
Auf zu neuen Ufern! Kapitän Sandro Loechelt verlässt den VfR Wormatia für eine berufliche Zukunft in Hamburg. Zwölfeinhalb Jahre lang trug Sandro Loechelt das Wormatia-Trikot. Aus der U19 schaffte er es damals praktisch direkt zum Regionalliga-Stammspieler und war damit leuchtendes Vorbild für die Wormatia-Nachwuchstalente. Nach zweieinhalb Jahren bei Mainz 05 II und Waldhof Mannheim war Sandro Anfang 2020 wieder nach Worms zurückgekehrt und zählte bis heute zu den absoluten Spitzenspielern der Oberliga.
197 Spiele, 25 Tore und 20 Vorlagen sind seine Wormatia-Bilanz. Er hat Höhen und Tiefen mitgemacht, ist mit der Elf auf- und abgestiegen, hat dem Verein die Treue gehalten und immer vollen Einsatz gezeigt – wenn es ihm möglich war. Denn dass er heute nicht in den Top 20 der Wormatia-Spieler mit den meisten Einsätzen steht, liegt an den muskulären Problemen, die ihn seit Jahren leider immer wieder regelmäßig ausbremsen.
Mit 29 Jahren schaut Sandro nun auf eine prägende Wormatia-Karriere zurück, aber auch nach vorne auf seine berufliche Zukunft. Kürzlich hat er seinen Bachelor-Abschluss geschafft und damit ein neues Kapitel in seinem Leben begonnen – mit wegweisenden Entscheidungen. In wenigen Wochen wird er den Südwesten gegen den Norden Deutschlands eintauschen, denn es zieht ihn beruflich nach Hamburg.
Von Marcus Diehl › Jetzt ist es amtlich: Sandro Loechelt verlässt die Wormatia. Eigentlich undenkbar. Sandro stand für die Wormatia. Er war der Typ auf dem Feld, der immer voran gegangen ist. Der die Mannschaft geführt hat, als Vorbild diente und immer das Herz auf dem Feld gelassen hat. Er war ein Kapitän, wie die Trainer sich ihn wünschen. Vor allem auch in der Kabine ist er eigentlich nicht zu nicht ersetzen. Leider fehlte er in dieser Saison zu oft. Wenn er aber spielte, war sofort zu erkennen – Sandro steht auf dem Feld. Er konnte das Team auf ein ganzes anderes Niveau heben. Über Jahre machte Sandro den Unterschied aus. Er stand an der Schwelle zur Wormatia-Ikone.
Sein Abgang schmerzt auch aus einem anderen Grund: Er ist und war die letzte Identifikationsfigur, über Jahre ein Leistungsträger, der Höhen und Tiefen mitgemacht hat. Immer war er ein wichtiger Baustein, wenn das Team wieder neu aufgebaut werden musste. Der wusste, wie der Verein tickt. Die Hierarchie innerhalb des Teams muss jetzt komplett neu aufgebaut werden, das kann den Neuaufbau noch schwieriger machen. Die jetzt am längsten bei der Wormatia sind, sind Moritz Gotthardt und Rückkehrer John Dos Santos, beide um die 20 Jahre alt. Sie können noch keine Führungsaufgaben übernehmen.
Es wird sich zeigen, wie diese Lücke geschlossen werden kann. Sportlich wie menschlich. Da müssen einige Neuzugänge sofort in diese Rolle schlüpfen oder das Kollektiv muss es auffangen. Es kann aber auch eine Chance sein, für die wenigen etablierten Spielern mehr Verantwortung zu übernehmen. Von seiner Art und Spielweise her könnte Laurenz Graf eventuell in die großen Fußstapfen von Sandro treten können. Zuzutrauen ist es ihm auf jeden Fall.