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  • Sa., 19. Oktober 2013, 14:20 Uhr
    „Wormser Initiative für ein Bedingungsloses Grundeinkommen“ hatte zu stummem Protest aufgerufen

    „Empörung und Trauer“ bei Mahnwache am Schicksalsrad

    Mit Kerzen zeigten viele der Passanten und Teilnehmer ihre Solidarität mit den Flüchtlingen und deren Schicksalen. Foto: Robert Lehr


    VON ROBERT LEHR „Empörung und Trauer“ empfindet auch Dr. Erika Mohri angesichts der „verheerenden Situation in Folge der europäischen Flüchtlingspolitik“. Damit entrüstet sich die evangelische Seelsorgerin genau wie Hans Himmel, der „angesichts der unmenschlichen Zustände in den Flüchtlingslagern von Lampedusa, Cueta, Malta, aber auch in Deutschland“ mit seiner „Wormser Initiative für ein Bedingungsloses Grundeinkommen“ am Samstagvormittag zu einer Mahnwache auf dem Wormser Obermarkt am Schicksalsrad aufgerufen hatte.

    Ein loses Bündnis verschiedener Initiativen und Parteien, aber auch zahlreiche Wormser Bürger und zufällige Passanten beteiligten sich an der Aktion. Kritisiert wurde auch, dass die Länder in der Europäischen Union 340 Millionen Euro für ein neues Überwachungssystem „Eurosur“ ausgäben, das zur Abschottung Europas und zur Überwachung der Außengrenzen diene sowie weitere hundert Millionen Euro für die bereits bestehende europäische Grenzschutzbehörde „Frontex“. Stattdessen, so eine der Forderungen auf den Plakaten, solle dieses Geld in die Entwicklung der betroffenen Länder und eine humane Flüchtlingshilfe investiert werden.

    Am Rande bemerkte Mohri, dass es sicherlich bald noch weitere, inhaltliche Veranstaltungen zu dem Thema gebe. Schließlich gebe es bald eine neue Bundesregierung, deren primäre Aufgabe es sein solle, schnelle Abhilfe bei der Flüchtlingsproblematik zu initiieren. Dabei gelte es aber ebenso, gegen den Begriff des „Wirtschaftsflüchtlings“ anzugehen. Wer seine Heimat verlasse und sein Leben riskiere, dem müsse man glauben, dass es ihm in aller Regel um seine nackte Existenz und ein Leben in Freiheit und Sicherheit gehe.

    Der stumme Protest ging in ein gemeinsames ökumenisches Mittagsgebet im Dom über, dem sich viele der stillen Protestler anschlossen.

     

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