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09.53 Uhr | 8. Dezember 2020

Einsatz für eine bessere geburtshilfliche Versorgung

Soroptimist International Club Worms: Menschenrechtstafel an Mother Hood e.V. verliehen / Erschwerung der Arbeit durch Maskenpflicht

Der Soroptimist International Club Worms hat die Stadtgruppe Worms des Vereins Mother Hood e.V. ausgezeichnet. Mother Hood e.V. setzt sich für eine bessere geburtshilflichen Versorgung ein. Dazu zählen z.B. eine wohnortnahe Versorgung mit Geburtskliniken und Hebammenangebote.

Am 10. Dezember jährt sich die Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris zum 72. Mal. An diesem Datum verleiht der Soroptimist International Club Worms jährlich seine Menschenrechtstafel an eine Einrichtung, die sich beim Thema Menschenrechte besonders einsetzt.

So wurden bisher bereits die Pfrimmtal Realschule plus, der Caritasverband, das Rudi-Stephan-Gymnasium, das Warbede Frauenzentrum, die Volkshochschule Worms, der „Eine Welt-Laden“ sowie die Palliativversorgung Rheinhessen ausgezeichnet.

In diesem Jahr erhält die Stadtgruppe Worms des Vereins Mother Hood e.V. die Menschenrechtstafel. Bei Mother Hood e.V. setzen sich Eltern bundesweit für eine gute Versorgung von Mutter und Kind vor, während und nach der Geburt ein. Durch Kreißsaalschließungen, Personalmangel in Kliniken und Lücken in der Hebammenversorgung ist eine sichere Geburtshilfe nicht mehr überall gegeben. Die Leiterinnen der Stadtgruppe Worms, Daniela Reitz und Dr. Pia Müller, koordinieren neben der Wormser Gruppe auch die Aktivitäten für ganz Rheinland-Pfalz.

„Gerade in Zeiten von Corona sollte der Start eines Menschen ins Leben besonders geachtet werden. Jedoch sind Schwangere und Gebärende sehr stark von den wegen der Pandemie eingeführten Regelungen betroffen“, sagt Daniela Reitz. Zu Beginn der Corona-Pandemie war es in vielen Geburtskliniken nicht mehr möglich, dass Gebärdende während der Geburt von einer Person ihrer Wahl begleitet wurden. Neben den emotionalen Folgen birgt das Verbot einer Begleitperson medizinische Risiken, die auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) explizit betont.

Der „Runde Tisch Geburtshilfe“
Die Vertreterinnen von Mother Hood e.V. Worms setzten sich daraufhin unter anderem als am „Runden Tisch Geburtshilfe“ des Landes dafür ein, dass klare Regelungen in Rheinland-Pfalz geschaffen wurden und auf die Möglichkeit der Begleitung während der Geburt in den Rechtsverordnung sowie auf den Corona-Webseiten des Landes hingewiesen wurden.

Mit der Maskenpflicht für Gebärende gelten weiterhin in vielen Kreißsälen starke Einschränkungen rund um die Geburt. Daniela Reitz und Pia Müller zeigen sich darüber sehr besorgt. „Die Regelung ist aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll: Die Atmung ist ein wesentlicher Teil der Geburtsarbeit und wird durch eine Maske erschwert. Es müssen andere Wege gefunden werden, um das Personal im Kreißsaal und die Gebärenden zu schützen“. Mother Hood e.V. Worms evaluiert kontinuierlich die Situation der Gebärenden im Bezug auf Begleitmöglichkeiten durch eine Person der Wahl, Maskenpflicht sowie Änderungen z.B. durch die Einführung von Corona-Schnelltests.

Aufgrund der sich weiterhin dynamisch entwickelnden Pandemielage findet die diesjährige Verleihung der Menschenrechtstafel virtuell statt und kann auf den Facebook-Seiten von Soroptimist International Woms und den Social Media Seiten von Mother Hood e.V. nachgelesen werden.

Die Präsidentin des Soroptimist Club Worms Rosemarie Schönherr und Dr. Pia Müller von Mother Hood e.V., Vertretung Rheinland-Pfalz und Stadtvertretung Worms (von links).

Die Präsidentin des Soroptimist Club Worms Rosemarie Schönherr und Dr. Pia Müller von Mother Hood e.V., Vertretung Rheinland-Pfalz und Stadtvertretung Worms (von links).

 

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Geschrieben in Worms und Ortsteile

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