Modellprojekt „Regen Sicher Worms“ geht mit Infoveranstaltung am 2. Dezember um 11 Uhr im „WORMSER“ an den Start / Eintritt frei
Eigenvorsorge für Starkregen treffen
Ausschnitt (Horchheim) aus der Starkregenkarte. Der in der Simulation überflutete Bereich unterhalb des Parkplatzes wurde durch die Herstellung von Flutmulden mittlerweile entschärft. Foto: BGS Wasser
Die Stadt Worms nimmt zusammen mit zwei weiteren Kommunen, den Städten Lübeck und Bad Liebenwerda/Elsterwerda, an dem Modellprojekt „Regen Sicher“ des Umweltbundesamts teil. Ziel des Projektes ist es, Bürgerinnen und Bürger zu informieren und dazu zu motivieren, sich vorsorgend gegen Starkregenereignisse zu schützen. Durch eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Starkregen sollen betroffene Bürger, Anwohner, Interessengruppen und andere lokale Akteure zur Eigenvorsorge und Eigeninitiative motiviert werden. Von der Erarbeitung von Starkregenkarten bis zur Initiierung lokaler Aktionsgruppen ist das Projekt offen für unterschiedlichste Maßnahmen.
Zum Auftakt des dreieinhalbjährigen Projektes fanden sich im Juni 2017 Experten verschiedener Institutionen in Worms zu einem Workshop zusammen. Gemeinsam mit den begleitenden Fachbüros ecolo – Agentur für Ökologie und Kommunikation und e-fect dialog evaluation consulting eG entwickelte die Stadt Worms unter dem Motto „Regen Sicher Worms“ unter Beteiligung der Wormser Bürger verschiedene interaktive Informations- und Beratungsangebote zur Starkregenvorsorge.
Infoveranstaltung für Bürger In einer öffentlichen Informationsveranstaltung am kommenden Samstag, dem 2. Dezember, im „WORMSER“ präsentiert die Stadt Worms die sogenannten Starkregenkarten. Mit diesen Karten wird dargestellt, welchen Weg der Niederschlagsabfluss im Falle eines Starkregenereignisses nimmt, insbesondere wenn die Kanalisation überlastet ist. Im Anschluss bieten verschiedene Aussteller gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Entsorgungs- und Baubetrieb kostenfreie Beratungen an, wie Häuser und Grundstücke vor Starkregen geschützt werden können, beispielsweise durch den Einbau von Rückstauklappen oder die Abdichtung von Lichtschächten und Kellerfenstern. Die Präsentation der Karten wird im Laufe des Tages mehrmals wiederholt. Möglichkeiten zur Eigenvorsorge werden in einer eigens für die Stadt Worms von der Agentur ecolo - Agentur für Ökologie und Kommunikation erarbeiteten Broschüre „Haus und Grund vor Starkregen schützen“ zusammengestellt, die den Besuchern zu diesem Anlass kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Die Veranstaltung beginnt um 11 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Was sind Starkregen? Von seltenen Starkregen spricht man bei kurzen Regenereignissen, die seltener als alle fünf Jahre auftreten, wie z.B. bei einem sehr starken Gewitter. Für die Erstellung der Wormser Starkregenkarten erfolgten Berechnungen mit einem Regen, der 42 Liter pro Quadratmeter in nur 45 Minuten liefert. Dies ist gemäß Deutschem Wetterdienst ein Ereignis, das statistisch nur alle 50 Jahre eintritt. Zur Einordnung sei erwähnt, dass der angesetzte Regen in etwa dem gesamten Niederschlag eines Monats entspricht. Im Rahmen der Bearbeitung des Pilotprojekts wurde ein neues Simulationsmodell entwickelt, das die Regenabflüsse auf der Oberfläche sowie in der Kanalisation und das Zusammenwirken beider Strömungen berechnen kann. Das Modell wurde von der BGS IT&E GmbH in Kooperation mit dem Institut für numerische Mathematik in Frankreich (INRIA) und der Universität William & Mary in Virginia, USA entwickelt, stellt den aktuellen Forschungsstand dar und ist das innovativste zur Zeit verfügbare Modellsystem für die vorliegende Aufgabenstellung. Bearbeiter, Vortragende und Aussteller sind Dr.-Ing. Aron Roland, BGS IT&E GmbH und Dipl.-Ing. Ralf Rausch, BGS Wasser GmbH.