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Mo., 17. Februar 2020, 08:33 Uhr
BEZIRKSLIGA RHEINHESSEN: Trotz weitestgehend ausgeglichener Partie steht am Ende ein 0:5 gegen Zornheim
Eintracht Herrnsheim erlebt herben Fehlstart ins neue Jahr
VON ANDREAS BERG | Endlich wurde wieder Freiluftfußball gespielt. Den Auftakt 2020 in der Bezirksliga Rheinhessen machte am Sonntagnachmittag dieSGE auf ungewohntem Geläuf im Pfeddersheimer Uwe-Becker-Stadion. In einem Nachholspiel aus der Vorrunde empfing die SG Eintracht Herrnsheim den TSV Zornheim.
Die Ausgangsposition
Der Gast aus der Verbandsgemeinde Nieder-Olm lag tabellenmäßig genau auf dem ersten Nichtabstiegsplatz, während es für Herrnsheim als Tabellenvorletzter bei elf Punkten Abstand auf den Gast aus Zornheim beinahe schon um den letzten Strohhalm im Kampf gegen den Abstieg ging. Leider begann das Spiel wenige Minuten später, da das Schiedsrichtergespann nicht rechtzeitig aus der Kabine kam. Beide Mannschaften begannen mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld unter hohem Körpereinsatz, welcher von den Unparteiischen lange nicht geahndet wurde. Dafür mangelte es an Torgelegenheiten, die besten waren noch durch Henss (8.), der nach Hereingabe von rechts den Ball nicht richtig traf, auf Seiten des Gastes und ein Freistoß von knapp hinter der Mittellinie auf Seiten der Heimelf, der sich gefährlich auf und schließlich über das Tor senkte (Stark, 10.).
Aus dem Nichts dann plötzlich das 0:1.Herrnsheim bekommt einen ungefährlichen Ball im eigenen Strafraum einfach nicht entscheidend geklärt, der Ball wird zu Hedderich gestochert und der Zornheimer zieht zentral in Höhe des Sechzehners sofort ab. Der Ball wird von den Fingerspitzen des Herrnsheimer Torwarts Goettzinger, der heute ein Spiel mit Licht und Schatten ablieferte, nur noch mit den Fingerspitzen erwischt und dreht sich ins rechte Toreck.
Die Angriffsbemühungen der Herrnsheimer führten in der Folgezeit lediglich zu Halbchancen. Basaran bekommt den Ball nach Steilpass in den Stafraum nicht unter Kontrolle (17.) und zwei relativ schwache Schussversuche von der Strafraumgrenze von Tatchim (20., 21.) waren die bescheidene Ausbeute.
Die beste Herrnsheimer Chance in der ersten Hälfte dann nach einem schönen Flankenball in den Zornheimer Strafraum. Ußner legt per Kopf auf und Werles strammer Schuss aus 15 Metern verfehlt den linken Winkel nur knapp (29.). Beide Mannschaften versuchten es Mitte der ersten Halbzeit mit langen Bällen, die aber meist in zahlreiche Abseitsstellungen mündeten. Die 30. Minute: ein hoher Flankenball von der Mittellinie an die Herrnsheimer Strafraumgrenze lässt der unnötigerweise viel zu weit aus dem Tor geeilte Göttzinger nach vorne abprallen. Hedderich bedankt sich auf Zornheimer Seite und schiebt ins verwaiste Tor - 0:2.
Kurz darauf die erste Gäste-Ecke: Tiefschlaf in der Herrnsheimer Abwehr und Henss kann relativ unbedrängt aus wenigen Metern einköpfen: 0:3. Kurz darauf wieder zwei Halbchancen für die Heimmannschaft: Kopfball Basaran aus 15 Metern- über das Tor (36.) und Ußner aus spitzen Winkel: Reichert im Zornheimer Tor rettet im Nachfassen(38.).
Wieder zwei Minuten später, wieder ein Flankenball von der Mittellinie in den Herrnsheimer Strafraum. Dort befinden sich auf der linken Seite gleich drei Zornheimer sträflich unbewacht und der folgende Rückpass von der Torauslinie findet in Henß einen Abnehmer, der im zweiten Versuch auf 0:4 stellt.
Brutale Effizienz der Gäste
Zur Halbzeit musste auch Herrnsheims Trainer Graber, die brutale Effizienz der Gäste anerkennen: „aus fünf Chancen macht der Gegner vier Tore und uns fehlt einfach das Quäntchen Glück bei unseren wenigen Chancen“, denn obwohl es schwer zu glauben ist, war Herrnsheim wirklich nicht viel schlechter als die Zornheimer, der Spielstand drückte jedoch etwas ganz anderes aus.
Die zweite Halbzeit beginnt mit einer Doppelchance für die Gäste: König scheitert aus guter Position halbrechts im Strafraum am glänzend reagierenden Goettzinger, den anschließenden Eckball köpft Hedderich links vorbei. Dann übernahmen jedoch die Herrnsheimer das Kommando, ohne jedoch wirklich zwingend zu wirken. Von Zornheimer Angriffsbemühungen war nichts mehr zu sehen. Die Wormser zeigten eindrucksvoll, dass ihre Moral intakt ist und bemühten sich mit großem Kampfeswillen, vergaben jedoch die wenigen sich nun bietenden Möglichkeiten:
Nach einer Ecke wird erst ein Herrnsheimer Kopfball vom Zornheimer Keeper stark pariert und auch der folgende Nachschuss von der Strafraumgrenze wird mit einer tollen Parade von Reichart entschärft (49.). Die 62. Minute: Nach Ballgewinn wird der eingewechselte Herrnsheimer Borlinghaus über die rechte Seite geschickt. Der unnötigerweise viel zu weit aus dem Tor geeilte Reichart wird mit einem Schlenzer überwunden, der Ball jedoch genau auf der Torlinie noch von einem zurücksprintenden Zornheimer Abwehrspieler geklärt.
Der nächste Dämpfer
Fast im Gegenzug der nächste Dämpfer für Herrnsheim, der sich auch hier keinesfalls anbahnte: Wieder einmal ein langer Ball, Stark verschätzt sich bei der Sprungkurve des Balles und Henss steht frei vor dem Tor. Dieser erlaubt sich keinen Fehler und erzielt seinen dritten Tagestreffer: 0:5. Die SGE gibt sich immer noch nicht geschlagen und kämpft weiter um jeden Ball, nur um nach einem relativ harmlos aussehenden Foulspiel im Mittelfeld schließlich von Schiedsrichter Busch ausgebremst zu werden: glatt Rot für Marvin Müller (71.)!
Damit war nun endgültig die Messe gelesen. Erst jetzt, aufgrund der personellen Unterlegenheit der Herrnsheimer wurden die Zornheimer dem Spielstand halbwegs gerecht: Clever spielten sie die sich auftuenden Lücken aus und kreierten bis Spielschluss noch etwa ein halbes Dutzend guter Chancen, doch Hedderich, Seeland und König scheiterten aussichtsreich an eigenen technischen Fehlern oder am sich auszeichnenden Goettzinger.
Die beste Chance gab es am Ende sogar noch für das Heimteam, doch symptomatisch für das ganze Spiel verhinderte der Pfosten den Ehrentreffer für die SGE. Wie geht die Saison weiter bei der SGE bei nunmehr zwölf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer?Coach Graber: „Wir werden weiterhin unser Bestes geben, aber es scheint einfach so, dass unser Team zu gut für die A-Klasse, aber zu unerfahren für die Bezirkliga ist.“