Mi., 07.10.2026
Die Gratiszeitung für Worms und das Nibelungenland
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Do., 07. Februar 2019, 12:31 Uhr
    Haupt- und Finanzausschuss lehnt Fotovoltaik-Projekt eines privaten Investors ab / Bürgermeister bedauert Entscheidung

    „Eine Entscheidung des Gewissens“

    Auf Häusern und Industriedächern oder Deponieflächen wünschenswert, aber auf Ackerflächen nicht gewünscht: Großflächige Fotovoltaikanlagen zur Energieerzeugung. Foto: pixabay.com


    VON STEFFEN HEUMANN Auf Antrag der Grünen-Fraktion wurde das Vorhaben eines privaten Investors auf einer städtischen Ackerfläche eine große Fotovoltaik-Anlage zu errichten, im öffentlichen Teil des Haupt- und Finanzausschusses behandelt. Die Nutzung von Freiflächen hierfür sei problematisch, argumentierte Richard Grünewald (Bündnis 90/Die Grünen). Fotovoltaik auf 15.000 Qudratmetern könne auch auf 2 bis 3 Industriefachflächen realisiert werden, reagierte Grünewald mit Skepsis auf das Vorhaben, zumal Energie auch an anderen Orten als auf Ackerflächen erzeugbar sei. „Es ist nicht Sinn der Sache, einen Pachtvertrag mit einem Landwirt aufzukündigen, der Lebensmittel anbaue“, verwies Grünewald auf den Wandel in diesem Sektor. Einst Goldgräberstimmung, dann unattraktiv, jetzt wieder förderlich, so Richard Grünewald über die Motivation des Investors.

    Ackerflächen für Landwirtschaft erhalten

    Mathias Englert (FWG/Bürgerforum) folgte den Ausführungen seines Vorredners, dass zur Energiegewinnung keine Flächen verraucht werden dürften. Dr. Klaus Karlin sah das für die CDU ähnlich. „Es gibt Alternativen!“ Zumal die Pachteinnahmen eine verschmerzbaren Größenordnung darstelle. Dr. Jürgen Neureuther für FDP stellte klar: „Ackerflächen sollen der Erzeugung von Nahrungs- und Futtermitteln vorbehalten bleiben.“ Timo Horst (SPD) verwies auf die Richtlinien, die für Neubaugebiete gelten, in denen die Dachausrichtung bereits auf eine Fotovoltaik-Nutzung ausgerichtet sei. „Allerdings auf freiwilliger Basis“, ergänzte Oberbürgermeister Michael Kissel. Fotovoltaik auf privaten Dächern sei nicht vorschreibbar, sondern freiwillig und eher auf den Eigenbedarf ausgerichtet. Nach wie vor stehe das Solarflächenkataster allen Hausbesitzern für eine Entscheidungsfindung online zur Verfügung.

    Verpasste Chance

    Als „Entscheidung des Gewissens“, kommentierte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek das Veto des Gremiums gegen das Investorenvorhaben. Vor Jahren sei das Klimaschutzkonzept im Stadtrat einmütig beschlossen worden. Jetzt vermisse er die Konsequenz in der Umsetzung. Man habe einen Investor an der Hand, der eine Ackerfläche entlang der Autobahn zur Energiegewinnung nutzen wolle. Auf Boden, der keine landwirtschaftlich optimalen Bedingungen biete, unterstrich Kosubek. Worms können zudem Erfolge in Sachen Fotovoltaik vorweisen. „Und jetzt vergeben wir die Chance, weitere 200 Häuser im Jahr mit Energie zu versorgen“, äußerte Bürgermeister Hans-Joachim Kosubek abschließend sein Bedauern über das Abstimmungsergebnis bei lediglich zwei Enthaltungen und einer Stimme für das Projekt (OB Michael Kissel).

    Beitrag aus der Rubrik

    » Worms und Ortsteile
    Anzeige Reifen Mast KN10123Anzeige Platten NOLLAnzeige Online StellenmarktAnzeige VHS
    Anzeige das WormserAnzeige AmtsblattAnzeige Tip Südhessen
    Anzeige TicketshopAnzeige Cecil Cycle KN18256Anzeige 3 Füller 1