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  • Do., 16. Oktober 2014, 10:31 Uhr
    Katholische Gemeinde St. Laurentius feierte 80. Weihejubiläum

    „Eine Kirche ist hauptsächlich ein Haus Gottes“

    Die katholische Gemeinde St. Laurentius beging mit einem feierlichen Gottesdienst das 80-jährige Weihefest ihrer Kirche in Leiselheim. Zuvor referierte Felix Zillien (Pfeddersheim) thematisch passend „Sankt Laurentiuskirche - Leiselheim im Wandel der Zeit“. Dabei erfuhren die zahlreichen Zuhörer einen Abriss der Kirchengeschichte in Leiselheim, die erstmals in einer Urkunde vom 15. März 1367 erwähnt wurde. Von alters her war die Kirche wie auch die heutige dem Heiligen Laurentius geweiht, der anno 258 auf dem Rost zu Tode gequält wurde.

    Diesen Rost wählten auch die Einwohner Leiselheims als Dorfsiegel. Nach der Reformation wurde die alte Kirche zeitweise auch simultan genutzt und musste 1831 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Es dauerte über 100 Jahre, bis am 14. Oktober 1934 die neue Kirche eingeweiht werden konnte. Viele Helfer aus den Gemeinden Leiselheim und Pfeddersheim hatten „für Gotteslohn“ dazu beigetragen. Dass die Ökumene schon damals vor Ort gut gelebt wurde geht aus der Pfarrchronik Pfeddersheim hervor: „der Höhepunkt der hl. Messe war gekommen, Gottes Sohn stieg zum ersten Mal auf den Altar nieder. Da läutete die Glocke der evangelischen Kirche zur heiligen Wandlung.

    Es war ein großer Augenblick des christlichen Miteinander in Leiselheim!“ Felix Zillien ging auch auf die Festpredigt des damaligen Bischofs Dr. Ludwig Maria Hugo ein und betonte den Mut , den er in seiner Predigt zu Beginn der Nazizeit bewiesen hat: „Heute, wo Mächte der Finsternis umher schleichen und den Menschen den Glauben nehmen wollen, entgegnen wir: Jesus Christus, Du unser einziger wahrer Freund, Dich wollen wir nie verlassen!“ und weiter „das Gotteshaus ist das rechte Gemeinschaftshaus für alle Menschen! Hier gibt es keine Verschiedenheiten nach Rang Stand, arm und reich, vor Gott sind alle gleich! Vor ihm gilt nur ein Vorzug, der der Gnade und der Liebe!“ Anhaltender Beifall der Zuhörer belohnte den Referenten für seinen exzellenten Vortrag. Alois Marschall, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, dankte dem Geschichtsexperten mit einem Weinpräsent und hob sein in die Tiefe gehendes Wissen hervor, mit dem schmunzelnden Hinweis, dass Felix Zillien älter ist, als das jetzige Weihejubiläum. In der kurzen Pause bis zum Beginn des Festgottesdienstes wurde bei kleinen Snacks und alkoholfreien Getränken über das soeben Gehörte diskutiert und die Ökumene in lebhaften Gesprächen „weitergelebt.“

    Auch die Ausstellung mit Exponaten und Bildern von Urkunden und Dokumenten fand guten Zuspruch. (Geöffnet am heutigen Samstag von 17 Uhr bis zum Beginn des Gottesdienstes um 18 Uhr) Mit dem Lied „Ein Haus voll Glorie schauet“ wurde der feierliche Festgottesdienst eingeleitet. Pfarrer Monsignore Manfred Simon ging in seiner Festpredigt ebenfalls auf die Bedeutung eines Kirchenbaues ein. Eine Kirche ist hauptsächlich ein Haus, in dem Gott wohnt, in dem die Menschen Gott begegnen können. Er macht keinen Unterschied zwischen Ansehen oder Einkommen. Der Gottesdienst wurde beeindruckend begleitet vom Kirchenchor Liebfrauen unter der Leitung von Jochen Kaube, der auch als Solist zu hören war. An der Orgel war Hans-Michael Rix.

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