Tennis – Damen 30 Südwest-Liga: Regionalliga-Aufsteiger TC Bürgerweide Worms bezwingt TCB 2000 Darmstadt zum Auftakt der Sommerrunde 2022 in spannendem Match mit 5:4
Ein Einstand nach Maß
Miriam Lüdemann, Nummer vier der Damen 30 des TC Bürgerweide Worms, dominierte sowohl im Einzel gegen Simone Müller als auch im Doppel zwei an der Seite von Eva Meffert im Heimspiel der Wormserinnen gegen TCB 2000 Darmstadt deutlich. Foto: Marcus Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Die Medenspiele, so heißen die Mannschafts-Saisonspiele im Tennis der Jugend und Erwachsenen in Deutschland, sind alljährlich die Sommer-Highlights der Tennisclubs. 2022 haben die Medenspiele eine besondere Bedeutung, finden sie doch nach den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie erstmals seit 2019 wieder komplett und mit voll besetzten Spielklassen statt. Endlich geht es wieder um den Aufstieg oder den Klassenerhalt. Der NK lässt die gelben oder grünen Filzkugeln in seiner Serie „Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland“ über die Tennisnetze der Region fliegen. Werfen wir dazu einen Blick in die Südwest-Liga der Damen 30. TC Bürgerweide Worms sicherte sich letzten Sommer die Oberliga-Meisterschaft und stieg auf. Gegen TCB 2000 Darmstadt stand nun das allenthalben mit großer Vorfreude und Spannung erwartete erste Regionalliga-Match auf dem Programm.
Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland
Der Dress ist neu. Die Spielklasse ist neu. Die Gegner sind neu. Was nicht neu ist bei den Damen 30 des TC Bürgerweide Worms, sind die sechs Protagonistinnen auf dem Tennis-Court nebst der einen, nämlich Katrin Bäcker, die da Krücken ob einer Kreuzband-Verletzung statt eines Tennis-Schlägers in den Händen hält. Die Meistermannschaft der Oberliga aus dem letzten Jahr schlägt erstmals in neuer Spielklasse gegen den TCB Darmstadt auf. Großer Sport und große Emotionen sind zu erwarten. Etliche Zuschauer hat die Regionalliga-Partie an die Tennisplätze der Pfrimmpark Arena in Pfiffligheim gelockt. Keiner wird enttäuscht. Klasse Tennissport und reichlich Emotionen gibt’s zum Nulltarif.
Nina Stepp mit perfektem Comeback nach Achillessehnenriss
Nina Stepp, die Mannschafts-Weltmeisterin und Power-Frau des TCB, hat diesbezüglich einiges zu bieten. „Ich stelle mich mal hin und schau dann, was geht“, sagt die Topspielerin der Wormserinnen. Zunächst will der Aufschlag im Match gegen die Darmstädterin Stephanie Bastian nicht so richtig. Wie auch, keine neun Monate nach einem Riss der Achillessehne. Sich abdrücken, hochschrauben und den Tennisball am höchsten Punkt treffen – mit dieser Vorgeschichte kein einfaches Ding für Nina Stepp. Doch weil die Returns sitzen, weil der Vorhand-Drive sitzt, weil der Rückhand-Slice sofort wieder wie an der Schnur gezogen um wenige Zentimeter über die Netzkante zischt, nimmt die Partie nach vier Breaks zu Beginn Fahrt auf. Der knallharte Aufschlag, ein Markenzeichen der Wormserin, greift immer besser. Die Folge: zehn Spielgewinne am Stück zum 6:2, 6:0. Ein Aufschrei der Erleichterung und Momente des Innehaltens zeigen an, was Sascha Kaiser, der TCB-Vorsitzende, in Worte packt: „Nina ist zurück, ganz so, wie Nina eben ist, nämlich stets mit ganzem Herzen beim Tennis.“
Eva Meffert und Miriam Lüdemann mit klaren Zwei-Satz-Siegen
Klar, der Sieg von Nina Stepp bedeutet „nur“ einen Zähler von fünfen, die Worms zum Mannschaftserfolg benötigt. Doch der TCB hat in Eva Meffert und Miriam Lüdemann zwei Tennisspielerinnen im Team, die am Sonntagmorgen ihre Schläge und klasse Technik gekonnt auf die roten Sandplätze bringen. Eva Meffert lässt Dr. Caroline Hall auf Position zwei kaum eine Chance. Immer wieder schlägt die präzise beidhändige Rückhand ein und die knallharten Returns landen dicht vor den Füßen von Caroline Hall. 6:1, 6:1 nach kaum einer Stunde, Respekt. Nicht minder souverän und mit exakt dem gleichen Resultat hält Miriam Lüdemann die Darmstädterin Simone Müller in Schach. Lüdemann lässt Müller laufen und punktet fast nach Belieben mit unerreichbaren Stoppbällen. An den vorderen Positionen hat Bürgerweide Worms deutlich das Sagen.
Darmstadt zieht drei Einzel an Land
Auf Position drei, fünf und sechs indes sind die Damen aus Hessen von der Leistungsklasse her klar favorisiert. Und diese Favoritenrolle nutzen Ingrid Siegrist gegen Christina Chrissostomou, Katharina Schütze gegen Sandra Mast, sowie Petra Nesnidalova gegen Kira Lang zu drei Einzelsiegen in jeweils zwei Sätzen. Gegen das sichere Grundlinienspiel der Darmstädterinnen ist für Chrissostomou, Mast und Lang kein Kraut gewachsen. Die Partie geht mit einem 3:3 nach den Einzeln in die drei entscheidenden Doppel.
TCB schnappt sich zwei Doppel und siegt 5:4
Spannung pur also im ersten Regionalliga-Match der TCB-Damen. Wer würde sich wohl durchsetzen können? Das Power-Tennis der Gastgeberinnen oder das grundsolide Grundlinienspiel der Gäste aus Hessen? Da im Doppel eher die Gewinnschläge entscheidend sind, hatte Bürgerweide die besseren Karten. Und die spielten die beiden TCB-Duos Stepp / Chrissostomou und Meffert / Lüdemann prima aus. Zwar ging es knapper zu als in den Einzeln, doch am Ende stand jeweils ein Zwei-Satz-Sieg zu Buche. Der TC Bürgerweide Worms hatte sein erstes Spiel in der Südwest-Liga erfolgreich gestaltet, was, wie es Nina Stepp formulierte, „uns dem angestrebten Klassenerhalt ein kleines Stück näher bringt“.
Einzel:
1: Nina Stepp vs. Stephanie Bastian 6:2 | 6:0;
2: Eva Meffert vs. Dr. Caroline Hall 6:1 | 6:1;
3: Christina Chrissostomou vs. Ingrid Siegrist 3:6 | 2:6;
4: Miriam Lüdemann vs. Simone Müller 6:1 | 6:1;
5: Sandra Mast vs. Katharina Schütze 2:6 | 0:6;
6: Kira Lang vs. Petra Nesnidalova 1:6 | 4:6.
Doppel:
1: Stepp / Chrissostomou vs. Bastian / Hall 6:4 | 7:6;
2: Meffert / Lüdemann vs. Siegrist /Schütze 7:6 | 6:3;
3: Mast / Lang vs. Nesnidalova / Veronika Rodenhäuser 0:6 | 4:6.