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  • Di., 23. Juni 2015, 21:31 Uhr
    Rote Socken und 98 Prozent: Jens Guth wurde von den Delegierten der SPD mit 80 von 82 Stimmen zum Direktkandidaten des Wahlkreises 32 gewählt / Timo Horst als B-Kandidat

    »Ein umtriebiger Sympathieträger & hartnäckiger Türöffner«

    Es war an Patricia Sonek als stellvertretender Präsidiumsleiterin, den Abend zu eröffnen und die zahlreichen Gäste zu begrüßen. Foto: Robert Lehr


    Von Robert Lehr | „Kein Wahlkampftermin“ sei das heute, unterstrich am Dienstagabend Roger Lewentz. „Vielmehr eine Möglichkeit, Danke zu sagen“, so der Rheinland-Pfälzische Innenminister Roger Lewentz im großen Saal des „Hagenbräu“ am Rheinufer.

    Hierher hatte der Unterbezirksvorstand der SPD Worms seine Delegierten aus den Ortsvereinen eingeladen, um ihren Direktkandidaten für den Wahlkreis 32 bei der für den 13. März 2016 terminierten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zu bestimmen.

    Und auch, wenn Lewentz Dank weniger dem Wahlkampf geschuldet war, so beinhaltete er doch ein mehr als eindeutiges Votum für den Wormser SPD-Vorsitzenden. Über sein bestehendes Landtagsmandat hinaus, fungiert dieser seit 2011 auch als Generalsekretär der SPD Rheinland-Pfalz sowie als wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

    »Immer eine Reise Wert«
    „Worms ist immer eine Reise wert“, so Lewentz, „hier trifft man tolle Typen und verlässliche Partner“. Dies sei wichtig, um gemeinsam für Stadt und Land wirken zu können. In diesem Zusammenhang betonte der Minister, wie erfolgreich auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer im Land und darüber hinaus arbeite und bereits nach kurzer Zeit auch in Berlin großen Einfluss bekommen habe.

    Lewentz sieht seine Partei als Team und einer dessen wichtigster Spieler sei der Generalsekretär. Als jemand, der das Amt selbst 10 Jahre lang bekleidet habe, wisse er nur zu gut, mit wieviel Arbeit, Verantwortung, aber auch Mitgestaltungsmöglichkeiten es verbunden sei.

    Jens Guth fülle diesen Posten bestens aus. Ungemein fleißig, mit strategischem Blick, einer klaren Meinung und vor allem dem Mut, auch „nein“ sagen zu können, sei er permanent im Land unterwegs und spreche mit den Menschen vor Ort.

    Integer und beliebt
    Seine Integrität und Beliebtheit erkenne man schon an den 45 Prozent Erststimmen, mit denen Guth bei der letzten Wahl direkt in den Landtag gewählt worden sei, so Roger Lewentz. Daneben sei es großes Glück gewesen, dass er auch Generalsekretär geworden sei. Er habe die Partei so aufgestellt, dass man jetzt einen professionellen Wahlkampf machen könne.

    Vorgeschmack auf Wahlkampf
    Roger Lewentz wäre kein Vollblutpolitiker, hätte er diese öffentliche Nominierungsveranstaltung mit ihren zahlreichen Gästen aus Vereinen, Verbänden, der Wirtschaft, dem Handwerk und der Kultur, dann nicht doch für einen engagierten Vorgeschmack auf den bevorstehenden Wahlkampf genutzt.

    Bei der Aufzählung des Erreichten stand die Tatsache an erster Stelle, dass Rheinland-Pfalz bundesweit bereits seit Jahren auf Platz drei der Beschäftigungsquote stehe. Dies spreche eindeutig für diesen Wirtschaftsstandort sowie dessen Ausbildungsfähigkeit. „Unsere Unternehmen sind zukunfts- und wettbewerbsfähig“, so Lewentz, „sichere und gute Arbeit sind hier zu Hause“.

    Zudem habe das Land das dichteste Straßennetz in ganz Deutschland, in das jährlich rund 500 Mio. Euro investiert würden, betonte der Minister die vorhandene Infrastruktur. Eine Ausnahmestellung unter den westdeutschen Flächenländern nehme Rheinland-Pfalz auch bei der Ausstattung mit Kindertagesstätten ein, die darüber hinaus sogar kostenfrei seien.

