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Mo., 11. April 2022, 08:43 Uhr
Handball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Frauen: TG Osthofen geht ob kapitaler Flaute im Angriff gegen die Sportfreunde Budenheim mit 9:25 (2:12) unter
Ein Fall für die Geschichtsbücher
Auf dem Boden der Tatsachen gelandet, aber längst noch nicht aus der Oberliga abgestiegen: Linksaußen Nina Reimann und die Handball-Frauen der TG Osthofen hatten im Heimspiel gegen SF Budenheim einen schweren Stand und unterlagen deutlich 9:25. Foto: Marcus Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Tage gibt es, da brichst du dir beim Binden der Schnürsenkel die Finger. Sonntag war mal wieder so ein Tag für die Handballerinnen der TG Osthofen. Im Heimspiel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar der Frauen gegen die Sportfreunde Budenheim ging nichts. Nichts funktionierte. Alles was nur schiefgehen konnte, ging auch schief. „Ich spiele jetzt 35 Jahre Handball. So etwas hab’ ich aber noch nicht erlebt. Ich bin fassungslos.“ Kristina Graf, routiniertes Handball-Urgestein der TG Osthofen, packte das Geschehen in Worte. Gerade hatten die abstiegsbedrohten TGO-Frauen die Oberliga-Partie gegen die Mannschaft aus dem Landkreis Mainz-Bingen sang- und klanglos mit 9:25 (2:12) verloren, blieben bis zum 0:10-Zwischenstand über 25 Minuten ohne einen eigenen Torerfolg. Unerklärlich. Ein Fall für die Geschichtsbücher, denn man muss wohl lange suchen, um Ähnliches in den Archiven des traditionsreichen Handball-Vereins zu finden.
Pleiten, Pech und Pannen ohne Ende
Eine Szene spiegelt dabei das ganze Dilemma wider, in dem die TGO-Handballerinnen an einem verbrauchten Sonntagnachmittag steckten. Torfrau Carmen Stephan will einen Angriff einleiten. Die klebrige Lederkugel rutscht ihr aus der Hand, SF-Angreiferin Sophie Weber greift sich den Ball, Vanessa Maluschke greift ans Trikot von Weber. Die Schiedsrichter greifen zur Pfeife, schicken Maluschke für zwei Minuten auf die Bank. Sophie Weber verwandelt eiskalt den fälligen Siebenmeter zum 9:23 (58.). Pleiten, Pech und Pannen der TGO ohne Ende bis in die letzten Minuten der Partie hinein.
Budenheimer 5:1-Defensive zieht TGO die Zähne
„Das war eine durchweg schlechte Mannschaftsleistung“, redet TGO-Co-Trainerin Constanze Hammer nach dem Abpfiff Klartext. Klar, Mona Schmitt, die beste Spielerin der TG Osthofen, fehlte ihrem Team wegen einer schmerzhaften Schulterverletzung schon arg. „Andere hätten eben einspringen müssen“, fand Constanze Hammer. Fehlanzeige. Osthofen kam von Beginn weg mit der aggressiven 5:1-Defensive der Gäste nicht zurecht. Die Folge: Ballverluste über Ballverluste und somit einfache Gegentore bis hin zum 0:10 nach 25 Minuten. Den hilflos wirkenden Wonnegauerinnen fehlten schlicht und einfach die spielerischen Mittel. Zahlreiche technische Fehler taten ihr Übriges. Der 2:12-Pausenstand repräsentierte durchaus die Kräfteverhältnisse auf dem Platz der Wonnegauhalle.
Oster-Pause kommt für TGO zur rechten Zeit
Immerhin: Die 6:0-Defensive um Abwehrchefin Kristina Graf hielt die 9:25-Niederlage in einigermaßen erträglichen Grenzen. Und auch im Angriff über die linke Seite konnten Lea Wenning und Linksaußen Nina Reimann die kapitale Flaute im TGO-Angriff in der zweiten Hälfte etwas abmindern. Dass es mit der gezeigten Angriffsleistung allerdings schwer wird, in den restlichen acht Spielen der Saison 2021/2022 die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen, ist nicht nur Constanze Hammer bewusst. Wenigstens einen positiven Aspekt zog die junge Trainerin allerdings aus der deutlichen Pleite gegen den Tabellensechsten SF Budenheim: „Wir können uns nun nach den anstrengenden letzten Wochen mit vielen Nachholspielen über Ostern neu sammeln.“ Und genau das müssen die Handball-Frauen der TG Osthofen auch tun.