Oswald Fechner in den Ruhestand versetzt / Leidenschaft galt dem Sozialwesen
Ein ganz Großer scheidet aus dem Dienst aus
Verabschiedung: Oberbürgermeister Michael Kissel verabschiedet Oswald Fechner (re.) in den Ruhestand.
„Ich wäre dankbar, wenn Sie mir die Ausbildung bei Ihnen ermöglichen und verspreche, meine Aufgaben und Pflichten immer gewissenhaft zu erfüllen.“ Mit diesem Schlusssatz in einem handgeschriebenen Bewerbungsanschreiben begann im Jahre 1969 eine beispiellose Bilderbuchkarriere bei der Stadt Worms. Nun, nach 47 Jahren, verabschiedete Oberbürgermeister Michael Kissel einen seiner engsten Partner in der Verwaltung: Oswald Fechner. Als „einschneidendes Ereignis für die Verwaltung“ bezeichnete das Stadtoberhaupt die Versetzung des Leiters des Bereichs 1 – Innere Verwaltung in den Ruhestand, denn Oswald Fechner hat die Entwicklungen im Rathaus in den letzten Jahren maßgeblich geprägt. Als herausragende Veränderung gilt die Verwaltungsreform, die OB Kissel in seiner ersten Amtsperiode 2004 gemeinsam mit Oswald Fechner auf den Weg gebracht hatte. Oswald Fechner leitete damals noch das Sozialamt, wurde allerdings während der Verwaltungsreform zum engsten Partner des Oberbürgermeisters. 2005 übernahm er deshalb die Leitung der Inneren Verwaltung, der zentralen Schnittstelle des Personal- und Organisationsmanagements – das Herz der Verwaltung.
Prägende Zeit im Sozialamt
Viele Jahre hatte seine Leidenschaft jedoch dem Sozialwesen gegolten. Bereits 1976 wurde Oswald Fechner ins Sozialamt versetzt. „Seine Arbeit dort hat er stets mit größtem Engagement erledigt. Dabei hat er immer auch den Menschen gesehen, nicht nur den Verwaltungsakt“, unterstrich der OB in seiner Laudatio. Und auch privat galt Fechners große Leidenschaft dem Sozialwesen. Nach Beendigung seines Zivildienstes beim ASB blieb er der Organisation eng verbunden. Noch heute ist er dort Landesvorsitzender und Mitglied im Bundesvorstand. „Die längste Zeit meiner Laufbahn habe ich im Sozialamt verbracht – von 28 Jahren war ich dort 14 Jahre lang als Sachbearbeiter tätig gewesen und wollte auch eigentlich nie dort weg“, bekannte der scheidende Bereichsleiter. Er habe eine tolle, prägende Zeit dort erlebt und könnte Bücher füllen mit all den Begebenheiten. Dazu gehört auch seine „Klemmbrett-Phobie“, die er bis heute nicht losgeworden sei, wie er schmunzelnd berichtete. Mit OB Kissel verbindet ihn nicht nur die enge Zusammenarbeit während der Verwaltungsreform. Bereits in jüngeren Jahren engagierten sich die beiden gemeinsam im Personalrat. „Dort haben wir gelernt, Verantwortung zu übernehmen“, so Fechner.
Zentraler Ansprechpartner
Als Leiter der Inneren Verwaltung sei Oswald Fechner zentraler Ansprechpartner für Mitarbeiter, Personalrat und auch die Dezernenten gewesen, so OB Kissel. Seine Führungsrolle sei geprägt gewesen von Durchsetzungsvermögen und Beharrlichkeit. Doch auch hier erlebte Oswald Fechner nochmals eine „Zwischenstation“. Für rund ein Jahr leitete er kommissarisch den Finanzbereich und damit auch die Stadt Worms Beteiligungs GmbH. Den Bereich 1 leitete in der Zeit seine Stellvertreterin Ute Müller. Eng verbunden ist mit seinem Namen auch den Beitritt der Stadt Worms in den Kommunalen Entschuldungsfonds. Und auch das aktuellste Projekt der Verwaltung, die Einführung des Dokumentenmanagementsystems (DMS), das auf eine papierlose Verwaltung abzielt, hat Oswald Fechner noch angestoßen.
Langeweile dürfte bei dem Pensionär jedoch auch künftig nicht aufkommen. Mit „seinem“ ASB wird sich Fechner auch weiterhin beschäftigen, daneben sind noch einige Reisen mit Ehefrau Elvira geplant. Und auch eine ganz neue Aufgabe wird demnächst auf ihn zukommen: Als Opa kann er seine sozialpädagogischen Fähigkeiten ein weiteres Mal unter Beweis stellen. Sein einstiges Versprechen, seine Aufgaben und Pflichten immer gewissenhaft zu erfüllen, habe Oswald Fechner in jeder Hinsicht erfüllt, betonte OB Kissel, bevor er seinem Vertrauten die Ruhestandsurkunde mit seiner „traurigen Unterschrift“ überreichte.