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  • Sa., 27. Februar 2016, 01:05 Uhr
    Die Stadtverwaltung möchte mit einer Anwohnerversammlung über die geplante Bauprojekte an der Carl-Villinger-Straße informieren / Proteste und Einwände von Bürgern und Parteien

    Emotionen über Reihenhausbebauung kochen hoch

    Von Gernot Kirch Die Emotionen kochen hoch, seit in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass die Stadt bis zu 29 Reihenhäuser auf dem Gelände der Stadtgärtnerei an der Carl-Villinger-Straße errichten möchte. Besonders bei Bewohnern in der benachbarten Mörikestraße herrscht eine gewisse Skepsis oder gar ein Unbehagen über das Vorhaben. Die in dieser Woche durchgeführten Baumfäll- und Rodungsarbeiten machten zudem deutlich, dass es sich nicht um ein fernes Zukunftsvorhaben, sondern ein konkretes Projekt handelt, bei dem es rasch losgehen könnte.

    Ein Aspekt, der für eine gewisse Unsicherheit sorgt, ist wohl die Absicht, dass die Mieten der Reihenhäuser sehr günstig sein sollen. Dies bedeutet wiederum, es werden dort auch Menschen mit Wohnberechtigungsschein einziehen. Damit werden Menschen mit geringem oder keinem Einkommen in die Carl-Villinger-Straße ziehen.

    Einwohnerversammlung
    Da die Verantwortlichen der Stadt die Welle der Proteste spüren, hat Oberbürgermeister Michael Kissel noch für den März eine Einwohnerversammlung angekündigt: „Ich kann sehr gut verstehen, dass die Anlieger besorgt sind und viele Fragen haben. Sobald die Pläne der Wohnungsbau konkrete Gestalt angenommen haben und mit der Bauaufsicht abgestimmt sind, werde ich zu einer Informationsveranstaltung einladen.“

    Der Stadtchef wies daraufhin, dass in der Carl-Villinger-Straße 25 bis 29 kleine Reihenhäuser entstehen sollen. Ursprünglich war das Gelände für Unterkünfte für Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten vorgesehen. Dies sei aber vom Tisch, stattdessen werden die Kriegsflüchtlinge auf dem Salamandergelände und im Motorpool untergebracht.

    „Ich nehme die Sorgen der Nachbarschaft ernst und will umfassend und offen für alle Fragen mit den Anwohnern ins Gespräch kommen“, bekräftigte Oberbürgermeister Kissel seine Absicht, den Dialog und den Konsens zu suchen.

    CDU äußert Bedenken
    Die CDU Worms West begrüßt es zwar prinzipiell, dass die Stadt nun verstärkt weiteren Wohnraum schaffen will, äußert gelichzeitig aber Bedenken. Die Ortsverbands-Vorsitzende Barbara Wirth, Mitglied des Stadtrates, ruft deshalb zu mehr kritischer Besonnenheit auf bei der geplanten Verdichtung  in der Carl-Villinger-Straße. „Der Oberbürgermeister sollte die Bedenken der Anlieger ernst nehmen und eine solche Bebauung nicht weiter betreiben!“, so Barbara Wirth gegenüber der Presse.

    In der Carl-Villinger-Straße sollen angeblich, so Barabara Wirth weiter, über die städtische Wohnungsbau GmbH bis Ende des Jahres auf einer Fläche von 4.200 Quadratmetern zwischen Monsheimer Straße und der Bahnlinie zweigeschossige Wohneinheiten für 26 bis 29 Familien entstehen. Die Häuser sollen jeweils über 86 Quadratmetern Wohnfläche verfügen.

    Positiv wertete Barbara Wirth, dass dabei der Grundsatz „Innen- vor Außenentwicklung“ eingehalten wird. Gleichwohl müssten Bedenken von Bürgern, die ihr zugetragen worden seien, ernst genommen werden. „Es geht darum, Anwohner zu informieren und Ängste zu nehmen“, sagte Wirth, Als Problem sieht sie, auch wegen der Dichte der geplanten Bebauung, die Parksituation: „Gegenüber ist der Schwimmclub Poseidon, wo im Sommer auch jetzt schon der Parkraum knapp ist. Zudem ist es eine schmale Straße! Kaum zwei Autos kommen dort problemlos aneinander vorbei!“

    „Die CDU Worms West will hier für mehr Klarheit sorgen!“, fasst Barbara Wirth ihr Anliegen zusammen. „Wohnungen dort für Mitbürger, die die angedachte Monatsmiete von 560 Euro nicht bezahlen können, weil sie von Sozialhilfe oder Hartz IV leben und einen Berechtigungsschein haben, lehnt die CDU Worms-West ab“.

    Der CDU Ortsverband lädt ein zu einer Info-Veranstaltung am Donnerstag, 3. März, um 18 Uhr in der Poseidon-Gaststätte (Carl-Villinger-Straße 47). Dort sollen Verantwortliche der Stadt zu dem Projekt genau erklären, was geplant ist.

    FDP lädt am 1. März ins Poseidon ein
    Die Wormser FDP lädt bereits am Dienstag, dem 1. März, um 19 Uhr,  in die Poseidon-Gaststätte ein, um sich mit dem Thema zu beschäftigen. Gegenüber dem NK erklärte der FDP-Fraktionsvorsitzende Dr. Jürgen Neureuther: „Grundsätzlich sei nichts gegen die Schließung einer Baulücke in dieser guten Wohnlage im Wormser Westen einzuwenden, zumal für die Liberalen Innen- vor Außenentwicklung absoluten Vorrang habe.

    Jedoch wird seitens der FDP-Stadtratsfraktion eine geplante zu enge Wohnbebauung in diesem Gebiet in Frage gestellt.“

    Ähnlich wie Dr. Jürgen Neureuther argumentiert auch der baupolitische Sprecher der Liberalen im Wormser Stadtrat, Uwe Radmacher: „29 Reihenhäuser auf gerade mal 4.200 Quadratmetern Grundfläche das geht gar nicht.“ Uwe Radmacher sieht die Gefahr einer ungesunden Verdichtung, die überhaupt nicht in dieses Wohngebiet passe. Neureuther und Radmacher fordern mit maximal 15 Reihenhäusern das Gelände der Stadtgärtnerei als Baugebiet zu entwickeln.

    Um was geht es eigentlich?
    Es stellt sich bei der Problematik um die 25 bis 29 Reihenhäuser die grundsätzliche Frage, um was es bei dem Unbehagen und dem Protest eigentlich geht? Ist es die prinzipielle Ablehnung einer Bebauuung an der Carl-Villinger-Starße oder geht es darum, dass in die Reihenhäuser kein gehobenes Klientel, sondern Menschen mit Sozialberechtigungsschein einziehen sollen?

    Die geplante Bebauung an der Carl-Villinger-Straße erregt die Gemüter. Archivbild: Gernot Kirch

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