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  • Fr., 30. September 2016, 15:44 Uhr
    Fünf Jahre IBF - Ein Erfolgsmodell feiert Geburtstag

    Einzigartiges Pilotprojekt

    Dezernent Uwe Franz (vorne rechts) und Betriebsleiters Ralf-Quirin Heinz (zweite Reihe) freuen sich über den Erfolg des IBF.

    Es gilt nach wie vor als einzigartig in Deutschland: das bundesweite Pilotprojekt Integrationsbetrieb Friedhof (IBF) der Stadt Worms. Fünf Jahre ist das Erfolgsmodell nun alt – und hat sich in jeder Hinsicht bewährt. Rückblick: Im Jahr 2010 beschließt der Wormser Stadtrat, einen wirtschaftlich eigenbetriebsähnlichen  „Integrationsbetrieb Friedhof Worms“ (IBF) innerhalb der Stadtverwaltung unter Führung des Betriebsleiters Ralf-Quirin Heinz zu bilden. Start des IBF war der 1. Januar 2011. Damit ist der IBF der einzige Friedhofsbetrieb von mehr als 32.000 in Deutschland, der als Integrationsunternehmen geführt wird. Bis heute sind dort 15 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze für Menschen mit Handicap zu den bestehenden 37 Arbeitsstellen geschaffen worden. Die unbefristete Einstellung der Mitarbeiter erfolgte nach dem Tarifrecht für den öffentlichen Dienst. Das Konzept  sieht neun Stellen nach Paragraph 132 SGB IX – also langzeitarbeitslos aufgrund der Behinderung - und sechs Stellen für Personen aus einer Werkstatt für behinderte Menschen vor. Ziel des IBF ist die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen, deren Wiedereingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt bisher gescheitert ist. Mit  dem IBF leistet die Stadt Worms einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung des Inklusionsgedanken der UN-Konvention zur Umsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderungen. Geführt wird das engagierte Friedhofsteam von Friedhofsleiter Michael Kruse.


    Die Männer und Frauen übernehmen überwiegend Arbeiten im grünpflegerischen Bereich sowie vielfältige Instandsetzungsarbeiten – wie etwa die Wegesanierung. „Auch neue Arbeitsfelder wie die Säuberung ungepflegter Grabstätten, die das Gesamtbild des Friedhofes nachhaltig  beeinträchtigen, wurden eingeführt, ebenso wie die Bildung einer Arbeitsgruppe, die schnellstmöglich gemeldete Defizite in der Unterhaltungspflege beseitigt. Insofern profitieren alle Bürger von den zusätzlichen Mitarbeitern, die solche Dienstleistungen erst ermöglichen“, betont Friedhofsdezernent Uwe Franz, der anlässlich des Jubiläums das Team besuchte. Des Weiteren verstärkt ein Mitarbeiter das Kollegium der Verwaltung.


    „Der allgemeine Pflegezustand in den elf Stadtteilfriedhöfen, dem Hauptfriedhof sowie den fünf jüdischen Friedhöfen und dem islamischen Friedhofsteil hat sich seit der Gründung des IBF deutlich verbessert“, lobt der Dezernent. Ein positiver Ausdruck der Außenwahrnehmung des IBF ist die Auszeichnung der Karl-Freudenberg-Stiftung mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsbetriebe als „beste Innovation zur Integration von Menschen mit Behinderungen im Jahr 2011“. Weiterer Erfolgsindikator: In den fünf Jahres musste es nur einen Personalwechsel geben. Dies fand auch lobende Worte beim Monitoring im Auftrag des Landesamtes für Integration in Mainz. „Es sei nicht selbstverständlich, dass solch eine Kontinuität und Stabilität beim Personal in einem Integrationsbetrieb möglich ist“, heißt es in dem Bericht.


    „Dass der Betrieb so gut läuft, liegt auch an der Fortbildungsbereitschaft der Mitarbeiter“, berichtet Helmut Bauer von der Firma Inclusia-Beratungen, der den IBF von Beginn an pädagogisch betreut. So gab es in den letzten Jahren, mit finanzieller Unterstützung des  Integrationsamtes,  diverse Kommunikationsfortbildungen, an denen alle Mitarbeiter teilgenommen haben.


     

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