sich mit der Zeit heraus, wer was besonders gut kann. Erste Impulse zu neuen Liedern oder Texten kommen meist von Anna. Susanne kommt schnell zum Schreibprozess hinzu und bringt weitere Ideen ein. Dann erarbeitet Stefanie mit allen zusammen die Klavierarrangements. Ich habe ein gutes Ohr für die gesanglichen Arrangements, für Harmonien und Stimmverteilung. Durch diese ideale Verteilung unserer Talente arbeiten wir sehr effektiv zusammen – unabhängig von jedem Regisseur.
NK: Wieviel Zeit vergeht von der Idee bis zur fertigen Nummer bzw. zum fertigen Bühnenprogramm?
Puh (alle stöhnen auf) ...
Anna Krämer: An „Entfaltung“ haben wir fast ein ganzes Jahr geschrieben. Manchmal glauben wir es selbst kaum, denn im Fluss einer Vorstellung erscheint einem alles so simpel und klar. Der Zuschauer soll ja nicht sehen, wieviel Arbeit hinter einem solchen Abend steckt, aber teilweise haben wir wochenlang an einer einzigen Strophe, an einer Phrasierung, oder an einer bestimmten Moderation gebastelt. Oder Szenen, die schon fertig waren, am Ende doch rausgeworfen, weil man merkt, es ist nicht stimmig.
NK: Wie würden Sie Ihre Protagonistinnen einordnen? Gibt es für Sie den weiblichen Prototyp?
Smaida Platais: Ich denke, jeder für sich ist sein eigener Prototyp. Es geht eher darum, die vielen individuellen Besonderheiten eines Menschen (und wir sind nunmal Frauen) in Szene zu setzen und liebevoll zu betrachten.
NK: Was dürfen die Wormser im Oktober erwarten und was hoffen Sie, nimmt Ihr Publikum für sich mit nach Hause?
Stefanie Titus: Gute Laune, Männer, die ihre Frauen besser verstehen, Lachmuskeltraining ... aber auch nachdenkliche Momente. Und möglicherweise hat sich hinterher der ein oder andere Blickwinkel geändert!
NK: Zu Worms haben Sie, Frau Back, eine besondere Beziehung – Ich habe gelesen, dass Ihnen der hiesige Tierschutz eine Herzensangelegenheit ist.
Susanne Back: Oh ja. Ich engagiere mich seit Langem aktiv im Tierschutz, hatte bis vor zwei Jahren aber noch nie ein Tierheim betreten – aus Angst, hinterher nicht mehr schlafen zu können bei so vielen Schicksalen. Dann wollte ich nur eben eine kleine Sachspende im Wormser Tierheim abgeben. Tja, und seit dieser Zeit helfe ich sonntags, sofern wir keine Vorstellung haben, ehrenamtlich bei den Katzen mit. Irgendwann kam mir die Idee, zu unserer Vorstellung ins Wormser eine Spendendose des Tierheims mitzunehmen. Dort wird so tolle Arbeit geleistet, und Unterstützung wird immer gebraucht. Und wenn die Leute bei unserer Show einen schönen und lustigen Abend haben, hoffe ich mal, dass der ein oder andere Euro in die Dose fallen wird!
Das Interview führte Vera Beiersdörfer
Kartenvorverkauf
Tickets gibt es im Vorverkauf u.a. beim Nibelungen Kurier, Prinz-Carl-Anlage 20, 67547 Worms, sowie bei allen bekannten Ticket Regional-Vorverkaufsstellen.
Mitmachen und gewinnen
Wer dabei sein möchte, sollte schleunigst zu einer Postkarte greifen und diese versehen mit dem Stichwort „Schöne Mannheims“ bis zum 2. Oktober 2017, an den Nibelungen Kurier, Prinz-Carl-Anlage 20, 67547 Worms, senden. Bitte Telefonnummer angeben, da die Gewinner angerufen werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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