THEATER: Westhofener Seebachkomödianten begeistern ihr Publikum auch bei Jubiläum
„Eine Chefin zu viel"
Die Seebachkömidianten und Autor Markus Lendl (4 von links), blicken auf ein erfolgreiches Theaterstück zurück.
Die Seebachkomödianten (SBK) aus Westhofen können sich nicht beklagen: Bei ihrer Jubiläumsveranstaltung, dem zehnten Mal dass sie sich ihrem Publikum präsentierten, war die Gemeinde-Scheune bei allen fünf Vorstellungen proppenvoll. Die Zuschauer tobten und johlten und ein Großteil der Gäste stand am Ende von den Stühlen auf, um eine Standing Ovation einzuleiten. So auch der Autor des Stückes, Markus Lendl, der eigens aus der Steiermark angereist war.
„Wir spielen um zu spenden"
Nutznießer dieser Aufführungen sind Organisationen wie die „Flüsterpost“ in Mainz, die Kinder krebskranker Eltern unterstützt, der „Wünsche-Wagen“, des Arbeiter-Samariter-Bundes, die Wormser „Tafel“, die „Helfer vor Ort“ in Westhofen und die „Lebenshilfe“ in Osthofen. Diesen Organisationen fließt der Reinerlös der Komödie „Eine Chefin zu viel“ zu. Die SBK mit Intendant Gerhard Ochs an der Spitze und Heike Wittkowski – als Mitgründerin – betonen immer wieder, „wir spielen um zu spenden“. Das ist vollauf gelungen.
Verwechslungen in der Gaststätte
Diesmal hatten die SBK den Ort des Geschehens in ein heimisches Wirtshaus gelegt, in dem sich drei Stammgäste öfters treffen. Dabei hatte Ochs die Rolle des Peter Meier übernommen und riet dem Wirt Otto Beier (Daniel Faust), zusammen mit Kumpel Heinz Fuchs (Gerd Schobert) dringend eine neue Bedienung zu suchen, um die etwas dominante Resi Huber (Silvia Stieb) los zu werden. Der Meinung war auch der dritte Stammtischfreund, Sepp Brüller. Frank Gumbel aus Bürstadt mimte einen sich ständig wiederholenden und stotternden Ex-Polizisten. Nicht gerade für Begeisterung sorgte die Köchin des Lokals, Elena Botzki, dargestellt von Manuela Schiller, da sie ständig ihr polnisches Nationalgericht Bigos auf der Speisekarte anbot. Eine Top-Rolle besetzte Andrea Konrad, die als Herta Grantler ihrem Namen alle Ehre machte. Fehlte nur noch der Gast Vera Schön, gespielt von Monika Ruppert. Sie brachte die Verwechslungen in der Gaststätte bis zum Höhepunkt. Auch ihren Ehmann (im richtigen Leben) Volker Ruppert, hatte Gerhard Ochs, als Verantwortlicher für das Umschreiben des Stückes ins Rheinhessische, eingebaut.
Urkomische Posen
Ruppert, langjähriger Spieler bei den SBK ist inzwischen leider erblindet, war aber erstmals wieder bei der Truppe dabei und sorgte mit kurzen, aber knackigen Einsätzen für zahlreiche Lacher. Der Höhepunkt wurde nochmals getoppt, als Gerd Schobert in Damenkleidung und mit entsprechender Oberweite sich für die Stelle der Bedienung bewarb. In urkomischen Posen brachte er Kumpel Sepp Brüller dazu, sich in ihn zu verlieben, da „er etwas zu bieten hatte“.
So war am Ende dieser turbulenten zwei Stunden auch Vroni Hautz, als regieführende Souffleuse mit „ihrer“ Truppe zufrieden. Nun bleibt es abzuwarten, ob und wie es mit den Seebach-Komödianten im nächsten Jahr weitergeht.