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  • Mo., 13. Februar 2017, 08:37 Uhr
    Im Museum Heylshof wurde am Sonntag die Ausstellung „Luther in Worms 1521“ eröffnet / Bis zum 29. Mai zu sehen

    Ein Must-Go für Geschichtsinteressierte!

    VON REGINA URBACH Sie gibt einen Vorgeschmack auf das, was die Stadt 2021 zum 500. Jahrestag des „Luther-Reichstags“ bieten wird, hob Mediendesigner Eichfelder am Sonntag beim Rundgang zur Eröffnung der Ausstellung „Luther in Worms 1521“ im Museum Heylshof hervor.

    Die drei Räume beherbergen, wie er betonte, eine „kleine“ Ausstellung, aber diese hat es in sich. Die auch überregionalen Medienvertreter waren sehr angetan von den virtuellen Spaziergängen durch eine mittelalterliche Kämmererstraße voller Fachwerkhäuser und sporadisch aufgehängter „Siegfrieds- und Drachenknochen“, vorbei auch am damaligen Renaissanceschmuckstück des „Hauses zur Münze“, das zuweilen als „schönstes Gebäude der Welt“ galt.

    Mancher Seufzer über Worms‘ spätestens 1945 verlorene Schönheit war zu hören. Dagegen wirkte der Bischofspalast, um den es Eichfelder ursprünglich gegangen war, recht nüchtern. „Menschen auf den Straßen waren bei diesem Budget leider noch nicht drin“, erklärte Eichfelder, aber vielleicht sei dies für 2021 nachrüstbar.

    Denn, so träumte der Mediendesigner laut weiter, mit diesem Material seien auch Virtual Reality und Spiele entwickelbar. Doch schon jetzt hat Worms mit dem Zeitmaschinen-Effekt dieser Ausstellung auf dem Stand der Technik etwas zu bieten, worum andere historische Städte unsere Stadt beneiden dürften. Neben einem illustrierten „Kulturfahrplan“ – den Lebensdaten Luthers und Karls V., eingebettet in ihre Zeit – bietet die Ausstellung auch statische Visualisierungen sowie einen von Dr. Fritz Reuter getexteten, von Eichfelder produzierten und von Jörn Hinkel gesprochenen eindrucksvollen Dokumentarfilm sowie Kurzbiographien von Beteiligten des Reichstags 1521 auf handlichen Karten.

    Großer Andrang
    Der Besucheransturm war enorm. Schon zur Eröffnung kamen mehr als die rund 80 geladenen, zum Teil sehr prominenten Gäste. OB Michael Kissel und Eichfelder dankten allen, die zum Gelingen dieser „Qualitäts-Ausstellung“ beigetragen hatten, einschließlich den Förderern Rotarierclub und Bundesquellen, der Visualisierungsfirma Faber Courtial sowie auch dem Lutherbeauftragten und Präses der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau, Dr. Ulrich Oelschläger, der auch selbst das Wort ergriff.

    Während Kissel die vielbewunderte Rede des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert zur Wahl von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Vormittag aufgriff und die geforderte „Haltung“ mit Luthers Auftreten vor dem Kaiser in Verbindung brachte, relativierte Oelschläger die Fokussierung auf die Person Luthers und das, was er genau gesagt habe. So sei das beliebte „Hier stehe ich…“ vermutlich in der Druckerei und ohne Luthers Mitwirkung zugefügt worden. Was hingegen Bestand habe, sei die weltweite Bedeutung von Luthers Berufung auf sein Gewissen – unabhängig vom akademischen Streit um die genaue Definition dieses Gewissensbegriffs. So begehen evangelische und katholische Kirchen die 2017 vorläufig abgeschlossene Lutherdekade auch ökumenisch. Sichtbares Zeichen davon sei, dass Karl Kardinal Lehman 2016 von der EKD die Luthermedaille verliehen worden sei – wie auch schon 2013 die Luthermedaille des Evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau an den damaligen Domprobst Engelbert Prieß.

    Zwischen den Redebeiträgen untermalte die fünfköpfige Capella Lutherana (vier Sänger/-innen mit Orgel) die Zeitreise musikalisch mit Originalkompositionen vom Hofe Karls V. und aus der Umgebung Luthers.

    Lutherwein, Katalog, Feedback
    Eichfelder schließlich hob noch einmal die historische Bedeutung von Worms bis ins 17. Jahrhundert hervor und bat alle kundigen Besucher, denen an den Visualisierungen Unstimmigkeiten auffielen, diese über das Museum mitzuteilen. Die Ausstellung ist noch bis 29. Mai zu den Öffnungszeiten des Museums zu sehen. Der informative Katalog kostet 8 Euro. Der erstmals zur Eröffnung ausgeschenkte, wohl mundende „Lutherwein“ des Weinladens am Weckerlingplatz und der Tourist Information ist übrigens ab dem 17. Februar exklusiv an diesen beiden Stellen erhältlich.

    Kenntnisreich führte der verantwortliche Mediendesigner Eichfelder in die Ausstellung ein. Foto: Regina Urbach

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