Bühnenbild- und Kostümentwürfe von Achim Freyer werden jetzt neu im Nibelungenmuseum ausgestellt
Einblicke in den Schaffensprozess von Achim Freyer
Eine der ausgestalten Siegfried-Skizzen von Achim Freyer.
Wer in diesen Tagen die Ausstellung „Wagners Ring“ im Nibelungenmuseum besucht, wird nicht wie gewohnt die Requisiten und Kostüme der Mannheimer Operninszenierung „Der Ring des Nibelungen“ vorfinden. Denn am Freitag, 29. April, sind Tarnhelm, Spiegelgeige und Co. in ihrer ursprünglichen Funktion ins Nationaltheater zurückgekehrt. Für die Dauer der Neuaufnahme des Mannheimer Rings von Mai bis Ende Juli 2016 präsentiert das Nibelungenmuseum stattdessen Ideen und Skizzen Achim Freyers zu Bühnenbild und Kostümen. Diese geben einen Einblick in den kreativen Schaffensprozess des mehrfach preisgekrönten Regisseurs, Bühnen- und Kostümbildners. Die Skizzen nehmen jeweils Bezug auf die vormals ausgestellten Objekte, sodass der informative Mediaguide auch in der Interimsausstellung „funktioniert“.
Mit der Präsentation der Ideen und Skizzen Achim Freyers zum Mannheimer Ring setzt das Nibelungenmuseum einen besonderen Akzent. Im Fokus der Ausstellung liegt nun der Prozess der Ideenfindung. Die ausgewählten Skizzen beziehen sich dabei auf die vormals ausgestellten Ring-Symbole und -Figuren.
Noch steht der Termin nicht fest, an dem die originalen Requisiten nach Worms zurückkehren. Näheres dazu erfährt man rechtzeitig auf www.nibelungenmuseum.de.Seite 2/3
Künstlerische Bedeutung der ausgestellten Skizzen Ausgeführt sind die Entwürfe Freyers in den unterschiedlichsten Techniken – beispielsweise mal mit Bleistift oder bunter Gouache auf weißem Papier, mal mit weißer Kreide auf schwarzem Karton. „Die Skizzen sind an zahlreichen Stellen beschriftet und kommentiert“, beschreibt Dr. Olaf Mückain, wissenschaftlicher Leiter des Nibelungenmuseums, die neuen Ausstellungsstücke und verrät: „So offenbart Achim Freyer auch einen Teil seines schöpferischen Findungsprozesses und seiner Ideenwelt. Gleichzeitig wird die Skizze zu einem künstlerischen Objekt, das an expressive Kunst erinnert.“ Abstrakt mutet beispielsweise der Entwurf für die Figur Siegfrieds an: bunte Farbtupfer, die auseinanderlaufen, daneben wilde Striche und handschriftliche Anmerkungen wie „vielleicht malt er sich selbst SIEG auf die nackte Brust“, die das Blatt fast vollständig ausfüllen und teilweise durchgestrichen sind.
Die Entwürfe Freyers stammen direkt aus der Kostümabteilung des Mannheimer Nationaltheaters. „Was den Kostümbildnern dort als Arbeitsgrundlage dient, betrachten unsere Besucher als Kunstwerke“, so Mückain weiter und führt aus: „Das zeigt, wie vielfältig die Arbeit Freyers ist, der sich zugleich als Bildender Künstler versteht.“
Gezeigt werden im Nibelungenmuseum originalgetreue Nachbildungen.
Service Die Besucher zahlen für die Interimsausstellung „Wagners Ring“ im Nibelungenmuseum Worms den regulären Eintrittspreis. Geöffnet ist die Ausstellung von Dienstag bis Freitag, 10 Uhr bis 17 Uhr (montags geschlossen). Samstags, sonn- und feiertags ist das Museum bis 18 Uhr geöffnet.