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Mo., 01. Mai 2023, 10:21 Uhr
Handball Verbandsliga Rheinhessen Männer: TG Osthofen dreht dramatisches Derby gegen völlig ausgepumpten Favoriten HSG Worms 2 in den Schlussminuten zu einem 31:29-Sieg
Ein Derbysieger wider Erwarten
Im spannenden Lokalderby der Handball-Verbandsliga wurde selbst noch im Bodenkampf wie zwischen Felix Landgraf (TG Osthofen 2) unten am Boden und Carsten Bleser (HSG Worms 2) quer in der Luft intensiv um jeden Ball gerungen. Foto: Felix Diehl
Von Jürgen Jaap › „Derbysieger, Derbysieger, hey, hey, hey!“ Dass dieser Schlachtruf nach der Handball-Partie der Verbandsliga Rheinhessen der Männer zwischen der TG Osthofen 2 und der HSG Worms 2 durch die Wonnegauhalle Osthofen schallen würde, war zu erwarten. Dass ihn aber die im Kreis tanzende Mannschaft der TGO anstimmen würde, war eher nicht zu erwarten. Wieder einmal unterstrich das intensive, emotional geführte und bis in die letzten Sekunden spannende Spiel, dass Lokalderbys eben in der Tat ihre eigenen Gesetze haben. Nicht ein lange wie der sichere Sieger aussehende sportliche Favorit und Meisterschafts-Kandidat HSG Worms 2 jubelte am Ende, sondern die Truppe von TGO-Coach Wolfgang Schneider. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff lagen die Gastgeber noch fünf Tore im Hintertreffen, glaubten jedoch weiter an sich, kämpften unverdrossen und verließen die Platte schließlich als 31:29-Sieger.
Zum Ende hin jeder TGO-Wurf ein Treffer
„Ich habe selbst nicht mehr dran geglaubt“, räumte Wolfgang Schneider offenherzig ein, um allerdings sogleich anzufügen: „Dieser unbedingte Siegeswille zeichnet meine Mannschaft in den letzten Wochen aus.“ Dass es den Handballern aus dem Wonnegau in einem furiosen Schlussspurt noch gelang, die spielstarken Wormser aus dem Sattel zu heben, schrieb Wolfgang Schneider aber nicht zuletzt auch dem Schlachtenglück zu: „In den letzten zehn Minuten war jeder Wurf ein Treffer, das war schon ein wenig glücklich für uns.“
Flotte Spielzüge, schnelle Abschlüsse, keine Anlaufzeit
Anlaufzeit brauchte das rasante Derby übrigens keine. Von Anpfiff weg ging’s vor einer begeistert mitgehenden Kulisse von gut 250 Anhängern beider Lager hin und her. Die Angriffsreihen suchten den schnellen Abschluss. Worms brachte seinen wieselflinken Rechtsaußen Jonas Beyer immer wieder in eine gute Wurf-Position, während Osthofen das Spiel über den Kreis forcierte. „Wir wussten genau, dass es ein ganz enges Spiel werden würde“, war Felix Schremser, der junge Trainer der Wormser Drachen, nicht etwa von der starken Gegenwehr des Tabellensiebten überrascht. Dennoch drückte der routinierte Mittelblock der Gäste mit Bernd Ströning und Manuel Hoffmann der Partie nach ausgeglichener ersten Viertelstunde immer mehr den Stempel auf. Worms nutzte die Ballgewinne ihrer stabilen Abwehr zu Tempo-Gegenstößen und einer den Spielverlauf gut widerspiegelnden 17:14-Führung zur Pause.
HSG-Startsieben am Ende völlig platt
Und weil nach dem Wechsel auch noch Steffen Hartmann mit sieben Treffern in Durchgang zwei im linken Rückraum der HSG brillierte, schien das Derby beim 26:21-Zwischenstand zehn Minuten vor dem Ende entschieden. „In der Schlussphase fehlte uns einfach die Kraft“, stellte Felix Schremser nüchtern fest, dass es seiner personell in den letzten Wochen arg gebeutelten Truppe an Kondition mangelte. Der 50 Minuten stark auftrumpfenden HSG-Startsieben ging zusehends der Sprit aus. Osthofen hielt das Tempo hoch, traf aus jeder Position vorwiegend über die beiden Rückraum-Shooter Carsten Landgraf (5) und Felix Landgraf (7) und durfte letztlich einen eher überraschenden Derbysieg bejubeln. Trotz des verpassten Bigpoints im Kampf um die Meisterschaft und den Aufstieg blieb HSG-Coach Felix Schremser optimistisch: „Wir haben in den drei restlichen Spielen noch alles in eigener Hand und wollen uns für eine starke Saison belohnen.“