CDU WORMS: Verein Sicheres Worms (SiWo) mit Johannes-Weil-Preis geehrt / CDU-Vorsitzende Lohr: SiWo bestärkt Kinder, sich für ihre Rechte einzusetzen
Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit
Über den Preis freuen sich die Siwo-Vorstandsmitglieder (vorne von links) Adolf Kessel, Klaus Sommer, Wolfgang Schneider und Sven Löber mit der CDU-Kreisvorsitzenden Stephanie Lohr und die engagierten Puppenspieler.
Die CDU Worms hat den Verein „Sicheres Worms“ (SiWo) mit dem Johannes-Weil-Preis geehrt. Die Vorsitzende der CDU Worms, Stephanie Lohr, überreichte die Auszeichnung in Hochheim im Rahmen einer Feierstunde an den SiWo-Vorsitzenden Wolfgang Schneider. In ihrer Laudatio stellte Lohr die Verdienste des Vereins heraus: Seit 2004 wirkt SiWo mit seinen Projekten präventiv gegen Angst vor Kriminalität und greift auch hochsensible Themen auf wie sexuellen Missbrauch und Gewalt im häuslichen Umfeld. „Sie tun das mit einem Einfühlungsvermögen und einer Achtsamtkeit, die die Kinder aufklärt, ohne Angst zu machen und sie bestärkt, sich Hilfe zu suchen und für ihre Rechte einzustehen“, lobte Lohr. Der Verein unterstützt beispielsweise seit Jahren die Aktion Notinsel und hat vor 14 Jahren die Puppenbühne ins Leben gerufen. Deren Akteure zeigten im Anschluss einen ihrer Klassiker, ein Stück das jährlich 1.500 bis 2.500 Kinder im Alter von fünf bis sieben Jahren erreicht.
Und das offenbar mit Erfolg. Wie Schneider berichtete, ist die Anzahl an Missbrauchsfällen in Worms seither jedenfalls merklich zurückgegangen. „Die Kinder, die das Stück gesehen haben, vielleicht sogar mehrmals, wissen, dass sie Nein sagen dürfen." Die Gäste, die zahlreich zu der Ehrung in den katholischen Gemeindesaal gekommen waren, spendeten lange Beifall. Lohr überreichte den Preis: ein silber-goldenes Ginkgoblatt, das der Wormser Künstler Joachim Harbut entworfen hat. „Der Gingko steht als Symbol für Widerstandsfähigkeit, weil er nach der Atom-Katastrophe in Hiroshima der erste Baum gewesen war, der wieder gewachsen ist“, erläuterte Lohr.
Zivilcourage, Bürgerehrenamt und mutiges Eintreten
Schon mehrfach haben die Wormser Christdemokraten den Pfarrer-Weil-Preis verliehen und damit den besonderen Einsatz für Zivilcourage, Bürgerehrenamt und mutiges Eintreten für die Rechte anderer gewürdigt. Die Entscheidung, dass die Verleihung in diesem Jahr an den Verein „Sicheres Worms e.V.“ gehen soll, sei einstimmig gefallen in der Partei, berichtete Lohr. Dann nahm die CDU-Vorsitzende Probleme in Politik und Gesellschaft in den Blick. Die Politik müsse Antworten geben, damit Menschen nicht verunsichert würden, sich abgehängt fühlten und sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurückzögen. „Ehrenamt und Vereinsleben sind der Kitt unserer Gesellschaft." Es sei wichtig, den Blick offenzuhalten für die Sorgen und Nöte anderer – so wie Pfarrer Johannes Weil dies getan habe.
Vielfältig engagiert
Johannes Weil (1902 bis 1968) wirkte in Worms als Kaplan und in Hochheim (Maria Himmelskron) als Pfarrer und engagierte sich vielfältig für die Rechte anderer. Unvergessen ist den Wormsern vor allem, wie er nach den Fliegerangriffen auf die Stadt 1945, auf eigene Initiative hin, mit 17 Freiwilligen beider Konfessionen die Toten barg – 494 Menschen, die unter Trümmern verschüttet lagen – und ihnen ein würdiges Begräbnis gab.