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  • Mi., 26. Februar 2020, 20:54 Uhr
    MATINEEN IM HEYLSHOF: Gelungene Gedenkveranstaltung zur 75-jährigen Stadtzerstörung

    Eine bewegende Geschichtsstunde

    Die „Matineen im Heylshof“ wurden einmal mehr ihrem Ruf gerecht.


    Im Rahmen der städtischen Gedenkveranstaltungen zur 75-jährigen Stadtzerstörung gastierte das Ensemble der „Matineen im Heylshof“ am Sonntag mit seinen Programm „Bombennacht“ im Theaterfoyer des Wormser. Die Nachfrage war so groß, dass – neben den Vorstellungen um 11 und 17 Uhr - ein zusätzlicher Termin um 15 Uhr angesetzt wurde. „Wir sind mit Kartenanfragen regelrecht überrannt worden und hätten im Grunde rund um die Uhr spielen können. Das zeigt, wie außergewöhnlich intensiv der Wunsch der Zuschauer ist, sich an diesen Tag zu erinnern“, beschreibt Karl-Heinz Deichelmann, der Organisator der Veranstaltrungsreihe, das große Publikumsinteresse.

    Außergewöhnliche Melange
    Und die Zuschauer wurden nicht enttäuscht: die „Matineen im Heylshof“ wurden einmal mehr ihrem Ruf gerecht, mit einer außergewöhnlichen Melange aus Gedichten, Geschichte und Musik auf eindringliche Weise herausragende Momente der neueren Stadtgeschichte erlebbar zu machen. Dabei kam dem Ensemble der besondere Veranstaltungsort zugute: der historische Vortrag von Dr. Jörg Koch wurde durch eingeblendete Fotos aus dem Jahre 1945 bereichert, die Zuschauer konnten sich also im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild vom Ausmaß der Zerstörung nach den Bombenangriffen machen.

    Individueller Klang
    Kongenial wie immer das Zusammenspiel zwischen Paul Streich und Karl-Heinz Deichelmann. Für „Bombennacht“ hatte Paul Streich Musik aus Gustav Mahlers wirkmächtiger und eindringlicher Symphonie Nr 5 in cis-moll ausgewählt und passgenau auf die einzelnen Gedichte zugeschnitten. Das passte hervorragend zu den Gedichten längst vergessener Autoren, die Karl-Heinz Deichelmann ausgewählt hatte.

    Seine außergewöhnliche und zu Herzen gehende Rezitation gab jedem Gedicht einen ganz eigenen, individuellen Klang. Und so wirkte das Zusammenspiel aus Musik und Gedichten noch lange nach.
    Mit Wolfgang Borcherts flammendem Anti-Kriegs-Appell „Dann gibt es nur eins: Sag nein!“ endete der bravouröse Auftritt. Das Publikum war betroffen, berührt und bewegt und dankte den Akteuren mit intensiven Beifall. Die Matineen im Heylshof hatten wieder einmal bewiesen, warum sie zurecht aus der Wormser Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken sind. Chapeau.

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