Sa., 02. Juli 2016, 15:51 Uhr
Seniorenbeirat drängt auf Schaffung von preiswertem Wohnraum / Über Fördermöglichkeiten informiert / Seniorenfest am 23. Juli auf dem Obermarkt
„Ein wichtiges sozialpolitisches Thema”
Wohnen im Alter ist eines der vordringlichsten Themen, mit denen sich der Seniorenbeirat beschäftigt. Deshalb verfolgte das Gremium mit besonderem Interesse die Debatten um den Masterplan Wohnen, der bis 2025 in Worms die Schaffung von 2.500 Wohneinheiten durch die städtische Wohnungsbau Worms GmbH wie durch private Investoren vorsieht und Ende Mai auch im Stadtrat einstimmig beschlossen wurde. 25 % dieser Wohneinheiten sollen Sozialwohnungen sein, eine wichtige Option gerade für Senioren mit kleiner Rente. Um sich kundig zu machen und die möglichen Formen von Förderungen im Wohnungsbau kennenzulernen, hat Christina Heimlich den Bereichsleiter „Wohnraumförderung Markt“ der Investitions- und Strukturbank des Landes Rheinland-Pfalz, Michael Back, eingeladen. Er erläuterte der Runde von Senioren und interessierten Zuhörern, wie z.B. dem Behindertenbeauftragten Wolfgang Schall und Seniorenbeauftragten der VG Eich Werner Krebs, wie man zahlreiche Fördermöglichkeiten im öffentlichen wie auch privaten Mietwohnungsbau nutzen und vielfach kombinieren kann.
Fülle von Fördermöglichkeiten
Back sagte auch deutlich, dass die Wohnraumengpässe für Menschen mit mittleren und unteren Einkommen durch Wegfall der Belegbindung entstanden seien, aber auch durch mangelnde Bautätigkeit in den letzten 20 Jahren. Auch die Wohnungsbau Worms GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stadt, hat in dieser Zeit auf den Erhalt und die Sanierung des vorhandenen Bestandes gesetzt, sowie marode städtische Immobilien verkauft oder saniert. Besondere Schwierigkeiten verursachen die neuen Energiespar-Vorschriften, das Fehlen von kostengünstigem Bauland sowie die Erhöhung der Grunderwerbssteuer. Die ISB bietet eine Fülle von Fördermöglichkeiten, deren sich Investoren aber auch Selbstnutzer bedienen können, wenn sie neu bauen, umbauen, ausbauen, umwandeln oder renovieren wollen. Sie reichen von äußerst interessanten Mischförderungen, die auch die erwünschte soziale Mischung der Bewohner im Auge hat, über den Einbau von Fahrstühlen auch in Gebäuden mit geringerer Geschosshöhe bis zur Aussetzung der Belegbindung, wenn keine entsprechenden Mieter gefunden werden können. Seit diesem Jahr gibt es auch attraktive Tilgungszuschüsse. Voraussetzung und Ziel ist aber dabei, dass ein Quadratmeterpreis für die Miete von 5,50 nicht überschritten wird.
Wunsch nach bezahlbarem Wohnraum
Der Seniorenbeirat ist der Auffassung, dass der diskutierte Preis von 6,80 bezahlbar sein mag, aber nicht wirklich preiswert für kleine Rentner ist. Gernot Lahr, stellvertretender Vorsitzender, sieht mit diesen differenzierten Förderungen große Chancen für Worms, den gewünschten preiswerten Wohnraum zeitnah zu schaffen. Dieter Horst plädiert dafür, dass nachdem das Liebenauer Feld eher hochpreisige Angebote hat, hier von Seiten der Stadt und der Wohnungsbau schnellst möglich Aktivitäten entfaltet werden, damit die ehrgeizigen Ziele des Masterplans auch besonders in diesem sozialen Segment erreicht werden können. Klaus Steinborn, selbst Architekt, hat während seines beruflichen Lebens daran mitgewirkt, Einfachstwohnungen zu sanieren und sieht deshalb ausreichend Ressourcen bei der städtischen Tochtergesellschaft, zügig auch diese Neubauanforderungen zu realisieren.
Vorsitzende Christina Heimlich drängt mit Nachdruck, in den städtischen Gremien und bei Investoren daraufhin zu wirken, dass man das Ziel preiswerte Wohnungen in dem avisierten Umfang von 500 bis 650 Wohneinheiten bis 2025 zu errichten, erreicht. „Beim Seniorenfest“ am 23. Juli auf dem Obermarkt stehen die Beiratsmitglieder besonders zu diesen Themen, aber auch anderen Anliegen zur Verfügung. „Wir freuen uns auch besonders über zahlreichen Besuch unserer Sprechstunden in der Ehrenamtsbörse, wo auch persönliche Themen vertrauensvoll angesprochen werden können“, so die Vorsitzende.