Mo., 02. Dezember 2013, 15:12 Uhr
Landesinitiative wurde im Ratssaal vorgestellt
Eigene Ideen verwirklichen
„Ich bin dabei“ lautet der Titel einer Initiative des Landes - und der Titel ist Programm: In einer Projekte-Werkstatt sollen Rentner, Pensionäre und Menschen im Vorruhestand die Gelegenheit erhalten, eigene Projekt-Ideen umzusetzen.
Worms ist zusammen mit fünf weiteren Kommunen Pilotstadt der Initiative. „Wir als Stadt wollen das Projekt aktiv unterstützen und sind deshalb sehr dankbar, dass die Staatskanzlei diesbezüglich auf uns zugekommen ist“, betonte Oberbürgermeister Michael Kissel bei der Präsentation der Initiative im Wormser Rathaus. Der steigende Anteil älterer Menschen bringe Chancen mit sich. Dabei verwies der OB auf die hohen Kompetenzen von Senioren und auf die oftmals noch große Vitalität. „Ein gemeinsames Anliegen von Seniorenbeirat und Politik ist es, die Kraft und das Potenzial, das in älteren Menschen steckt, zu nutzen“, machte der Stadtchef deutlich. Gleichzeitig erinnerte er an eine große Besonderheit der deutschen Gesellschaft: das Vereinsleben auf Ehrenamtsbasis.
Kompetentes Team zur Umsetzung in der Nibelungenstadt
Für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts in Worms steht ein kompetentes Team bereit: Elisabeth Gransche, städtische Migrationsbeauftragte und Vertreterin der Verwaltung, Christina Heimlich, Vorsitzende des Wormser Sozial- und Bürgernetzwerks, Ernst-Josef Bonnkirch, ehemaliger Lehrer, und Klaus Steinborn, ehemaliger Wohnungsbau-Architekt, moderieren das Projekt. Sie stehen den Senioren als Ansprechpartner und Berater zur Seite. Ziel der Initiative ist es, Senioren zu gewinnen, die sich in ihrer Kommune bürgerschaftlich engagieren möchten.
Die Initiative verfolgt zwei Aufgabenstellungen: Die Strategie-Werkstatt, begleitet von Elisabeth Gransche und Christina Heimlich, bildet den professionell begleiteten Entwicklungsprozess unter der Fragestellung „Wie kann die Kommune ehrenamtliches Engagement fördern“. Zweiter Projektbestandteil ist die Projekte-Werkstatt mit Ernst-Josef Bonnkirch und Klaus Steinborn. Dieser Bestandteil soll die Findung von Teilnehmern sowie die selbstständige Entwicklung von Projekten beinhalten.
Teilnehmer-Ideen stehen im Vordergrund
„Die Ideen der Teilnehmer stehen bei dieser Initiative klar im Vordergrund“, warb Bernhard Nacke, Beauftragter der Ministerpräsidentin für ehrenamtliches Engagement, für die Teilnahme an dem Projekt. Eine Erhebung aus dem Jahre 2009 habe gezeigt, dass 23 Prozent, also fast ein Viertel, der Senioren Interesse daran hätten, sich ehrenamtlich zu engagieren. „Viele haben jedoch noch nicht den richtigen Weg dorthin gefunden“, weiß Nacke. Wer sich für bereits bestehende Angebote nicht begeistern kann oder schon immer ein eigenes Projekt auf die Beine stellen wollte, hat nun die Gelegenheit dazu. „In der Projekt-Werkstatt können die Teilnehmer selbst bestimmen, was sie machen wollen“, betonte Nacke. Ein Jahr lang werden sie vom Moderationsteam dabei begleitet. Alle vier Wochen soll es ein gemeinsames Treffen mit den Moderatoren geben, bei dem Erfahrungen ausgetauscht und Ratschläge eingeholt werden können. „Wir geben den Teilnehmern aber auch Tipps, wie ihr Projekt über das Jahr hinaus fortbestehen kann“, versprach Gransche.
Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt
Möglichkeiten für Projekte gibt es reichlich, wie anhand von Beispielen Nackes deutlich wurde. Sei es eine Spielplatzpatenschaft, ein Wanderclub, eine handwerkliche Gruppe oder auch Familienhilfe, der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt. „Wir Moderatoren können Koordinator, Berater und Begleiter sein und wir können viel zusammen gestalten“, zeigte sich Christina Heimlich hoch motiviert.
Dabei solle jedoch keine Konkurrenz zu bestehenden Angeboten geschaffen werden, machte Bonnkirch deutlich.
„Die Lebensqualität unserer Stadt ist wesentlich mitgeprägt durch das Engagement der Bürger, deshalb freue ich mich über neue Ideen“, so der OB.
Interessierte können sich mit dem Moderationsteam in Verbindung setzen. Ansprechpartner sind Ernst-Josef Bonnkirch, Telefon (06247) 7805, E-Mail bonnkirch@web.de und Klaus Steinborn, Telefon (06241) 9773012, E-Mail steinborn50@kabelmail.de.