PFRIMMTAL REALSCHULE PLUS UND GRUNDSCHULE: Außenanlagenerneuerung, Neubau und Erweiterung für über 20 Millionen Euro
„Ein absolutes Vorzeigeprojekt in der Region“
Auf rund 35.000 Quadratmetern Fläche entsteht in den kommenden Jahren die moderne Pfrimmtal Realschule Plus mit Erweiterung der Grundschule und neuer Sportanlage. Foto: Steffen Heumann
VON STEFFEN HEUMANN | Eigentlich wollte Karsten Bohmann vom Gebäudebewirtschaftungsbetrieb der Stadt Worms im Stadtrat nur erläutern, warum im Rahmen der Außenanlagenerneuerung für den Neubau der Pfrimmtal Realschule Plus 4.012.500 Euro notwendig sind. „Weil wir die Umgebung anfassen müssen, da Havarie-Schäden der Leitungen ein Umplanen erforderlich machen“, so die Erklärung des Architekten. Am Ende konnten die Zuhörer gewiss sein, dass auf dem rund 35.000 Quadratmeter großen Areal mit der Erweiterung der Grundschule und der Umgestaltung von Schulhof, Sportplatz, Laufbahn und Parkplatz ein moderner Lernkomplex entsteht, aus dem man, wie Baudezernent Uwe Franz „bei den Planungen das Optimum herausgeholt hat“. Nicht von ungefähr spricht Franz von einem absoluten Vorzeigeprojekt, das in der Region beispielhaft sei.
Vier Bauabschnitte
Dass im Stadtrat per Eilentscheidung die Zustimmung des Gremiums eingefordert wurde, liegt am engen Zeitfenster. Damit der Masterplan finanziell aufgeht und das Projekt mit 90 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst wird, ist der Start des Vorhabens im Oktober bindend. Durch den Neubau der Pfrimmtal RS Plus, einem neuen Technikgebäude und der Erneuerung der technischen Infrastruktur ist das Außengelände zu überplanen und neu zu gestalten, was in vier Bauabschnitte unterteilt wird.
1. Bauabschnitt (Januar 2022 – Oktober 2022) mit der Erneuerung Außengelände Neubau Pfrimmtal RS Plus für 457.000 Euro, dann die Erneuerung Parkplatz für die Pfrimmtal RS Plus in Höhe von 242.000 Euro sowie die Restleistungen für den Neubau und Parkraum für 158.000 Euro. Im 2. Bauabschnitt (September 2022 – Januar 2023)folgt die Erneuerung Schulhof Süd für 537.000 Euro. 3. Bauabschnitt (Februar 2023 – September 2023) sieht die Erneuerung des Sportplatz für 833.000 Euro und der Laufbahnen für 715.000 Euro vor. Bauabschnitt (ab Januar 2024 – noch nicht näher definiert) inkludiert Restleistungen nach der Erweiterung der Grundschule für 1.070.000 Euro, so dass für die Gesamtkosten der Außenanlagenerneuerung 4.012.500 veranschlagt werden.
Reine Schulsportanlage
Im Zuge der Neubauplanungen, die mit den beiden Schulleitungen abgestimmt worden seien, und der Leitungserneuerungen wurden die Leistungsphasen Vorplanung bis Entwurf für die Außenanlagenerneuerung beauftragt. Seit 2017 befinde sich das Vorhaben in den Gremien, fügte Dezernent Uwe Franz an. Vom ursprünglichen Vorhaben, die Schule während der Bauphase auszulagern, sei man nach erneuten Gesprächen im Januar 2019 abgekommen. Auf Nachfrage von Mathias Englert (FWG/Bürgerforum), warum rund um den Sportplatz keine 400-Meter-Bahn geplant wurde, verwies der Dezernent darauf, dass dies nicht vorgeschrieben sei. Auf die Kritik von Ludger Sauerborn (AfD), dass die Planungen nicht im Fachausschuss für den Sport diskutiert worden sei, merkte Franz an, dass das nicht notwendig sei, da es sich um eine reine Schulsportanlage handele. Gleichwohl ergänzte Franz, dass der Sportplatz neben dem Schulsport auch von Vereinen, etwa dem SV Leiselheim, genutzt werden könne.
Die Planungen der Außenanlagen für die Liegenschaft Diesterwegschule wurden am Mittwoch im Stadtrat vorgestellt. Dem Masterplan ist zu entnehmen, wie das Gelände nach Abschluss der Arbeiten aussehen soll. Grafik: Stadt Worms
Verkehr minimieren
Des Weiteren monierte Ludger Sauerborn die hohen Kosten für Parkplätze. Wie Karsten Bohmann vom GBB ausführte, müsse das Versickern des Oberflächenwassers in ein eigenes System erfolgen und der Bestand an vorhandenen Parkplätzen, die sich aktuell noch im öffentlichen Raum befänden, umgewidmet werden. Der Neubau erscheine logisch, auch dass sich die Flächenversiegelung reduzieren lasse, sei ein Pluspunkt in den Planungen, so Richard Grünewald (Bündnis90/Die Grünen). Allerdings befürchte er auf dem Gelände eine „Drive-In-Arena“, weil Eltern ihre Kinder gerne bis vor deren Schulgebäude fahren. Auch Timo Horst (SPD) gab zu Bedenken, dass neben der Entstehung eines weiteren Baugebietes mit einer großen Kindertagesstätte in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Schulen durch den Kreisverkehr in der Nievergoltstraße eine völlig neue Situation entstehe. Ziel sei es, den Verkehr zu minimieren, betonte Karsten Bohmann. Obwohl es ab der Bushaltestelle auch einen Zuwege zur Grundschule gäbe, sei das natürlich ein Lernprozess, der sich einspielen müsse, setzt der Architekt auch auf den Dialog zwischen Schule und Eltern. Weitere Details, ob die Fahrradstellplätze überdacht sind oder die Dächer der Gebäude mit Solaranlagen versehen sind, sollen in Bälde geklärt werden. Ein AfD-Antrag auf Vertagung der Abstimmung wurde mehrheitlich abgelehnt. Den vorgestellten Planungen wurde mit großer Mehrheit bei 7 Enthaltungen zugestimmt.