    Das dichte Netz von Schulen folge der Forderung „Kurze Beine, kurze Wege“ und betone den hohen Stellenwert von Bildung, die unabhängig vom elterlichen Portemonnaie optimale individuelle Förderung ermöglichen solle. Rheinland-Pfalz sei mit der Handschrift der SPD „das kinderfreundlichste Bundesland im Westen“.

    Laut Lewentz seien dies einige der Aspekte, die vielen Bürgern heute selbstverständlich schienen, aber doch eindeutig Früchte sozialdemokratischer Politik seien. Der Wahlkampf müsse gerade dies wieder deutlich machen.

    Hahn als Erfolgsgeschichte – Fehler am Ring!
    Auch der Flughafen Hahn sei eine Erfolgsgeschichte, wobei Lewentz beim Thema Nürburgring Fehler einräumte. Aber schlussendlich sei es auch dort darum gegangen, noch mehr Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region zu schaffen.

    „Die Menschen leben gerne in Rheinland-Pfalz“, verwies Lewentz auf entsprechende Umfragen. Die zweithöchste Wohneigentumsquote in Deutschland unterstreiche dies deutlich.

    In Richtung des Kandidaten betonte Roger Lewentz, dass es ihm an Jens Guth ganz besonders gefalle, dass er neben der großen Politik auch individuelle Schicksale im menschlichen wie wirtschaftlichen Bereich stets fest im Blick habe. Nicht zuletzt daher freue er sich auf eine weitere Zusammenarbeit, schloss Lewentz seine Ausführungen.

    Kein Gegenkandidat
    „Der Vorschlag von Jens Guth als Kandidat ist keine Überraschung“, stellte Timo Horst als Leiter des Walhlpräsidiums fest. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. Dabei erinnerte der Fraktionsvorsitzende der Wormser SPD-Stadtratsfraktion daran, dass Jens Guth, „einer von uns ist, fest mit der Wormser SPD und seiner Wormser Heimat fest verwurzelt“.

    Er setze sich für die Menschen der Stadt und zahlreiche wichtige Projekte ein. „Er ist ein Wormser Bub, hartnäckig und engagiert“ und habe den Zugang zu so manchen Töpfen ermöglicht.

    Er setze sich für Vereine ein und damit ein Zeichen für das Ehrenamt, weiß Timo Horst. „Bildung ist sein Thema – von der KiTa bis zur Hochschule“. Jens Guth setze die Arbeit der Regierung konkret vor Ort um.

    »Großartige Unterstützung aus Mainz«
    Jens Guth selbst gab den Dank zurück und betonte, dass die Stadt Worms ohne die „großartige Unterstützung aus Mainz“ ein anderes Gesicht hätte. Von Besuchern höre man immer wieder begeistert, wie sich die Stadt entwickelt habe. Guth nannte die Innenstadt, das Rheinufer und das Liebenauer Feld als nur einige der Maßnahmen, die man gemeinsam mit dem Land umgesetzt habe. Doch es gehe weiter, so Guth, da man mit der Sozialen Stadt und der Grünen Schiene das ungenutzte Bahnhofsumfeld gemeinsam mit den Bewohnern und allen Akteuren entwickeln möchte.

    Derzeit werde auch die Gesundheitsversorgung optimiert, deutliches Zeichen sei hierfür gerade die Erweiterung des Klinikums, die mit 30 Millionen vom Land gefördert werde.

    Auch die Freizeitqualität sei für die Menschen wichtig, so Guth. Er verwies auf die Hilfe des Landes für die TG Worms für deren neues Zuhause auf der Jahnwiese. Nicht ohne Stolz verwies der Abgeordnete auch auf seine fruchtbaren Bemühungen, wieder eine Eisbahn nach Worms zu bekommen. Dies steigere die Aufenthaltsqualität in Worms und böte wirtschaftliche Impulse.

    „Es ist mir ein Herzensanliegen, dass wir ein neues  Jugendkulturzentrum bekommen“, so Jens Guth weiter. Das alte Haus der Jugend werde nicht mehr so akzeptiert, wobei sich die Jugendkultur ohnehin generell stark verändert habe. Hier zeigte Guth sich sicher, dass eine der alten Güterhallen bestimmt das richtige Flair für eine solche Einrichtung böten.

