
Von Vera Beiersdörfer Als labender Abend mit Bildern und Texten in Sätzen und Versen zu Menschen und Tieren und Schweinen war die Lesung von Thomas Gsella angekündigt. Und damit hatten die Veranstalter des POP UP-Festivals nicht zu viel versprochen. In seinem Hauptprogramm "Das Beste aus 50 Jahren" präsentierte der Ringelnatz- und Gernhardt-Preisträger sowie einstiger „Titanic“-Chefredakteur am Donnerstagabend im Wormser Kunstverein eine urkomische Mischung seiner Lyrikkracher und Prosaknaller der vergangenen Jahre. Bei seiner Worms-Premiere bescheinigte er der Nibelungenstadt, dass diese zumindest schöner als seine Geburtsstadt Essen sei. Schelmisch zog er die Schönheit der Natur und die Intelligenz der Krönung der Schöpfung durch den Kakao, denn "allein der Mensch kann blödestes Tier und ein Genie wie ´mich´sein!"
Gekonnt streute der sympathische Satire-Autor seine bissigen Spitzen und "rechnete" auf urkomische, anspruchsvolle Art u.a. mit der Werbeindustrie und auch dem Management großer Konzerne wie Airbus und McDonald´s ab. Selbst vor zwischenmenschlichen und familiären Konstellationen machte Gsella nicht Halt und stellte ein für allemal klar, dass – ach wer hätte es gedacht – Ameisenbisse weher tun als Löwenpisse. Vom Publikum wurde der 1958 geborene Redakteur mit anhaltendem Applaus und schallendem Lachen belohnt.
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