Eindrucksvolle Klangfülle mit dem Rostov-Kosaken-Chor in der Evangelischen Kirche Eppelsheim
Ein unvergessliches Konzerterlebnis
Die siebenköpfige Formation der besten weißrussischen und ukrainischen Sänger, die gemeinsam mit der Mezzosopranistin Anna Tonneva in der Evangelischen Kirche in Eppelsheim am Ostersamstag ein zweistündiges Konzert (Moderation und künstlerische Leitung: Ina Agadjanowa) gaben, durfte vom begeisterten Publikum einen würdevollen Beifall ernten.
Temperament hat der Rostov-Kosaken-Chor. Kein Wunder, denn der russische Spitzenchor unter der Leitung von Aliaksandr Shyk und Vladimir Gorovoi hat bereits bei vielen nationalen und internationalen Wettbewerben Preise errungen. Viele Gäste ließen sich von der Stimmgewalt der Kosaken in das raue Russland des 19. Jahrhunderts entführen und genossen die Momente der Sehnsucht, das Gefühl von schwermütiger Stimmung und impulsiver Lebensfreude. Das Repertoire der Künstler umfasste weltliche und geistliche Musik russischer und anderer Komponisten, dazu russische Volkslieder und Don-Kosaken-Lieder. Die Sänger und Solisten füllten den Kirchenraum mit einem phänomenalen Klang, der fast surreal wirkte. Sie stimmten sowohl atemberaubend hohe als auch die dunkelsten und tiefsten Töne an und zeigten damit ihr außergewöhnliches Können. Vom leisesten Piano bis hin zu einem gewaltigen Fortissimo – die Sänger und die Solistin lieferten mit ihrer Klangfülle einen beeindruckenden Auftritt. Darunter Stücke wie „Es steht ein Soldat am Wolga-Strand“, aus der Operette „Der Zarewitsch“ von Bela Jenbach und Heinz Reichert nach der Musik von Franz Lehár. Großartige Solisten
Die Höhepunkte des Abends von Anna Toneeva waren neben Musikstücken aus ihrem russischen Repertoire zweifelsohne die Arie der Lauretta „O mio babbino caro“ aus Giacomo Puccinis Oper Gianni Schicchi und „Nessun dorma“ aus der Oper „Turandot“ , begleitet am Klavier von Alexander Kleonov. Ein Wechselbad der Gefühle und Gänsehautstimmung pur erlebte das dankbare Publikum bei dem bekannten Lied des ukrainischen Komponisten Dimitri Stepanowitsch Bortnjanski „Ich bete an die Macht der Liebe“. Der Rostov Kosaken-Chor faszinierte mit voluminöser und wohlklingender Stimmführung im Chorraum, von der Empore erklang über allem schwebend die herrlich timbrierte Stimme von Anna Tonneva. Sie vermittelte den ganzen Zauber und auch die eigene Melancholie der russischen Musik in höchster Vollendung. Beim weltberühmten „Kalinka“ war das Publikum nicht mehr zu halten. Spontan klatschte es im Rhythmus mit und bejubelte die großartigen Solisten. Der Verschönerungsverein 1880 e.V. bedankt sich bei seinen Mitgliedern und Gästen für den Besuch und bei den fleißigen Helfer/innen für das gezeigte Engagement. Unterm Strich war es ein unvergessliches Konzerterlebnis, das die Zuhörer als Ostergeschenk mit nach Hause nehmen konnten.