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  • Fr., 14. November 2014, 10:16 Uhr
    Der LandFrauen Kreis Worms bot im Lutherhaus in Pfeddersheim ein literarisches Highlight

    Eine Reality Show des 16. Jahrhunderts - Luthers Briefe szenisch gelesen

    Kirsten Zeiser und Dr. Achim Müller gestalteten aus Luthers Korrespondenz zwischen historischen original Texten und mimischen Spiel einen reizvollen Dialog der in das Leben der Luthers der Jahre 1524-1546 nachzeichnete. Foto: Karolina Krüger

    Von Karolina Krüger. Hannelore Reinheimer, Vorsitzende des LandFrauen Kreises Worms war es gelungen, ein besonderes Highlight in der Geburtstagswoche Martin Luthers im Martin-Luther-Gemeindehaus in Pfeddersheim zu organisieren. Dr. Armin Müller, Pfarrer für Stadtkirchenarbeit und Schauspielerin Kirsten Zeiser gelang es, vorgetragene Briefe Martin Luthers ergänzt durch szenisches Spiel verständlich zu machen. Luther, der durch seinen Thesenanschlag und darauffolgendes Erscheinen in Worms vor Kaiser und Reich weltgeschichtliche Bedeutung erlangte, dokumentierte sowohl politische wie private Episoden in seiner Korrespondenz ab 1524 bis zu seinem Tode 1546.


    Die gelesenen Texte, isoliert ohne Kenntnisse der Lebensumstände und Gepflogenheiten des 16. Jahrhunderts und losgelöst aus dem großen Zusammenhang, wären nur schwer verständlich. Um hier ein umfassenderes Bild zu erschaffen, kommentierte Kirsten Zeiser sehr eindrucksvoll und mimisch die von Müller gelesenen Briefe und ließ so ein Zeitverständnis beim Zuhörer entstehen.


    Briefe an die großen Reformer,  Luthers Kinder und Frau erzählen von Kirchenpolitik, der Pest und familiärem Freud und Leid. Malen die Familiengeschichte Luthers von der Befreiung Katharina von Boras aus einem nimbischen Kloster, der Verheiratung der Nonnen bis hin zur Eheschließung mit dem „lieben Herrn Käthe“, die Geburt und den Tod seiner Kinder, den Tod des Vaters, finanzielle Not,  eheliches mit- und füreinander Freuen, Sorgen und Bangen einschließlich der letzten Briefe vor Luthers Tod. Das überwiegend weibliche Publikum lauschte gebannt, versank in einer anderen Epoche aus der ein zeitgemäßer Küchengruß, nämlich Schmalz- und Latwerchbrote mit Wein, den Abend gelungen abrundete.

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