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Fr., 15. November 2013, 09:49 Uhr
Am Sonntag um 18 Uhr kommt es zum Rheinhessen-Liga Derby zwischen den Wormser HSG-Herren I und TG Osthofen I
Ein Handball-Schlagerspiel in der Nikolaus-Doerr-Halle
VON KLAUS DIEHL Man braucht kein Prophet zu sein um zu wissen, dass die Nikolaus-Doerr-Sporthalle am Sonntag bis auf den letztmöglichen Platz voll besetzt sein wird. Denn alle Handballfreunde freuen sich auf dieses stets brisante Derby mit Emotionen, Kampf und unbedingtem Siegeswillen auf beiden Seiten, das wohl spannend bis zum Schlusspfiff werden dürfte.
Unter Voraussetzungen, wie man sie zu Beginn der Saison 2013/2014 so nicht unbedingt erwarten konnte. Denn die junge HSG-Sieben steht mit 10:2-Punkten gemeinsam mit der SG Saulheim II und dem TV Bodenheim aufgrund des besseren Torverhältnisses und ohne Berücksichtigung etwaiger Punktabzüge für nicht erfülltes Schiedsrichtersoll auf dem ersten Platz. Dort durfte man eigentlich eher die TGO-Herren erwarten, die aber nach einer wenig optimalen Vorbereitung und etlichen verletzten Leistungsträgern nicht gut in die Runde starteten, sich zuletzt aber im Aufwind zeigten und mit 6:4-Zählern auf den 5. Tabellenplatz vorarbeiteten.
TGO-Trainer Frank Herbert sieht die HSG-Herren als Favoriten an, die in den beiden Spielen der Saison 2012/2013 jeweils den Kürzeren gezogen hatten. Andererseits kann er aber auch nicht abstreiten, dass seine Mannschaft unterschwellig mit dem Druck des unbedingten Gewinnenmüssens auf das Parkett der Nikolaus-Doerr-Halle einlaufen wird, will man im Kampf um ganz oben in der Tabelle nicht weiter Boden verlieren.
Gegner entspannter ins Spiel
Dagegen können die Gastgeber schon etwas entspannter in dieses Spiel gehen, da sie bis jetzt eigentlich schon mehr erreicht haben, als man sich vor der Saison dachte. „Meine Mannschaft hat bis auf das unglücklich verlorene Spiel bei GW Büdesheim auf einem hohen Niveau gespielt und kann stolz auf das bisher Erreichte sein. Vor allem unsere jungen Talente machen von Spiel zu Spiel Fortschritte. Das ist auch der Unterschied zu unserem Nachbarn, dessen Ziel klar der Aufstieg ist. Wir möchten unsere jungen Eigengewächse weiter entwickeln und vielleicht in ein, zwei Jahren oben angreifen“, so HSG-Chef Coach Hans-Karl Böhnert. Er sieht Osthofen mittlerweile auf allen Positionen fast doppelt und sehr gut besetzt.
Florian Reichelt kommt immer besser in Schwung und vor allem der von der HSG nach Osthofen gewechselte Orintas Klimavicius hat sich mittlerweile mehr als nur zu einem Ersatz für Marius Stumm entwickelt. Weitere wichtige Stützen sieht der HSG-Coach auf TGO-Seite mit Manu Pfaff als Abwehr-Organisator und mit dem immer besonders motivierten Torhüter Heck. Dennoch will man natürlich auf HSG-Seite versuchen, das Spiel mit den gegebenen Möglichkeiten für sich zu entscheiden.
Lange Zeit schien HSG-Spielmacher Jochen Schloß am 24. Februar diesen Jahres die HSG-Herren zum Sieg zu führen. Doch am Ende triumphierten die TGO-Herren mit einem 28:23-Erfolg auf. Foto: Klaus Diehl
Tempo ins Spiel bringen
„Wir werden gegen Osthofen mit einer 6:0-Abwehr mit André Ermisch und Bernd Ströning im Innenblock sowie Jochen Schloß und Markus Metzdorf auf der Halbposition spielen und damit auch für die nötige Sicherheit sorgen. Dazu versuchen wir über viel Tempo ins Spiel zu kommen, wozu schnelles Spiel auch gerade über die Außen vonnöten ist. Spannend wird sein, wie sich die jungen Spieler Lukas Birr, Manuel Hoffmann, Sven Walther und Felix Schremser gegen die bekannt kompromisslose TGO-Abwehr behaupten können. Dazu ein noch sicheres Abschließen vor des Gegners Tor, wie zuletzt in der 1. Halbzeit in Sprendlingen. Es wäre toll, weiter die Luft in der oberen Tabellenhälfte schnuppern zu können“, hofft Hans-Karl Böhnert.
Auch TGO-Coach Frank Herbert erwartet ein Derby mit viel Brisanz. Er vertraut seiner Mannschaft, die sich zuletzt mit zwei klaren Heimsiegen im Aufwärtstrend zeigte, obwohl er der Auffassung ist, dass aufgrund mangelnder Vorbereitung mit etlichen verletzten Spielern, leistungsmäßig noch viel Luft nach oben sei.
Kampfbetontes Spiel erwartet
Sollte das in der Nikolaus-Doerr-Halle der Fall sein, hätte Frank Herbert absolut nichts dagegen. „Wir brauchen eine stabile Abwehr in einem zu erwartenden kampfbetonten Spiel. Auch die Torhüterleistung wird wohl entscheidend zum Ausgang beitragen, wobei wir leider aus privaten Gründen ohne Sebastian Montino spielen müssen. Ich vertraue einmal mehr auf Thorsten Heck, als zweiter Keeper sitzt Nicklas Seelig auf der Bank. Voraussichtlich können wir mit dem besten Aufgebot antreten und hoffen auch auf die Unterstützung der Osthofener Handballfans. Für beide Teams geht es darum, den Anschluss an die Spitze zu halten. Für uns noch mehr, als für die Wormser Gastgeber“, betont der TGO-Coach abschließend.
Ein Nachbar-Derby unterliegt oft eigenen Gesetzen. So auch im letzten Aufeinandertreffen, als die HSG Worms am 24. Februar diesen Jahres in der Nikolaus-Doerr-Halle eigentlich auf Siegkurs war, der eingewechselte Sebastian Montino im TGO-Tor am Ende schier unüberwindbar schien und Osthofen doch mit 28:23 deutlich gewann. Wie wird es diesmal sein?
Weitere Handball-Termine:
HSV Alzey – HSG-Frauen (So.,15.30 Uhr), HSV Alzey –HSG Herren II (So., 17 Uhr), TV Eich I – HV Weisenau (So., 19 Uhr), HSG Worms III – GW Büdesheim II (heute, 19.15 Uhr)