
Von Marcus Diehl › Die Niederlage in Bodenheim war zu viel: Knappe vier Monaten war Nauwid Amiri der Trainer der Verbandsligatruppe der TSG Pfeddersheim. Die Ziele wurden groß ausgesprochen, die Realität sieht momentan anders aus. Der Verein sah sich gezwungen die Reißlinie zu ziehen. Denn der Trend geht ganz klar nach unten und es gab zwei deprimierende Niederlagen innerhalb von fünf Tagen. Nauwid Amiri: „Ich kenne das Fußball-Geschäft ganz genau. Mir ist klar, dass die erzielten 16 Punkte nicht der Anspruch sein können. Die Entlassung liegt mir schwer im Magen. Trotzdem wird mir die TSG weiterhin am Herzen liegen und ich bin dankbar, dass ich im Sommer die Chance bekam.“
Am Montag holten sich die TSG eine 0:6 Heimpleite gegen Dudenhofen ab und in Bodenheim kam es zu einer 2:3 Niederlage. Deprimiert und geschockt waren alle ,die mit der TSG sympathisieren. Bis zur 88. Minute war alles gut. Die TSG strebte auf einen Auswärtssieg zu. Was dann aber passierte, gehört in die steckt in die Schublade „unerklärlich". Binnen neun Minute lässt sich das Team überrumpeln. „Das war mit unser bestes Saisonspiel. Wir haben es aber wieder einmal nicht zu Ende gespielt. Schon in der ersten Hälfte hätten wir den Sack zu schnüren müssen“, so Amiri.
Zur Pause führte die TSG durch die Tore von Fabio Schmidt und Rouven Amos mit 2:0. Alexander Biedermann frei vor dem Torhüter vergab denkbar knapp. Minuten später setzte Fabio Schmidt den Ball an den Pfosten. Ein Zwei-Tore-Vorsprung war eigentlich zu wenig. So sind die Gastgeber im Spiel geblieben. Nach der Pause wurde Bodenheim dann etwas konkreter in seinen Aktionen und übernham immer mehr das Kommando. Das dritte Tor für die TSG hätte Marcel Bormeth erzielen können. Dann wäre der Sieg so gut wie eingetütet gewesen. Die TSG verwaltete dann nur noch. Nach vorne ging so gut wie nichts mehr.
Der Anschlusstreffer in der 88. Spielminute war ein Déjà-Vu. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison kassierten die Pfeddersheimer so einen Treffer. Ein langer Ball an den zweiten Pfosten und unbedrängt konnte Calvin Faßnacht den Ball versenken. In der 94. Minute dann der Ausgleich durch Felix Kammerer. Mit seinem zweiten Treffer brachte Calvin Faßnacht in der verlängerten Nachspielzeit den Gastgebern noch unverhofften Punkte.
Das Training wird jetzt erst einmal der Sportliche Leiter Manuel Wöllner übernehmen. Ob der bisherige Co-Trainer Frederik Tilger-Kuhn dabei zur Verfügung steht, wird sich am Montag entscheiden. Schon am Freitagabend steht das nächste Spiel auf dem Programm. Um 19.30 Uhr geht es gegen Basara Mainz. Danach ist die TSG Spielfrei. Zeit sich um einen neuen Trainer zu kümmern. Diese Aufgabe muss Wöllner lösen. Mit Blick auf die Tabelle, sind die Gründe der TSG nicht überraschend. Wenn jetzt Saisonende wäre, hätte die TSG mit einem Punkt Vorsprung die Klasse gehalten. Manuel Wöllner: „Um es schlicht und einfach zu erklären. Nauwid hat einfach zu wenig Punkte geholt. Es ist uns nicht leicht gefallen, weil er einfach ein super Mensch ist. Die Abstiegsränge kommen immer näher. Ihm hat einfach in manchen Situationen das nötige Glück gefehlt.“
Die TSG stand bei dem Spiel wieder einmal unter Dauerdruck. Ein Dilemma, was sich nun die ganze Saison hindurchzieht. Die Probleme in der Defensive bekommen sie nicht gelöst. Genug gelernte Verteidiger standen bei dem Spiel gegen auf dem Platz. Vielleicht waren es auch zu viele. Auf dem Platz standen genug etablierte Spieler, die ihre Standfestigkeit schon in höheren Klassen bewiesen haben. Dass die TSG die drittschlechteste Abwehr der Liga besitzt, spricht Bände.