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  • Sa., 02. Juli 2016, 19:12 Uhr
    Horchheimer Gewerbeausstellung findet regen Anklang / Viele Anekdoten ausgetauscht / Auch Sonntag geöffnet

    „Eine besondere Facette der Ortsgeschichte beleuchtet”

    Von links: Günter Hammerle, Erwin Graichen, Eduard Wöhrle und Volker Janson inspizieren die Ausstellung.


    Zahlreiche Besucher lockte die historische Gewerbeausstellung an, die Günter Hammerle zur 1250-Jahrfeier von Horchheim aufgebaut hatte. Mehr als 400 Betriebe verzeichnen die Archive, die in Spitzenzeiten über 1.500 Arbeitsplätze den Horchheimern boten. Darunter fanden sich 44 Gaststätten, 10 Konservenfabriken, 20 Gurkeneinlegereien oder die Firma Fritz Merklinger, die Eier aus China importierte. Die erste Tankstelle fand sich genauso, wie die erste Horchheimer Dampfbäckerei, Pfeiffer und Diller oder die zahlreiche Metzgereien, die alle die besten und feinsten Wurstwaren anboten.

    Viele Fotos von diesen Geschäften, Anzeigen oder Werbeprospekte hatte Günter Hammerle zusammengetragen, teils öl- oder rußverschmiert, die mit Unterstützung des Fotostudios Johannes Krieg, aufbereitet und nun erstmals in dieser Form zu sehen waren. Dicht drängten sich die Besucher zwischen den Ausstellungsvitrinen, die der Wormser Briefmarkensammlerverein zur Verfügung gestellt hatte, und tauchten ein in die Vergangenheit.  Und so hörte man Kommentare wie, „Ja, wenn mein Vater von der Arbeit kam, musste er an 6 Kneipen vorbei, oder nein, er musste ja in jede rein“. „Beim Bäcker Brechtel, da gab es die besten Kaffeestückchen in Horchheim“.

    Ortsvorsteher Volker Janson dankte in seinem Grußwort Günter Hammerle, dem Motor des Jubiläums und zeigte sich Stolz auf sein Horchheim, dass mit mehr als 60 Veranstaltungen das Jubiläumsjahr begeht. Unter den Gästen konnte er auch Eduard Wöhrle, Sohn eines der drei letzten Inhaber der gleichnamigen Konservenfabrik Wöhrle in der Unteren Hauptstraße begrüßen. Besonders gespannt warteten die Besucher auf den Film über die Konservenfabrik, die mehr als 80 Mitarbeiter hatte. Erwin Graichen, selbst einmal Mitarbeiter der Firma, zeigte und kommentierte den Film aus dem Jahr 1965 und so konnte man eintauchen in die Welt von Sellerie, Kirschen, Bohnen oder eben den berühmten Gurken, die vor allen von Frauen in Dosen und Gläsern verpackt wurden. Und auch hier konnte man von den
    Besuchern hören, „war das nicht der Jakob? Lebt der noch?“ und „des war doch die Eva“. Extra gekommen waren auch einige ehemalige Mitarbeiter von Wöhrle, die bis 1982 Konserven, vorzugsweise für einen großen Discounter produziert hatten und die in Erinnerungen schwelgten. Eine Ausstellung, die eine besondere Facette der Ortsgeschichte beleuchtete, und die, so Günter Hammerle nicht die letzte dieser Form sein soll. Geöffnet ist die Ausstellung auch am Sonntag, dem  3. Juli, jeweils von 14 bis 17 Uhr in der Untermühle, Horchheimer Bahnhofstraße 31.

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