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Mi., 06. August 2014, 14:36 Uhr
GLA für schnelle Wiederherstellung der Schließe am NATURA2000-Gebiet „Eich-Gimbsheimer Altrhein“
Empfindlicher Eingriff in das Naturschutzgebiet
Die GLA an der Schließe: Wolfgang Reich, Manuela Bach, Thomas Rahner, Annette Rahner-Seeliger, David Profit, Karin Kappel, Dr. Eugen Oswald (von links).
Die Grüne Liste Altrhein (GLA) informierte sich vor Ort über die geöffnete und mit Bauschaum verklebte Schließe am NATURA2000-Gebiet „Eich-Gimbsheimer Altrhein“. Thomas Rahner, Fraktionsvorsitzender der GLA im VG -Rat in Eich: „Das war kein Kavaliersdelikt sondern wurde mit großer krimineller Energie ausgeführt. Die Öffnung und Verklebung der Schließe ist eine Straftat. Außerdem werden die oder der Täter alle entstehenden Kosten tragen müssen. Dieser empfindliche Eingriff in das Naturschutzgebiet hat große Folgen für Pflanzen, Tiere und Amphibien“. Die Bevölkerung rief er dazu auf, sachdienliche Hinweise auf den oder die Täter an die Polizei weiterzugeben.
Verständnis zeigte Rahner für den Ärger von Verbandsbürgermeister Kiefer über die entstehenden Reparaturkosten. "Das ist unser aller Geld, das für andere dringende Aufgaben fehlt. Wir unterstützen den Verbandsbürgermeister selbstverständlich bei allen Beschlüssen, die zu einer schnellen Wiederherstellung der Schließe führen." Die schnelle Reparatur der Schließe sei aufgrund der Rechtslage und zum Schutz der Pflanzen, Tiere und Amphibien erforderlich. Auch müsse überlegt werden das Bauwerk besser gegen solche Straftaten zu sichern.
Fehlendes Bewusstsein für den Wert des Gebiets bemängelt Manuela Bach, stellvertretende GLA-Fraktionsvorsitzende im VG-Rat sieht das fehlende Bewusstsein für den Wert des Gebiets als großes Problem an: „Wir brauchen hier mehr Informationen für die Bevölkerung. Wir können stolz sein, dass wir dieses Naturschutzgebiet in der Verbandsgemeinde haben. Es handelt sich um eines der größten zusammenhängenden Schilfröhrichtgebiete Mitteleuropas. Das NATURA2000-Gebiet Eich-Gimbsheimer Altrhein wurde von der EU als Vogelschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet anerkannt. Damit genießt es höchsten Schutz in Deutschland und der EU. Vom Wasserstand im Gebiet ist das Überleben vieler gefährdeter Vogel- und Amphibienarten abhängig. Nur von Wasser umgebene Brutplätze von z.B. der Rohrweihe, Blaukehlchen oder der Purpurreiher sind vor Nesträubern, wie die im Gebiet stark vermehrten Wildschweine, geschützt. Der niedrige Wasserstand wird unweigerlich auch zu einem Sterben noch vorhandener amphibischer Arten, wie z.B. den Kaulquappen der streng geschützen und auf der Roten Liste auf Platz 3 stehenden Knoblauchkröte führen."
Stechmückenaufkommen bekämpfen Die im Gebiet lebenden Fische, Unterwasserkäfer, seltenen Libellenarten und Amphibien seien auch für die Bekämpfung der Stechmücken unerlässlich. Nach der Öffnung der Schließe bestehe nun die Gefahr von einem noch stärkerem Stechmückenaufkommen in den Altrheingemeinden.
Die GLA ist fest davon überzeugt, dass das Schutzgebiet für zukünftige wirtschaftliche und touristische Entwicklungen in der Region eine bedeutende Rolle einnehmen wird. Um dieses Alleinstellungsmerkmal zu erhalten und zu fördern, ist es wichtig alle Interessensgruppen im Gebiet an einen Tisch zu bringen.