BUND WONNEGAU: Nachtfalterarten im NSG Rosengarten bei Gundersheim mit Fachgutachten untersucht
Ein Lebensraum seltener Spezialisten
Auch die Malveneule gehört zu den schätzenswerten Nachtfaltern. Foto: BUND
Der BUND Wonnegau hat im Zuge der Optimierung ihrer Pflegepläne für das Naturschutzgebiet (NSG) Rosengarten bei Gundersheim nebst Erweiterungsfläche ein Fachgutachten über das Vorkommen von Nachtfalterarten erstellen lassen. Dabei wurden an 14 Erhebungsabenden verteilt über das gesamte Jahr 2022 knapp 240 Arten dokumentiert. 37 Arten werden bundesweit bzw. für Rheinland-Pfalz als gefährdet eingestuft.
Darunter befinden sich auch die beiden „Vom Aussterben bedrohten“-Arten (Rote Liste 1) Habichtskraut-Wiesenspinner und Melden-Blütenspanner sowie eine Vielzahl von Trockenrasen-Spezialisten, die ihre Fortpflanzungs- und Lebensraumstätte im NSG Rosengarten nebst Erweiterungsfläche gefunden haben.
Zukünftig Rücksicht nehmen
Auf diese Arten werden zukünftig bei der Mahd und den Pflegemaßnahmen Rücksicht genommen. Unter Aufsicht und Koordination des Nachtfalterspezialisten Erik Opper konnten in Kleingruppen alle BUND Mitglieder der Kreisgruppe sich selbst ein Bild von der Vielzahl und Schönheit dieser wenig beachteten Artengruppe machen, die bundesweit mehr als 3.400 Arten umfasst.
Für den Vorsitzenden der Kreisgruppe Daniel Steffen war diese Studie eine Erfolg, denn die Ergebnisse unterstreichen einerseits die Bedeutung des NSG Rosengarten als schützenswerter Naturraum und dokumentieren ebenso einen Erfolg der bisherigen Pflegemaßnahmen.
Für den Fachgutachter Erik Opper beweisen die Ergebnisse die Bedeutung solcher naturbelassenen und unter Artenkenntnis gepflegten Rückzugsorte spezialisierter Nachtfalterarten in einer weitgehend von Landwirtschaft und Weinbau geprägten rheinhessischen Landschaft. Aufgrund dieser Ergebnisse wird die Studie über das komplette Jahr 2023 wiederholt.