Pfeddersheimer Initiative informierte im Ratssaal über das ehrenamtliche Engagement
Ein Jahr Flüchtlinge willkommen
Die Pfeddersheimer Initiative „Flüchtlinge wilkommen“ engagiert sich weiterhin in der Flüchtlingshilfe.
Vor einem Jahr hatten Ortsgemeinde und Kirchengemeinde die Initiative „Pfeddersheim heißt willkommen“ gegründet. Nun begrüßte Ortsvorsteher Alfred Haag die interessierten Bürger wieder im Ratssaal Pfeddersheim zu einer Bilanzierung. Was ist in diesem Jahr geschehen? Was wurde geleistet? „Lassen Sie sich mal beeindrucken“, begann Pfarrerin Erika Mohri die Präsentation. Die mittlerweile über 100 überwiegend syrischen Geflüchteten werden in Pfeddersheim von engagierten Bürgern begleitet. Die meisten sind Muslime, aber es sind auch einige christliche Familien darunter. Die Zahl der Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre musste Mohri auf 43 korrigieren, denn am Vortag war ein weiteres neues Baby geboren worden.
Kurzfilme Pfeedersheimer Flüchtlingshilfe
Julia Bauer illustrierte mit sieben Kurzfilmen die einzelnen Arbeitsbereiche der Pfeddersheimer Flüchtlingshilfe: Von der praktischen Hilfe über Kleiderspenden bis zu Begegnungsfesten. Eindrücklich erläuterte Sonja Hilsberg von der Paternusschule, wie wichtig es ist, den Kindern beim Lernen zu helfen, gern auch als Begleitung im Unterricht. Denn die Eltern können beim deutschen Lernstoff selbst nicht unterstützen. Sie haben selbst Mühe beim Deutschlernen. Den Einstieg in die deutsche Sprache erleichtert ihnen mit einem ABC-Kurs Regine Luther-Schreiner. Die praktische Hilfe hat über 50 Wohneinheiten eingerichtet. Um den Baby-Alarm kümmern sich Rita und Gisela Lörcher, die die Schwangeren zum Arzt und auch bei der Geburt begleiten. Alle Arbeitsbereiche könnten noch mehr Mithelfer gebrauchen, obwohl anerkannt werden musste: Fast alle der zahlreichen Anwesenden sind schon in größerem oder kleineren Umfang engagiert.
In den vergangenen Monaten haben sich die Aufgaben verändert. Bruno Behr kennt sich aus mit Berufsausbildung und Praktika. Allerdings konnten Praktikumsplätze bisher nur über persönliche Kontakte vermittelt werden. Weitere Möglichkeiten wären sehr willkommen! Schwierig ist es, schloss Pfarrerin Mohri, wenn die Geflüchteten statt der Anerkennung als Flüchtlinge nur subsidiären Schutz für ein Jahr erhalten: Das löse eine Fülle von Klagen aus. Das wichtigste aber sei, gute Nachbarn zu sein. „Und wer mitmachen will“, lud Julia Bauer ein, „findet heute einen leichteren Einstieg: Keiner muss das Rad neu erfinden. Hier sind Leute, die schon wissen, wie es geht!“