
Die jüdischen mittelalterlichen Monumente in den einstigen SchUM-Gemeinden sind einzigartig, wie zum Beispiel die ersten überlieferten Frauensynagogen oder der älteste in situ erhaltenen jüdischen Friedhof in Worms. Sie sollen UNESCO-Weltkulturerbe werden. 2020 wird der Antrag des Landes Rheinland-Pfalz eingereicht und 2021 fällt die Entscheidung.
Begleitet wird die Welterbebewerbung von dem Bemühen, das immaterielle Erbe und die Gelehrsamkeit der SchUM-Gemeinden bekannt zu machen: So ist zwar die Legende des Prager Golem weltberühmt, ihr Wormser Ursprung im 13. Jahrhundert ist hingegen kaum bekannt.
Worms im 13. Jahrhundert
Zur Blütezeit der SchUM-Städte lebte in Worms der große Gelehrte Eleazar ben Jehuda Kalonymos (um 1165 bis 1230). Eleazar war mit Dulcia verheiratet. Die Familie mit zwei Töchtern und einem Sohn wurde im November 1196 in Worms von Kreuzfahrern überfallen. Dulcia und ihre Töchter wurden ermordet, der Sohn verletzt.
Einige Zeit später verfasste Eleazar ben Jehuda einen Kommentar zum antiken „Buch der Schöpfung“ und brachte die Idee von der Schaffung eines Golems in die Welt. Er nahm an, dass durch bestimmte Zahlen und Buchstabenkombinationen des hebräischen Alphabets unbelebte Materie zum Leben erweckt werden kann. „Am Anfang war der Golem eine Idee, in der sich Eleazar von Worms mit seinen Wünschen und Nöten spiegelt", so Dr. Susanne Urban, Geschäftsführerin des SchUM-Städte e.V während eines Pressegespräches am Montag im Foyer vor dem Ratssaal.
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