Tennis: Herren 70 des TC Rheindürkheim trennen sich im Spitzenspiel der Südwest-Liga in dramatischer Partie 3:3-Unentschieden vom TC BW Bad Ems
Ein kleiner Schritt noch bis zur Regionalliga
Bernd Flesner hatte es im Duell der Topspieler mit Horst Kelling, Nummer sechs Deutsche Rangliste, zu tun. Der Kapitän des TC Rheindürkheim Herren 70 zeigte ein beherztes Spiel, musste aber im Aufeinandertreffen der beiden im Saisonverlauf noch ungeschlagenen Akteure eine knappe Niederlage quittieren. Foto: Felix Diehl
VON JÜRGEN JAAP |Die Medenspiele, so heißen die Mannschafts-Saisonspiele im Tennis der Jugend und Erwachsenen in Deutschland, sind alljährlich die Sommer-Highlights der Tennisclubs. 2021 haben die Medenspiele eine ganz besondere Bedeutung, sind sie doch die ersten sportlichen Wettkämpfe überhaupt nach einem gefühlt ewigen Corona-Lockdown von beinahe acht Monaten. Endlich geht es wieder um Aufstieg oder den Klassenerhalt. Der NK lässt die gelben oder grünen Filzkugeln in seiner Serie „Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland“ über die Tennisnetze der Region fliegen. Werfen wir dazu einen Blick in die Südwest-Liga der Herren 70. TC Rheindürkheim traf im Spitzenspiel auf den TC BW Bad Ems (bei Koblenz). In einer spannenden und hochklassigen Partie trennte man sich am Ende leistungsgerecht 3:3-Unentschieden. Die Männer um TCR-Kapitän Bernd Flesner können nun als ungeschlagener Tabellenführer mit einem Sieg im letzten Medenspiel 2021 beim TC Rot-Weiß Kaiserslautern den unverhofften Aufstieg in die Regionalliga Südwest perfekt machen.
Spiel, Satz und Sieg im Nibelungenland Eine satte Vorhand, ein lauter Jubel, ein dynamischer Lauf ans Netz, um dem Gegner die Hand zu schütteln. Wilfried Barthel, die Nummer drei im Kader der Herren 70 des TC BW Bad Ems hatte beim 7:5 aus seiner Sicht im Champions-Tiebreak gegen Gerd Eisberg den Sack bereits zugemacht – eine kuriose Szene. „Geht doch bis zehn“, rufen die Kiebitze am Rand des Tennisplatzes auf den Court. Zu früh gefreut, Herr Barthel. Das spannende Tennisspiel geht weiter. Gerd „der Eisberg“ Eisberg macht seinem Namen alle Ehre, zeigt in den nächsten sechs Ballwechseln, „wo der Bartel den Most holt“. 10:8 für den Punktegaranten des TC Rheindürkheim, der bereits im ersten Satz einen 2:5-Rückstand mit eiskalter Gemütsruhe in ein 7:6 drehte. Das Marathon-Tennismatch zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe stand nach weit über vier Stunden Spielzeit vor den zwei Doppeln zwischenzeitlich 2:2-Unentschieden.
Josef Slavik siegt souverän
Die Partie des Tabellenführers TC Rheindürkheim gegen den direkten Verfolger hatte aber weit mehr als diese Kuriosität zu bieten. „Dass wir bisher so souverän agieren, war kaum zu erwarten“, staunte Team-Oldie Manfred Hoffmann nicht schlecht über die großartige Leistung seiner Truppe in der Medenrunde 2021. Zu bestaunen gab’s – wieder einmal – eine glanzvolle Vorstellung von Josef Slavik, der Manfred Morsch auf Position zwei beim glatten 6:1, 6:0 keine Chance ließ. Der Erfolg des schon lange für den TCR aktiven Tennis-Seniors aus der tschechischen Hauptstadt Prag blieb allerdings das einzig deutliche Spiel. „Ich erwarte heute ein sehr enges Match und hoffe auf ein 3:3-Remis“, prognostizierte Günther Kiesling zu Beginn des Medenspiels. Der langjährige Vorsitzende des TC Rheindürkheim sollte mit seiner Vorahnung Recht behalten.
Flesner fordert Kelling aufs Ärgste Bernd Flesner etwa hatte es im Spitzenspiel mit Horst Kelling, seines Zeichens Nummer sechs der Deutschen Rangliste und amtierender Rheinland-Pfalz-Meister der Herren 70, zu tun. Hin und her wogte das spielerisch auf hohem Niveau ausgetragene Match. Hier Bernd Flesner, der mit seiner knallharten Vorhand auf Gewinnschläge die Linie entlang setzte. Dort der laufstrake und clever die Rückhand von Flesner anspielende Horst Kelling, der immer wieder knackige Stopps einstreute. „Zwei, drei Punkte fehlten mir am Ende“, bewertete Bernd Flesner die 2:6, 6:7-Niederlage durchaus nicht unzufrieden. „Eine klasse Partie von euch beiden“, bringt Manfred Hoffmann die Sache auf den Punkt. Ein paar Punkte nur fehlten auch Manfred Klieber, der gegen Peter Gilberg, die Nummer vier der Gäste aus der Nähe von Koblenz, den ersten Durchgang mit 6:2 gewann, um beim 1:6 und 6:10 im Champions-Tiebreak dann doch noch die Felle davon schwimmen zu lassen.
Meisterschaft fest im Blick Die Doppel mussten entscheiden. Kapitän Bernd Flesner stellte die beiden ungeschlagenen Josef Slavik und Gerd Eisberg ins Doppel zwei. Ein Schachzug, der zum 6:3, 6:2-Erfolg führte – und zur 3:2-Führung des TCR. Mit dem Sieg wurde es allerdings nichts, bekamen es Bernd Flesner und Manfred Hoffmann doch mit der bärenstarken Paarung Horst Kelling / Hans-Jürgen Gerharz zu tun. Am Ende hatten die Gäste im Doppel eins mit 6:3 und 6:4 die Nase vorne. Sei’s drum. Noch vor den Sommerferien kann die Flesner-Truppe in der Pfalz die Meisterschaft an Land ziehen. In die Partie beim TC Rot-Weiß Kaiserslautern geht der TC Rheindürkheim als Favorit. Der Meisterschafts-Sekt kann kaltgestellt werden.