„RiA“ – Rat im Alltag hilft in allen Lebenslagen / Beratungsprojekt ist in der Ehrenamtsbörse in der Andreasstraße zu Hause
Eine echte Erfolgsgeschichte
Die Gruppe „RiA“ – Rat im Alltag, und ihre Gastgeberin (von links hinten) Rainer Machate, Bruno Behr, Pradip Buddhdev, Christina Heimlich, Rainer Sorge, Gerlinde Buddhdev.
Aus der Initiative „Ich bin dabei“, die von Malu Dreyer und OB Michael Kissel 2014 unterstützt wurde, entwickelte sich die ehrenamtliche Idee von „RiA“, dem „Rat im Alltag“. Sechs Ruheständler mit viel Erfahrung im Business, Verwaltung und Management helfen seitdem Menschen, die Hilfe aller Art im Alltag brauchen.
Das Spektrum reicht von Hilfe bei der Führerscheinprüfung für Migranten, Schuldenberatung oder Versicherungsfragen. Auch Haushaltsplanung für Menschen mit wenig Geld gehört zum Beratungsalltag der RiAs. Formulare ausfüllen ist eines der Hauptgeschäfte, weil weder Einheimische, Flüchtlinge oder Migranten diese oft wirklich richtig verstehen. „RiA“ hat sich eingearbeitet und hier Heimat gefunden.
Zentral gelegener Ort wichtig
„Das bedeutet uns viel, weil man einen zentral gelegenen Ort braucht, wo sich Menschen treffen“, meint Rainer Machate. „Wir fühlen uns sehr wohl hier“. Er kommt aus Westhofen und ist nachberuflich Künstler geworden. Bilder, Bücher, Kaffee und Tee helfen, dass sich die Menschen öffnen. Die „RiA“-Leute haben sich kundig gemacht, Adressen von Fachstellen gesammelt und Verbindungen zur Wohnungsbau Worms GmbH, zur Verwaltung sowie dem Job-Center aufgebaut. Im Durchschnitt des Jahres 2015 fanden fast 40 Beratungen pro Monat statt, ohne Telefonate, Schreiben und Gespräche mit dem Juristen der Ehrenamtsbörse oder anderen Fachleuten mitzurechnen.
Positiv in die Zukunft sehen
Bruno Behr aus Pfeddersheim kann von einer echten Erfolgsgeschichte berichten. Begonnen hat alles im Oktober 2014. Eine Frau aus Worms kam in die Sprechstunde von RiA in die Ehrenamtsbörse. Sie hatte einen Flyer von „RiA“ und einen fragmentarisch ausgefüllten Antrag auf Kindergeld dabei. Die Frau hatte einen russischen Migrationshintergrund hat. Mit einem Anruf bei der Familienkasse konnte grundsätzliches geklärt werden. Die Überweisung des Kindergeldes konnte bald erfolgen. Es ging 2015 weiter. Ausfüllen des Folgeantrages für das Job-Center sowie Beantragung eines Schwerbehindertenausweises. Mit jeder erfolgreichen Unterstützung war die Frau bereit, uns mehr und mehr zu vertrauen. Dank der professionellen Hilfe des Juristen der Ehrenamtsbörse konnte ihr finanzieller Status wesentlich verbessert werden. Die Mietsituation wurde neu geordnet. Die Frau kann heute wieder positiv in die Zukunft sehen.
Migranten und Asylbewerbern helfen
Gerlinde und Pradip Buddhdev kommen einmal in der Woche aus Wachenheim nach Worms in die Ehrenamtsbörse. Innerhalb der Gruppe „RiA“ befassen sie sich vornehmlich damit, mehreren hilfesuchenden jungen Migranten und Asylbewerbern und deren Familien dabei zu helfen, Probleme mit Behörden zu lösen, insbesondere aktiv Wege für die schulische Ausbildung zu ebnen und den Zugang zum Arbeitsleben zu ermöglichen.
Zwei der jungen Leute haben inzwischen eine höhere schulische Laufbahn eingeschlagen und ein junger Mann einen Ausbildungsplatz gefunden. „Wir haben eine Kooperation und Kontakte zum Jugendmigrationsdienst sowie dem städtischen Kinder- und Jugendbüro aufgebaut. Das wird uns auch bei zukünftigen Beratungen helfen“, sind die beiden Ehrenamtlichen überzeugt.
Hilfe im Bürokratiedschungel
Mit vielfältigen Anforderungen wird der in Leiselheim wohnende Rainer Sorge wöchentlich konfrontiert. Hier geht es quer durch die deutsche Formularwelt, egal aus welchem der nachfolgenden Bereiche: Jobcenter, Agentur für Arbeit, Krankenkasse, Kindergeldkasse, Amt für Soziales, Finanzamt. Es gilt nicht nur die Formulare richtig fertig zu stellen, sondern auch die Zusammenstellung der entsprechenden Nachweise zu kontrollieren, um damit vielleicht eine schnellere und reibungslose Bearbeitung durch die Ämter zu ermöglichen. „Ich kann mich wie auch die anderen RiAs in Englisch verständigen“, sagt der frühere Manager.
Formularwesen als Herausforderung
Brigitte Hammerstein, ehemalige Mitarbeiterin einer Fachbehörde erkennt den Sinn jeden Formulares und weiß, was man machen muss. Nicht nur für Menschen, die die deutsche Sprache nicht so gut beherrschen, ist das deutsche Formularwesen aller Art eine Herausforderung. Sie weiß auch, wo man anrufen muss und schnell Fragen und schwieriges klären kann.
„Ich bin froh, dass wir den „RiAs“ in der Ehrenamtsbörse einen Ort bieten können, wo sie frei und unabhängig ihre Idee eines Beratungsprojektes dauerhaft realisieren können,“ meint Christina Heimlich, die Vorsitzende des Wormser Sozial- und Bürgernetzwerkes e.V.
Vielfältige Beratungszeiten
Beratungszeit der Gruppe RiA „Rat im Alltag“ ist am Dienstag von 11 bis 17 Uhr, am Mittwoch von 11 bis 14: Uhr und am Donnerstag von 12 bis 15 Uhr.
Erreichen kann man „RiA“ über die Ehrenamtsbörse unter Telefon 06241/502 8322, oder unter E-Mail ria@eab-worms.de sowie durch persönlichen Kontakt zu den oben genannten Zeiten in der Andreasstraße 7. Die Öffnungszeit der Ehrenamtsbörse ist täglich, von Montag bis Freitag, jeweils von 11 bis 17 Uhr. Am Freitag ist speziell offen für Gruppen nach Vereinbarung.