TC Bürgerweide: Deutsche Tennis-Meisterschaften 2019 der Jungseniorinnen & Jungsenioren erntet viel Lob / Termin im Jahr 2020 steht aber in den Sternen
„Einer DM mehr als würdig“
Keine (ehrenamtliche) Selbstverständlichkeit: Das engagierte und junge Service-Team des TC Bürgerweide Worms hielt die deutsche Tennis-Elite während der viertägigen TCB-Jubiläums-Veranstaltung mit leckeren Speisen, kühlen Getränken und vor allem Freundlichkeit bei bester Laune. Foto: Marcus Diehl
VON JÜRGEN JAAP | Es ist Jahr für Jahr eine Mammutaufgabe. Seit 2010 stellt sich der TC Bürgerweide Worms dieser großen sportlichen und insbesondere organisatorischen Herausforderung. 2019 führte der Tennisclub im Wormser Wäldchen bereits zum zehnten Mal die Deutschen Tennis-Meisterschaften der Jungseniorinnen und Jungsenioren durch. Gerne kommen die besten deutschen Tennis-Spielerinnen und Tennis-Spieler der Altersklassen 30 und 35 in die Nibelungenstadt, um dort das weithin bekannte familiäre Flair der inzwischen als Bürgerweide Open bezeichneten nationalen Titelkämpfe zu genießen. „Es ist uns eine Ehre, wir sind sehr stolz darauf, dieses Event durchführen zu dürfen“, bekräftigt Sascha Kaiser. Der Vorsitzende des TC Bürgerweide Worms weiß aber auch: „Die Veranstaltung ist nur mit einem großen ehrenamtlichen Engagement unserer Vereinsmitglieder zu stemmen. Viele opfern ihre Urlaubstage, um zu helfen.“
Ehrenämtler stemmen Gastronomie, Turnierleitung und vieles mehr
Beispiel Gastronomie: Um die Tenniscracks mit frisch zubereiteten und abwechslungsreichen Speisen, kühlen Getränken, Snacks und selbstgebackenem Kuchen verwöhnen zu können, ist „Manpower“ gefragt. Heuer übernahm das wieder die Jugend-Abteilung des TCB rund um die Tennis-Familie Wagner. Vater Viktor brachte das frische Essen bei, Mutter Helena kochte Wildlachs-Ragout, Hähnchenbrust, Schweinefilets, eine Chinesische Rinderpfanne und Reisnudeln zusammen mit den Töchtern Julia und ihrer Schwester Jana. Thomas Petzold und Oliver Thurow fungierten – wie schon gewohnt – als Turnierleiter. Roberto Mazola und viele seiner TCB-Vereinskollegen hantieren als Platzdienst mit dem Schleppnetz, den Linienbesen und dem Wasserschlauch, richten im D-Zug-Tempo die Plätze nach jedem einzelnen Spiel auf den sechs Sandplätzen wieder her. „Ein gewaltiger Aufwand“, mochte Sascha Kaiser die unzähligen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden nicht wirklich aufaddieren.
Logisch, dass da etwa Uwe Franz, der Wormser Sportdezernent und begeistert die Spiele verfolgende Schirmherr des Events, oder Thomas Heil, der Vizepräsident und Leiter des Ressorts Wettkampfsport beim Deutschen Tennisbund (DTB), nur den Hut ziehen konnten. „Der Verein präsentiert sich super, die Veranstaltung ist einer Deutschen Meisterschaft mehr als würdig“, resümierte Thomas Heil beeindruckt.
Vielzahl von Events als ein Knackpunkt der Meisterschaften
Doch es gibt auch durchaus Probleme rund um das in Worms vom TCB so stilecht präsentierte Event. „Eine Vielzahl von Terminen steht nach der Medenrunde stets am Ende des Sommers auf der Agenda“, weiß Thomas Heil um die Nöte der Ausrichter. So fand zeitgleich in Bad Neuenahr die Deutsche Meisterschaft der Seniorinnen und Senioren der Altersklassen 40 bis 85 statt. Franz Stauder, gebürtiger Rheindürkheimer und Vereinstrainer des TC Rot-Weiß Worms, wurde in Bad Neuenahr zwar zweifacher Deutscher Meister, fehlte aber im Wäldchen als Zuschauer-Magnet. „Wir müssen den Termin mit dem DTB besser abstimmen“, betont deshalb Sascha Kaiser. Zuvor aber – und das sei ganz wichtig – müssten die Mitglieder des TCB intern ihre Bereitschaft erklären, auch 2020 wieder Hand in Hand zu arbeiten. Ob die Bürgerweide Open also in das elfte Jahr gehen, ist noch nicht hundertprozentig verbürgt. „Aber wir arbeiten daran“, macht Sascha Kaiser Hoffnung.