MdL Jens Guth und MdB Marcus Held machen sich für Wormser Mikwe stark / Akteure müssen an einen Tisch
Ein Turm, der in der Erde steckt, braucht Hilfe
Um das kulturelle Erbe der Mikwe langfristig zu sichern, muss das jüdische Kultbad der SchUM-Stadt Worms saniert werden.
Die Wormser Mikwe, das Jüdische Kultbad, welches anno 1185/1186 erbaut wurde und noch in seiner ursprünglichen Form neben der Synagoge erhalten ist, ist in stark sanierungsbedürftigem Zustand. Bei dem Bauwerk handele es sich quasi um „einen Turm der in der Erde steckt“, erläutert Architekt Jürgen Hamm bei einem Zusammentreffen vor Ort. Eingeladen hatte MdL Jens Guth hierzu Edmund Elsen, den Geschäftsführer der Kulturstiftung RLP, nachdem bekannt wurde, dass die Mikwe dringend saniert werden müsse, da dieser Teil des UNESCO-Welterbeantrages der SchUM-Städte sei. „Denkmalpflegestellen, die Stadt Worms sowie Fachleute verschiedener Disziplinen sind bereits seit einiger Zeit in Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde Mainz mit Vorarbeiten für die nötige Sanierung befasst.“, erläuterte Prof. Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Stadtarchivs, auf Anfrage.
„Die Mikwe ist Teil des Kulturerbes“, ergänzt Bönnen seine Ausführungen. Ein lebendiger Ort, der zwingend in den Antrag eingebunden sei. Sie würde von orthodoxen Juden, die in der Synagoge beten wollten, immer noch genutzt, fügt Dr. Irene Spille von der unteren Denkmalbehörde hinzu. Eine große Anzahl von jüdischen Besuchern aus aller Welt besuchen die Wormser Synagoge sowie die Mikwe.
Und diesem Turm droht nun Gefahr. Weder die jüdische Gemeinde als Eigentümerin noch die unterhaltungspflichtige Stadt Worms haben die Mittel um die Mikwe fachgerecht zu sanieren. Eine vertrackte Situation, erkennen die Anwesenden zu denen auch MdB Marcus Held, die beiden Stadträte Timo Horst und Patricia Sonek sowie der Geschäftsführer der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz Edmund Elsen gehören. „Wir reden hier von Kosten in Höhe von mindestens 1,5 Millionen Euro“, erläutert Architekt Hamm. Verschiedene Konzepte zur Rettung seien schon erarbeitet, allerdings müssten die Sanierungen auch die Vorgaben aus dem Welterbeantrag berücksichtigen, erinnert Dr. Susanne Urban, Geschäftsführerin des SchUM e.V. Sie betonte, dass bei Wegeleitungen und Informationsangeboten, alle 3 Städte Speyer, Worms und Mainz mit einem einheitlichen Corporate Design auftreten müssten.
Edmund Elsen regte deshalb an, ein zeitnahes Treffen aller wichtigen Akteure anzuberaumen. Hierbei könnten dann auch die Kostenübernahmemöglichkeiten angesprochen werden, wie auch ein Antrag auf Förderung bei der Kulturstiftung Rheinland-Pfalz. MdB Marcus Held versprach sich für entsprechende Bundesmittel einzusetzen.