    Die Menschen im Mittelpunkt
    „Das Wichtigste und Schönste aber ist die unmittelbare Hilfe für Menschen“, betonte Guth. Um deren Lebenswege zum Positiven zu verändern, böten die Bildungschancen die größten Möglichkeiten.

    Dabei gelte es, die gebührenfreie Bildung von Anfang an zu fördern. Ein Schritt in diese Richtung sei der bevorstehende Spatenstich einer neuen innerstädtischen KiTa in der Wormser Gibichstraße.

    Schulhauptstadt der Region werden!
    „Weiter müssen die Schulen wieder zu den Leuchttürmen unserer Stadt werden“, forderte Guth. Nicht nur von aussen müssten sie gut dastehen, sondern auch mit z.B. neuen naturwissenschaftlichen Räumen und entsprechendem Lehrpersonal Akzente setzen. Schon jetzt habe Worms bundesweit mit die jüngsten Lehrerkollegien, so Guth. „Worms soll wieder zur Schulhauptstadt in der Region werden“.

    Klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort
    Man brauche gute Bildungschancen aber auch und vor allem, um den Wirtschaftsstandort und damit die Wertschöpfungskette zu fördern. Zu seinem klaren Bekenntnis gehöre es daher auch, Unternehmen am Ort halten, ihren Ausbau fördern und neue anzusiedeln: „Ich bin stolz auf unsere Industrie, das produzierende Gewerbe und das Handwerk!“ – Langanhaltender Applaus nahm personell wie inhaltlich die spätere Zustimmung der Parteigenossen bei der Abstimmung schon vorweg.

    Mit einem Votum der Solidarität nach Mainz
    „Wir schicken Dich wieder nach Mainz mit einem Votum der Solidarität“ befürwortete auch Michael Kissel die Kandidatur von Jens Guth. Für den Wormser Oberbürgermeister seien Stadt und Land eine „Schicksalsgemeinschaft“, in den Städten spiele aber die Musik, „sie sind Zentren des sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebens“. Dabei habe gerade die Nibelungenstadt „globale Qualitäten“ entwickelt. 30.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und ein starkes Engagement in der Bildungs- und Kulturlandschaft seien u.a. Belege hierfür.

    Doch treibe Kissel die Sorge um, dass auch Familien schon bis in die Mittelschicht hinein ihren Glauben an die Politik und die Mitgestaltungsmöglichkeiten etwas aufgegeben hätten. „Hier können Projekte wie die Soziale Stadt und die Grüne Schiene diese Menschen mit einbeziehen und selbst zu Akteuren machen“, zeigte sich das Stadtoberhaupt sicher.

    Unter anderem sei schon bei der Konversion und der Entwicklung der Bildungs- und Sportlandschaft Vieles vorangebracht worden und auch die Feuerwehr wurde mit neuer Technik und Fahrzeugen ausgerüstet. All dies gehe nicht von alleine. „Jens Guth ist für uns in Mainz ein umtriebiger Sympathieträger und hartnäckiger Türöffner“, unterstrich Kissel sein klares Votum – auch in Richtung der Delegierten.

    »Zuverlässiger Ansprechpartner«
    Margit Zobetz, Schulleiterin der Nibelungenschule, unterstrich im Anschluss, dass Jens Guth ein „zuverlässiger Ansprechpartner“ sei. Durch sein Einfühlungsvermögen merke er schnell, „wo der Schuh drückt“. Die Menschen in Worms und Rheinland-Pfalz „brauchen solche Politiker!“, schloss sie die Aussprache.

    80 von 82 Delegiertenstimmen
    Bei der anschliessenden Abstimmung verwunderte es daher nicht, dass der so Gelobte von den 82 Delegiertenstimmen stolze 80 Ja- bei nur 2-Nein-Stimmen auf sich vereinen konnte.

    Eine reine Formsache war es auch, dass Timo Horst als Guths B-Kandidat es auch auf 74 Ja-Stimmen brachte. Allerdings gab es hier 5 Enthaltungen und 3 Nein-Stimmen.

    Guth und Horst bedankten sich bei den Delegierten für deren großes Vertrauen und versprachen, ihren vollen Einsatz für die Nibelungenstadt und das Land zu bringen.



     

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