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  • Mi., 17. November 2021, 10:45 Uhr
    IG Pfrimm: Informationsveranstaltung zu geplanten Renaturierungsmaßnahmen / Nicht heimische Baumarten sollen entfernt werden

    Eigendynamik der Pfrimm anregen

    Die „Teststrecke“ unterhalb der Fußgängerbrücke in der Pfrimmanlage.


    Die IG Pfrimm hatte unlängst zum Thema „Renaturierung“ eingeladen. Immer wieder wurden Mitglieder der IG angesprochen, was die Erdarbeiten an einigen Stellen der Pfrimm ab der Binger Straße Richtung Neuhausen zu bedeuten haben.

    Eleonore Bittner, die Vorsitzende der IG konnte fast 40 Interessierte Bürger und Mitglieder der Interessengemeinschaft begrüßen. „Zunehmende Starkregenereignisse und andere Zeichen des Klimawandels machen die Menschen sensibler für das Thema Wasser“, so Bittner.

    Hochwasserschutz sei von Anbeginn seiner Amtszeit ein wichtiges Thema gewesen, stellte der Hochheimer Ortsvorsteher Timo Horst heraus. Dieter Rauh, der Abteilungsleiter der Stadtverwaltung von der Abteilung 6.7 Grünflächen und Gewässer und sein Stellvertreter Erich Kulling erläuterten die geplanten Maßnahmen der Renaturierung und standen den Anwesenden Rede und Antwort.

    Die im Jahr 2003 in Kraft getretene EU-Wasserrichtlinie gibt vor, dass bis 2027 alle Fließgewässer einen guten ökologischen Zustand erreicht haben müssen. An der Pfrimm wurden bereits einige Maßnahmen durchgeführt. So wurden seit den 1990er Jahren sechs Fischtreppen gebaut, Diese sollen die Durchgängigkeit für Fische und andere Gewässerorganismen sicherstellen. Auch im Bereich Holzhof sowie der Strecke zwischen B 9 und der Mündung in den Rhein wurden schon Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt.

    Aktuelle Entwurfsplanung
    2023 und 2024 soll die Entsiegelung der Pfrimm zwischen der Binger Straße in Hochheim und der B 9 auf einer Länge von 2,5 Kilometern erfolgen. Die Stadtverwaltung erstellt aktuell die Entwurfsplanung für das Projekt, das im Rahmen der ‚Aktion Blau‘ mit 90 Prozent durch das Land gefördert wird. In diesem Zusammenhang wurde im Bereich der Pfrimmanlage östlich der Fußgängerbrücke, die Hochheim und Neuhausen verbindet ,eine Teststrecke angelegt, die einen Eindruck davon vermittelt, wie das renaturierte Gewässer aussehen wird.

    Durch das Entfernen des Pflasters aus der Gewässersohle und das Abflachen der Ufer wird die Eigendynamik der Pfrimm angeregt. Was zunächst unmittelbar nach den Baggerarbeiten wie eine Wunde aussieht, führt rasch zu einer größeren ökologischen Vielfalt im und am Gewässer. Mit den Renaturierungsmaßnahmen werden lediglich Prozesse in Gang gesetzt, alles Weitere macht die Pfrimm selbst. Das gilt auch für den Uferbewuchs. Hier setzt man von Seiten der Stadt im Wesentlichen auf die sogenannte Naturverjüngung bei Bäumen und Sträucher. Brombeeren, die Überhand nehmen, müssen reduziert werden. Ebenso nicht heimische Baumarten wie Robinie und Götterbaum. Wie die Fachleute von der Abteilung Grünflächen und Gewässer festgestellt haben, sind die Pflastersteine, die aus dem Bachbett herausgenommen wurden, noch so gut erhalten, dass man sie zum Mauerbau im aktuellen Sanierungsabschnitt in den Ringanlagen am Willy-Brandt-Ring verwenden kann.

    Positiv empfundene Umgestaltung
    Der Abschluss der kleinen Exkursion fand in Neuhausen statt, wo an der Pfrimmanlage eine von allen Teilnehmern als positiv empfundene Umgestaltung stattgefunden hat. Landschaftsarchitekt Stiegele erklärte welche Ideen am ‚Erlebnisbereich Pfrimm‘ umgesetzt wurden. So befinden sich jetzt am Pfrimmufer Sandsteinquader die als Sitzmöglichkeiten dienen. Diese sind über eine Treppe erreichbar. Der Bach kann so hautnah erlebt werden – eine wichtige Erfahrung, gerade für Kinder. Durch den neu angelegten Weg ist es auch Rollstuhlfahrer möglich, an das Ufer der Pfrimm zu gelangen.

    „Den Menschen wieder die Natur nahe bringen, den Fluss zu fühlen und zu hören, das sollte neben der Hochwasserschutzmaßnahme mit der Renaturierung erreicht werden“, so Kulling zum Abschluss.

     

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