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  • Mo., 01. April 2019, 11:29 Uhr
    Karl Saulheimer wäre im April 90 geworden

    „Ein großes Vorbild”

    OB Kissel (rechts) verleiht Karl Saulheimer im November 2014 den Ehrenring der Stadt Worms.


    Sein hohes sozial- und gesellschaftspolitisches Engagement und sein vielfältiges persönliches Wirken zeichneten Karl Saulheimer aus. Die Gewerkschafts- und die Bildungsarbeit lagen dem gebürtigen Wolfsheimer, der von sich selbst sagte, dass die Zeit des Krieges ihn maßgeblich geprägt habe, besonders am Herzen. Am 4. April diesen Jahres wäre Karl Saulheimer 90 Jahre alt geworden. Sein breites Engagement wurde vielfach gewürdigt, unter anderem mit der Ehrennadel des Landes, dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der Verdienstmedaille der Stadt Worms und der Adolf-Kummernuss-Medaille. Im Jahre 2014 verlieh ihm Oberbürgermeister Michael Kissel den Ehrenring der Stadt Worms. „Karl Saulheimer war in den Anfängen meiner gewerkschaftlichen und politischen Arbeit ein großes Vorbild. Gerade diese Zeit der politischen Sozialisierung prägt einen fürs Lebens“, so der Stadtchef. Im Geiste dieser besonderen Persönlichkeit rief der SPD-Ortsverein Neuhausen schließlich 2017 den Karl-Saulheimer-Preis ins Leben.

    Geschichte der Arbeiterbewegung
    Vom Kriegsende bis zum Jahre 1950 durchlief Saulheimer eine Vielzahl an Berufsfeldern. Seit seiner Tätigkeit in einer Frankfurter Schuhfabrik ab dem Jahre 1950 war Saulheimer Gewerkschaftsmitglied. Auf diesem Wege stieg er in die hauptberufliche Gewerkschaftsarbeit ein. Insbesondere setzte er sich für die Geschichte der Arbeiterbewegung ein.

    Von 1956 bis 1988 war er hauptamtlicher Gewerkschaftsfunktionär. Unter anderem setzte er in der Gewerkschaft Leder für die damalige Zeit revolutionäre Tarifverträge durch. Von 1968 bis 1988 war er Kreisvorsitzender im DGB Kreis Worms-Alzey.

    Ganz besondere Verdienste erwarb sich Saulheimer im Bildungsbereich bei der Ansiedlung des DRK-Berufsbildungswerks, wo er als DGB-Kreisvorsitzender den ersten Anstoß gegeben hatte und wodurch letztlich der Standort Worms unter den konkurrierenden Örtlichkeiten ausgewählt wurde. Im Jahre 1988 verabschiedete sich Saulheimer aus dem Berufsleben. Die neu gewonnene Zeit nutzte er als treibende Kraft, gemeinsam mit Jakob Lortz, 2001 den Verein „Wormser Lederindustrie“ zu gründen.

    Frieden gestalten
    Darüber hinaus war Saulheimer bis zuletzt im „Bündnis gegen Naziaufmärsche“ aktiv. Besonders am Herzen lagen ihm Besuche in Schulen, wo er den Jugendlichen von seinen eigenen Kriegserlebnissen berichten konnte. „Er hat nichts unversucht gelassen, den errungenen Frieden in Europa so zu gestalten, dass er von Dauer sein kann. Sein immerwährendes Engagement für die Werte der Demokratie in einem einigen und solidarischen Europa werden unvergessen bleiben“, betont Oberbürgermeister Kissel.

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